Wicki Weißwas über den ersten Alpinisten Petrarca, der eine dreiste Fälschung entlarvte

Als erster Alpinist – also Bergsteigen, weil es schön ist und Spaß macht – gilt der Humanist Francesco Petrarca. Am 26. April 1336 beschrieb er in einem Brief, wie er zusammen mit seinem Bruder den Mont Ventoux in der Provence bestieg. Die Beschreibung gilt als kulturhistorischer Moment ab dem sich die Sicht auf die Natur änderte.

Francesco Petrarca entlarvte auch das Privilegium Maius des Hauses Habsburg als eine Fälschung. Weiterlesen

Politiker schälen Spargel um die Wette

Politisches Spargelwettschälen in Weiterstadt. Mit Ralf Möller (SPD, Bürgermeister), Iris Bachmann (Grüne, Stadträtin aus Darmstadt), Edgar Pohl (CDU, Stadrat in Weiterstadt), Jochen Kurz (Freie Wähler Weiterstadt) und Andreas May (FDP, Darmstadt).

Politisches Spargelwettschälen in Weiterstadt. Mit Ralf Möller (SPD, Bürgermeister), Iris Bachmann (Grüne, Stadträtin aus Darmstadt), Edgar Pohl (CDU, Stadrat in Weiterstadt), Jochen Kurz (Freie Wähler Weiterstadt) und Andreas May (FDP, Darmstadt).


Eingeweihte wissen: Der wahre kommunalpolitische Showdown findet nicht im Parlament oder bei der Kommunalwahl statt, sondern beim Politiker-Spargelwettschälen auf dem Weiterstädter Spargelfestival. ;-)
Echo online: „Helikopterspargel“ in der Hektik. Eigentlich haben die Teilnehmer ja zehn Minuten Zeit, aber da ist ja noch die singende Moderatorin Woody Feldmann, die die Schäler immer etwas ablenkt und zum mitsingen auffordert.

Das Spargel- und Grillfestival auf dem Steinbrücker Hof an der Bundesstraße 42 läuft noch bis zum 26. Juni und ist täglich von 11 Uhr bis 21.30 Uhr geöffnet.

„Mit den historischen Bieren hat die moderne Brautechnik herzlich wenig zu tun“

Für Bier wurde vor 500 Jahren eine sehr strikte Zutatenliste erlassen.

Für Bier wurde vor 500 Jahren eine sehr strikte Zutatenliste erlassen.


Lebensmittel werden heutzutage industriell hergestellt, das ist nicht so mein Problem, nur sollte man dann eben auch nicht so tun als ob. Die Bilder auf den Packungen haben ja oft wenig mit der Wirklichkeit zu tun, selten ist das ein kleiner Bauernhof. Samstag hatte das Bierreinheitsgebot 500. Geburtstag. Nur Gerste, Wasser, Hopfen und Hefe dürfen die Rohstoffe sein.

Aber ein Blick auf eine Brauerei zeigt in der Regel technische Anlagen, denn Bier ein Produkt, bei dem Lebenmittel mehr oder weniger stark verarbeitet werden und bei dem einige Technik dahinter steckt. „Mit den historischen Bieren hat die moderne Brautechnik herzlich wenig zu tun“, sagt der Lebenmittelexperte Udo Pollmer.

Hefe kam erst später in die Zutatenliste, denn die hatte Weiterlesen

Schnee am 24. April

Ich weiß noch, wie ich vor 15 Jahren mal gefragt wurde, bis wann im Frühjahr in Deutschland noch Schnee fallen kann.
Ich sagte damals, dass es noch im März schneien könnte (aber natürlich von der Region abhängt). Dann erlebte ich mal Schnee Anfang April 2008. Ok, das kann ich jetzt auf den 24. April korrigieren.

266 Stolpersteine in Darmstadt gesetzt

Stolpersteine werden in der Hochstraße gesetzt.

Stolpersteine werden in der Hochstraße gesetzt.

Wenn Menschen am Straßenrand so zusammenstehen wie auf dem Foto, dann werden dort in der Regel Stolpersteine gesetzt. So am Freitag (22. April) in der Hochstraße 42. Dort wo jetzt ein Teil der Viktoriaschule-Neubauten steht, stand vor dem Krieg ein Haus neben der Schule.

Echo online: Vor der Viktoriaschule in der Hochstraße sind am Freitag fünf Stolpersteine zum Gedenken an die Familien Ranis und Gutenberg gesetzt worden

Einige Mitglieder der Familie Ranis konnten fliehen, darunter war auch Frieda (geb. Ranis), die 1933 mit ihrem Mann Karl Heß Deutschland verlassen konnte. Karl Heß war von 1928 bis 1933 Vorsitzender (entspricht dem heutigen Präsidenten) des SV Darmstadt 98.

Einige Mitglieder der Familie Ranis konnten fliehen, darunter war auch Frieda (geb. Ranis), die 1933 mit ihrem Mann Karl Heß Deutschland verlassen konnte. Karl Heß war von 1928 bis 1933 Vorsitzender (entspricht dem heutigen Präsidenten) des SV Darmstadt 98.

In Darmstadt sind damit nun insgesamt 266 Steine gesetzt, die an Vertreibung und Vernichtung der Deutschen jüdischen Glaubens, der Zigeuner, politisch Verfolgter, Homosexueller, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfern während der Zeit des Nationalsozialismus erinnern.

Die Stellen im Bürgersteig, wo die Steine gesetzt werden, sind in der Regel etwas vorbereitet.

Die Stellen im Bürgersteig, wo die Steine gesetzt werden, sind in der Regel etwas vorbereitet.

Parkplätze ohne Baugenehmigung in der Pallaswiesenstraße aufgedeckt?

Die Brache in der Pallaswiesenstraße 47 ist nun teilweise ein Parkplatz - und das Stadtplanungsamt wundert sich.

Die Brache in der Pallaswiesenstraße 47 ist nun teilweise ein Parkplatz – und das Stadtplanungsamt wundert sich.


Ha, am 5. April von mir berichtet (Parkplatz statt Wohnungen), nun hat es auch das Stadtplanungsamt gemerkt: Laut Samstagsecho, das die Stadtverwaltung zitiert (jetzt online: Stadt irritiert wegen Parkplatz-Bau), gibt für den Parkplatz auf der Brachfläche Pallaswiesenstraße 47 keinen Bauantrag und keine Baugenehmigung. Die Bauaufsicht werde sich das anschauen.

Die Bauaufsicht war eigentlich schon da, denn Weiterlesen

Schuldunfähig, aber in Fachklinik eingewiesen

Die Justizia auf dem Landgericht Darmstadt. Foto: Marc Wickel

Die Justizia auf dem Landgericht Darmstadt. Foto: Marc Wickel



Gestern im Landgericht fand der Zwischenfall vom 1. September 2015 im Hauptbahnhof ein juristisches Ende. Der Mann, der einen anderen in einem Zug mit einem Messer verfolgt und bedroht hatte, wurde in eine Klinik für Psychiatrie eingewiesen.

Echo online: Eurocity-Angreifer ist nicht schuldfähig

Der Beschuldigte hat eine paranoide Schizophrenie, die durch seinen Drogenkonsum noch verstärkt wurde. Nimmt er seine Medikamente ist er ein ruhiger und freundlicher Mensch. Aber um den Tatzeitpunkt herum glaubte er, über Implantate Stimmen zu hören. Wie ich woanders las, kann es sein, dass solche Stimmen dann immer da sind und alles was man macht oder nicht macht kommentieren. Und das halte man eben kaum aus, weil das nicht wie Radio nebenher dudelt. Der Beschuldigte ist bis auf weiteres in eine geschlossene Klinik für Psychiatrie eingewiesen worde, weil er ohne Behandlung und Therapie gefährlich für andere ist. Dieses „gefährlich für andere“ ist es auch, das notwendig ist, um in eine Klinik zwangseingewiesen zu werden.

Ich nehme aus solchen Verfahren ja auch was mit (ich weiß nicht, wie es Lesern geht): 1. Situationen, die einem unangenehm werden, seltsam erscheinen oder die man nicht versteht, beenden oder vermeiden. Zur Not sofort weggehen, ein eleganter Abgang kostet möglicherweise zuviel Zeit und ist nichts wert. 2. Manche wirr erscheinende Postings in Internetforen hängen eher mit einer Psychose zusammen, als man glaubt. Man macht sich über solche Kommentare dann lustig, aber die Schreiber glauben das tatsächlich.

Und am Rande: Der Geschädigte, der Mann, den der Beschuldigte anging, hatte im Gericht erzählt, dass er danach sogar vom Bahnvorstand angerufen wurde. Was mir ja erst recht unwahrscheinlich erschien, aber dann stellte ich fest, dass der Geschädigte früher mal ein großes Unternehmen hatte. Und die Manager kennen sich ja dann doch.

Horex-Stammtisch in Weiterstadt

Horex-Treffen in Weiterstadt, im Hintergrund das Rathaus.

Horex-Treffen in Weiterstadt, im Hintergrund das Rathaus.

Die Motorradmarke Horex kannte ich nur aus den Werner-Comics, aber dass die Motorräder schon in den 60ern nicht mehr gebaut wurden, stellte ich erst vor einem Termin bei einem Horex-Stammtisch in Weiterstadt fest. Ok, in den 80ern hatten wir auch keinen Computer und damit kein Internet. ;-)

Das Schöne an den Maschinen aus den 50ern ist, dass die auch gefahren werden. Sie haben normale Nummernschilder und TÜV – auch weil eine H-Nummer nicht günstiger wäre – und können laut ihren Besitzern gut im normalen Verkehr und auf der Landstraße mithalten.

Echo online: Oldies mit Gebrauchskultur

_DSC6977 Horex Regina 800x Weiterlesen

SPD und Freie Wähler kooperieren in Weiterstadt

Die Sitzverteilung nach der Kommunalwahl 2016 in Weiterstadt. Bei der Wahl bekamen SPD 46,3 Prozent; CDU 24,6 Prozent; ALW 17,8 Prozent und die FWW 11,4 Prozent; Die Wahlbeteiligung lag bei 38,9 Prozent.

Die Sitzverteilung nach der Kommunalwahl 2016 in Weiterstadt. Bei der Wahl bekam die SPD 46,3 Prozent, die CDU 24,6 Prozent, die ALW 17,8 Prozent und die FWW 11,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 38,9 Prozent.


„Wir hatten sehr gute Gespräche“, sagten die Vorsitzenden Manfred Berger (FWW) und Alexander Koch (SPD), die zusammen mit den Fraktionsvorsitzenden Benjamin Gürkan (SPD) und Kurt Weldert (FWW) die Kooperationsvereinbarung in der Alten Gräfenhäuser Schlossschule unterschrieben. Zuvor hatten die jeweiligen Parteimitglieder einstimmig für die Kooperation gestimmt.

SPD und FWW hatten bei der Kommunalwahl je einen Sitz dazugewonnen. Die Kooperation entspreche damit am ehesten dem Wählerwillen, sagten SPD-Ortsvereinsvorsitzender Alexander Koch und SPD-Fraktionsvorsitzender Benjamin Gürkan. DIe Freien Wähler und die SPD hatten auch mit ALW sowie der CDU gesprochen. Die FWW schloss dann allerdings ein Dreierbündnis gegen die Sozialdemokraten aus.

Und die SPD erinnerte sich an die Meinungsverschiedenheiten mit der ALW. Bei einer Fortsetzung der alten Kooperation hätte man den Ärger mit in die neue Wahlperiode genommen, vermutete Alexander Koch. Mit der Union zusammenarbeiten wäre für Benjamin Gürkan nur ein Weg gewesen, wenn nichts anderes gegangen wäre. „Die eigenen Mitglieder und Wähler hätten bei 46,3 Prozent für die SPD für eine große Koalition kein Verständnis gehabt“, sagte Koch. Das Ergebnis sei das Beste für die SPD in Weiterstadt seit 1989, erinnerte der Historiker.

Dass die FWW der SPD den Ersten Stadtrat und damit den Bürgermeisterstellvertreter überlässt, sei für sie nicht entscheidend gewesen, betonten Koch und Gürkan. „Bei der FWW hat die Stimmung gepasst.“ Ämter seien schön und wichtig, räumte FWW-Vorsitzender Manfred Berger ein, „aber man muss auch wissen, welche Ämter man bewerkstelligen kann“. Man müsse auch realistisch bleiben, fand Kurt Weldert, die SPD habe 17 Sitze, die FWW vier. Die SPD wird aber auch verzichten müssen, wies er darauf hin, dass die SPD Vorsitz im Haupt- und Finanzausschuss an die FWW abgeben werde.

Echo online: SPD und Freie Wähler ziehen an einem Strang

Nachtrag: Die ALW scheint das Kooperationsende gelassen zu sehen. Die SPD habe sich, so die ALW-Sicht, an „wesentliche Punkte“ des Kooperationsvertrages nicht gehalten. Die ALW erinnert an den von SPD, CDU und FWW auf 2018 verschobenen Bau des Bürgerhauses Braunshardt und die immer wieder aufgeschobene neue Skateranlage beim Hallenbad.