Spenden und die mediale (Nicht)Wirkung

Da die „heute-show“ gestern über Amazon, seine Steuervermeidungsstrategien und die Amazonlesewettbewerbe lästerte: Für den Lesewettbewerb gibt es nunmal eher einen Zeitungsartikel als fürs Steuernzahlen.

Aber es gibt nicht immer einen Zeitungsartikel. 2013 gab es eine Aktion einer Supermarktkette mit den „Tafeln“. Aber es hatte kaum einer darüber berichtet.

Also, die Kunden spendeten 5 Euro und dafür bekam die lokale „Tafel“ eine Tüte voll mit haltbaren Lebensmitteln. Somit haben das schonmal die Kunden bezahlt. Vermutlich sind da viele Redaktionen schon nicht mehr mitgegangen, weil es zu offensichtliche Werbung war.

Und dann gab die Kette noch 200.000 Euro dazu. Also insgesamt und deutschlandweit. Ok, viel Geld, macht bei rund 3300 Filialen etwa bombastische 61 Euro pro Filiale. Na, da hielt sich meine Begeisterung dann doch etwas in Grenzen.

Ein bisschen mehr können sich die – deutlich besser bezahlten – Kollegen beim Marketing der Supermarktkette dann schon strecken.

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Brand an Lebensmittelmarkt

(PM Polizei) Sonntag (26.) gegen 3.10 Uhr rückte die Feuerwehr Darmstadt (BF und FFI) zu einem Brand an einem Lebensmittelmarkt in der Kasinostraße aus. Dort brannten alte Kartonagen in einem vergitterten Außenlager am Wareneingangsbereich. Die Feuerwehr brachte den Brand schnell unter Kontrolle, dennoch wurde das Gebäude beschädigt. Durch den Brand wurde auch die Kühlanlage des Marktes in Mitleidenschaft gezogen und fiel aus, weswegen vermutlich ein Großteil der Ware im Markt vernichtet werden muss. Der Schaden wird auf 200.000 Euro geschätzt und kommt zu den Gebäudeschäden für 50.000 Euro noch dazu. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Ursache des Feuers ist noch unklar, Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden. Die Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen.

Also fuhr ich mal ans verlängerte Ende meiner Straße und schaute mir das an:

Fatales Ende einer kleinen Sub-Recherche

Hier im Stadtteil hat zum Jahresende 2009 überraschend ein kleiner Supermarkt geschlossen. Anlass für einen Artikel, denn Einzelhandel wird hier auf lange Sicht immer weniger. Warum der türkische Feinkosthändler verschwand, wusste keiner so genau. Also nachfragen. Ich fotografierte erstmal die neue Adresse (geht schneller als abschreiben):

Irgendwas wird sich schon ergeben, dachte ich mir. Entweder kann ich die Telefonnummer ergooglen oder fahre nach Frankfurt. Ok, Fahren ist aufwändiger, also googlte ich erstmal nach der Carl-Sonnenschein-Straße (ja, einen Mann, der so hieß, gab es – man lernt ja dazu).

Ich fand heraus, dass die Adresse in Frankfurt-Griesheim liegen soll. War aber falsch, die Carl-Sonnenschein-Straße liegt in Sossenheim. Blöd, dachte ich, zu weit weg von Griesheim, wo ich vielleicht jemanden für einen kleinen spontanen Umweg in seinem Stadtteil hätte überreden können. Na gut, weiter …

Ich stellte fest, dass dort einmal ein „Nahkauf“ war (passt auch zu einem Feinkostladen) und hatte dann irgendwann auch eine Telefonnummer.

Aber Google listete auch seltsame Fragmente mit „Schüssen“, „Supermarkt“, „Hof“, „Geschäftsmann“ auf. Sowie eine Polizeimeldungen über die Carl-Sonnenschein-Straße:

Ein 37-jähriger Türke ist am Rosenmontagmorgen gegen 07.35 Uhr durch Schüsse niedergestreckt und tödlich verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich in einem Hof an der Carl-Sonnenschein-Straße.

Sollte das etwa … nee …aber ein FAZ-Artikel schrieb:

Wie zu hören war, wohnte das Opfer in Darmstadt und hatte erst vor wenigen Wochen den Supermarkt in der Sossenheimer Siedlung eröffnet.

Ebenso die „Frankfurter Neue Presse„:

Gut kennen die Sossenheimer ihre neuen Nachbarn noch nicht, Geschäftsmann H. wohnte in Darmstadt.