Eberstadt von Darmstadt abgeschnitten

Feuerwehr und Heag Mobilo räumen umgewehte Bäume von den Oberleitungen der Straßenbahn. Foto: Medienbetreuung Feuerwehr Darmstadt/Stefan Schwarz

Feuerwehr und Heag Mobilo räumen umgewehte Bäume von den Oberleitungen der Straßenbahn. Foto: Medienbetreuung Feuerwehr Darmstadt/Stefan Schwarz

Über die Heidelberger Landstraße kam man heute vormittag nicht nach Eberstadt oder Darmstadt, weil die Feuerwehr die Straße brauchte.

Gegen 8.50 Uhr waren zwei Bäume auf die Straßenbahnoberleitung der Linien von nach Eberstadt gestützt und machten diese unpassierbar.

Wegen der Abräum- und Reparaturarbeiten musste die parallelverlaufende Heidelberger Straße/Landstraße zwischen Landskronstraße und Seminar Marienhöhe bis 11.30 Uhr voll gesperrt werden.

Neben einem Kranwagen der Berufsfeuerwehr waren auch zwei Hubbühnen der Heag Mobilo eingesetzt. Die Straßenbahnlinie wurde mit einem Bussen und Taxen bedient.

Vor fünf Jahren: Die OB-Kandidaten Partsch und Reißer und ihre Pläne

So sah vor fünf Jahren meine Doppelseite im "Vorhang auf" aus. Das war damals die erste Vorstellung der fünf OB-Kandidaten.

So sah vor fünf Jahren meine Doppelseite im "Vorhang auf" aus. Das war damals die erste Vorstellung der fünf OB-Kandidaten.


Vor fünf Jahren standen in Darmstadt Kommunalwahlen und gleichzeitig OB-Wahlen an. Für den “Vorhang auf” hatte ich damals die fünf OB-Kandidaten Walter Hoffmann (SPD), Helmut Klett (Uwiga), Jochen Partsch (Grüne), Rafael Reißer (CDU) und André De Stefano (Piratenpartei) sowie Jörg Dillmann und Kerstin Lau (Uffbasse) zu Themen wie Haushalt, Konversion, ICE, Nordostumgehung und neue Straßenbahnlinien befragt.

Zwei Kandidaten von damals kamen in Amt und Würden, Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) und Bürgermeister Rafael Reißer (CDU). Mal schauen was ich 2011 zu den beiden zusammengefasst hatte:
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Offen recherchiert zum Semesterticket

Eine stark verkleinerte Skizze zur Lichtwiesenstraßenbahn. DIe ganzen Unterlagen stehen als PDFs im Parlamentsinformationssystem.

Eine stark verkleinerte Skizze zur Lichtwiesenstraßenbahn. DIe ganzen Unterlagen stehen als PDFs im Parlamentsinformationssystem.

Ich sehe die geplante Lichtwiesenbahn ja etwas kritisch, 16 Millionen Steuergelder für 1,3 Kilometer Straßenbahntrasse zum Campus Lichtwiese der TU Darmstadt? Zwei Fragen gab es bei mir: 1. Warum zahlt die TU die Bahn nicht, die GSi zahlt doch auch ihren Bus?

Zu einer TU-Kostenbeteiligung sagte mir die Dadina, dass die Lichtwiesenbahn kein Werksverkehr sei (das ist tatsächlich die Buslinie zur GSI) zudem sei es nicht vorgesehen, dass Unis und Schulen als Teil der Daseinsvorsorge für den ÖPNV bezahlen.

Meine zweite Überlegung war: Und was wenn es das Semesterticket irgendwann nicht mehr gibt? Dann wird doch die Lichtwiesenbahn – ohne Studies – zur Geisterbahn? ;-) Wieso, mag man im ersten Moment denken. Aber nur mal kurz googlen nach ‘Semesterticket vor dem Aus’ ergibt drei Treffer. Weiterlesen

Straßenbahnbremsweg

Gestern durfte ich mal was schätzen: Wie lange ist der Bremsweg einer Straßenbahn, die bei rund 50 Kilometer pro Stunde in die Vollbremsung geht? Beim PKW ist in der Faustformel ja Geschwindigkeit in km/h durch 10 und das im Quadrat drin. Was es ja schonmal schwierig macht, weil wir Menschen gerne linear denken, aber die Natur nicht liniear ist.

Also das mit dem Quadrat wird bei der Straßenbahn ähnlich sein, dachte ich mir, Physik ist Physik. Nur bremst die Bahn mit Stahl auf Stahl und ist deutlich schwerer als ein ein Auto. Also kommt noch was dazu. Ich dachte mir so, dass es über 30 oder 35 Meter sein werden.

Echo online: Keinesfalls über die Kupplung – Sicherheitstraining für Siebtklässler im Zeichen des tödlichen Luisenplatz-UnfallsGutachter prüft Risikoeinschätzung für Straßenbahnen

Es wurden 45 Meter. Das ist einmal die Länge der Straßenbahn. Und die war leer.

Wenn es anfängt zu regnen, bilde sich auf den Gleisen ein Schmierfilm aus Straub und Dreck, schilderte ein Fahrer. Der mache die Schienen nochmal glatter und Bremswege länger. Wenn es weiter regnet, nimmt diese Gefahr aber ab, weil der Regen auch den Schmierfilm wegwäscht.

Grundschulen bietet die Heag mobilo ein Sicherheitstraining im Betriebshof Frankenstein an.

Neues vom Frankenstein? Und ein Anfahrtipp mit der Straßenbahn

Burg Frankenstein im Sommer 2014 von Eberstadt aus.

Burg Frankenstein im Sommer 2014 von Eberstadt aus.


Jörg vom Darmundestat-Blog weist auf ein Angebot eines Kollegen auf der Burg Frankenstein hin:

“Burgschreiber” Walter Scheele bietet seit einiger Zeit sonntags kostenfreie Führungen durch die Burg Frankenstein an. Wie ich eben auf der Homepage des Burgpächters gesehen habe, zaubert er dazu jede Woche ein neues Thema hervor.

Das mit dem zaubern meint Jörg schon so, denn Walter Scheeles Thesen sehen er und der Geschichtesverein Eberstadt-Frankenstein zum Alchemisten
Johann Konrad Dippel (Konstruktion eines Mythos) und zur Autorin Mary Shelley doch sehr anders (Any Monsters at home? Die Burg Frankenstein a.d. Bergstr. und der Roman von Mary Shelley). Mary Shelley hat 1818 den Roman “Frankenstein” geschrieben, an dem sich die Boris Karloff-Filme grob orientierten.

Ein Hinweis noch, weil ich beim Artikelschrieben für Darmstädter Zeitungen diesen Nebensatz immer einflechten muss: Die Burg Frankenstein liegt nicht in Eberstadt oder Darmstadt, sie liegt in Mühltal im Ortsteil Nieder-Beerbach.

Und wer da mal mit dem ÖPNV zur Burg Frankenstein will: Am einfachsten mit der Straßenbahn zur Haltestelle Malchen fahren und die Frankensteiner Straße den Berg hochlaufen. Der Rest findet sich. :-) Und Vorsicht: Die Haltestelle Frankenstein ist weiter weg (2,2 Kilometer Luftlinie) als die Halestelle Malchen mit 1,5 Kilometer Luftlinie. Und bergauf muss man beide Male. Man kann auch mit dem Bus nach Nieder-Beerbach fahren, aber der fährt nicht so häufig wie die Bahn.

Da das Bildblog gerade Ferien macht …

… springe ich mal ein: „Bild“ berichtet über eine Darmstädter Debatte zu Straßenbahnkupplungen. Am 15. Januar war ein elf Jahre alter Schüler auf dem Luisenplatz über eine Kupplung zwischen Triebwagen und Anhänger geklettert und dabei tödlich verunglückt.

Jetzt gibt es Vorschläge, wie man die Kupplungen besser sichern könnte.

Bild: Von Tram überrollt – Ulrich Klett von der Unabhängigen Wählervereinigung (Uwiga) fordert nun – wie bereits nach einem ähnlichen Vorfall 2012 – zwischen den Waggons eine Warntafel anzubringen (…)

Nur hat “Ulrich Klett” von der Uwiga einen anderen Vornamen, tatsächlich heißt er Helmut Klett.

Straßenbahn zur Lichtwiese

Es gibt Pläne eine Straßenbahn zur Lichtwiese zu bauen. Die Trasse für rund 8,3 Millionen Euro soll von der Nieder-Ramstädter Straße an der Haltestelle Hochschulstadion nach Osten abbiegen und zwischen Georg-Büchner-Schule und Hochschulstadion zur Lichtwiese führen. Dort soll dann auch eine Wendeschleife hin.

Als Grund für die Trasse wird die studentische ÖPNV-Nachfrage gesehen, die Busse zur Lichtwiese sind zu oft zu voll.

Nur warum laufen die Studierenden nicht von der Haltestelle Hochschulstadion zur Lichtwiese, wenn es im Bus so blöde und zu voll ist? Es sind ca. 650 Meter bis zum FB Architektur, 925 Meter bis zum FB Bauingenieurwesen, 950 Meter bis zum FB Chemie oder zur Mensa, 1100 Meter zur Bibliothek, 1250 Meter bis zum FB Maschinenbau.

Die Haltestelle Lichtwiese liegt klar zentraler, von dort sind es maximal 350 Meter zu den Fachbereichen. Der kürzere Weg scheint volle Busse deutlich erträglicher zu machen, als über “Hochschulstadion” zu fahren.

Ich weiß noch nicht so recht, ob ich für eine Trasse bin, irgendwie finde ich, man kann eben auch vom Hochschulstadion aus laufen. Hatte ich beispielsweise gemacht, wenn ich zur Chemie wollte aber unsicher war, ob der Bus bei Schnee rechtzeitig vorankommt. Aber vielleicht werde ich auch nur alt. Ist ja 25 Jahre her. ;-)

Das andere ist, dass die hohe Nachfrage möglicherweise auch nur deswegen besteht, weil Studierende dank Semesterticket gegen eine Pauschale, die in den Uni-Beiträgen enthalten ist, unbegrenzt den ÖPNV nutzen dürfen. Weiterlesen

Die Opposition in der Lichtwiesenstraßenbahn mitnehmen

Die Stadt plant einen Straßenbahnabzweiger von der Nieder-Ramstädter Straße zur Lichtwiese, um die TU besser anzuschließen. Kann man machen, kostet halt ein paar Millionen.

Jetzt ist die Opposition bis auf die Uwiga eigentlich für das Projekt, weist aber auf einiges hin:

Echo online: Entscheidung für Straßenbahn-Abzweig zur Lichtwiese – Die jährlichen Betriebskosten veranschlagte Baudezernetin Lindscheid mit 654.000 Euro. Georg Hang (Uffbasse) kam dagegen auf fast 900.000 Euro, da man die Finanzierungskosten und jährliche Abschreibung mitrechnen müsse. (…) Die Oppositionsfraktionen im Parlament sprachen sich im Grunde meist auch für die Straßenbahn aus, kritisierten aber, dass nun vor dem Vorliegen ausstehender Untersuchungen schon die Umsetzung beschlossen werden solle. (…) und Hang verwies darauf, dass sich die Stadt mit der Beantragung der Landeszuschüsse noch bis Juni nächsten Jahres Zeit lassen könne.

Da frage ich mich, warum man bei der Konstellation nicht auf einen gemeinsamen Beschluss hinarbeitet. Die Vorlage ist beim Punkt zwei nunmal handwerklich nicht sauber gemacht (Hervorhebung von mir).

Es wird zugestimmt, den Mitfall II (Führung über den Lichtwiesenweg) weiter zu verfolgen und umzusetzen. Der kommunale Eigenanteil für die Investitionskosten in Höhe von € 2,87 Mio. wird entsprechend dem Planungs- und Bauablauf zur Verfügung gestellt. Der Betriebskostenzuschuss in Höhe von € 654.000 pro Jahr wird ab der Inbetriebnahme voraussichtlich im Dezember 2017 auf einer neuen Kostenstelle bereitgestellt.

Das hätte man ohne weiteres ändern können. Als das im Bauausschuss angesprochen wurde, hatte ich ja den Eindruck die Koalition versteht das nicht, aber nach fast zwei Wochen, hätte man ja schlauer geworden sein können. Was vergibt man sich denn, wenn man die Bedenken berücksichtigt?

Aber da müsste man ja einen kleinen Fehler zugeben und hätte seinen schönen Platz im Schützengraben verlassen müssen, in dem es inzwischen weich und warm ist. Und man kann später – unter Verkürzung der Tatsachen – der Opposition vorwerfen, dass sie ja damals böse und gegen das tolle Projekt war und es sich auf seine Fahnen schreiben. Das ist es, was man sich vergibt, das ist alles mögliche, aber wieder Mal kein Neuer Politikstil.

Und noch der Hinweis: Das mit dem Neuen Politikstil ist ja was von den Koalitionsvertretern.