Filmfest Weiterstadt

Filmfest Weiterstadt ist abends ein Open Air im Braunshardter Tännchen.

Filmfest Weiterstadt ist abends ein Open Air im Braunshardter Tännchen.


Auch 15 Minuten lange Filme können ganze Geschichten erzählen. Ich muss zugeben, da habe ich das Genre Kurzfilm unterschätzt. Dabei kommen ganz viele Kurzfilme im TV – nur werden die Serienepisoden von “The Big Bang Theory”, “Two Broke Girls” oder “How I met your mother” so nicht genannt. :)

Kurzfilme sind auch nicht “l’art pour l’art”, was ich auch befürchtet hatte. Sie können lustig sein. Was das Weiterstädter Open Air-Filmfest (eigentlich jedes Jahr) zeigt. Nur war ich dort meistens zum arbeiten und dann habe ich keinen Blick für die Filme.

Wie beispielsweise für den von der Freundschaft zwischen einem Reh und einem Hasen im süßen Trickfilm „Rabbit and Deer“. Zunächst leben und lachen die Figuren in einer flachen Welt gezeichnet auf Papier, bis das Reh die dritte Dimension entdeckt und eine 3D-Animation wird. Aber wahre Freundschaft überwindet eben ganze Dimensionen.

Rabbit and Deer (Nyuszi és Őz) from Péter Vácz on Vimeo.

Auch gut kam das Porträt des Bombenentschärfers Herman Heimlich (gespielt von Gustav Peter Wöhler), der plötzliche keine Angst mehr kennt. Wöhler war für Regisseur Michael Binz die Idealbesetzung, so dass er neun Monate wartete bis Wöhler Zeit hatte, erzählte Piet Fuchs, einer der Darsteller, nach dem Film.
Der Film ist die Abschlussarbeit des Regisseurs an der Kölner Kunsthochschule für Medien. Binz schafft es in der Komödie die skurrilsten Phobien, die es tatsächlich gibt, lustig vorzustellen ohne belehrend zu wirken. Anke Engelke spielte eine Ärztin. „Sie ist Dozentin an der Kunsthochschule und wollte dann natürlich gleich mitspielen“, erklärte Piet Fuchs, wie es zu einer prominenten Darstellerin kam. Und einen – wenn auch zweifelhaften – kulinarischen Tipp gab es auch noch, Hermans Lieblingskantinengericht ist „Schnitzeltorte“ (und das ist genau das, wonach es klingt).

Am Samstag wurde auch die Super-8-Tradition gepflegt (Das Filmfest begann 1977 vor allem mit Super 8) und verschiedene Filmemacher buhlten mit echten Super-8-Filmen um den Weiterstädter Filmhirsch, den das Publikum vergibt. Da waren einige Werke teilweise dann doch sehr äh … ambitioniert, aber auch dokumentarisch wie der Film über den tatsächlichen Werwolfwanderweg bei Bedburg (zwischen Düsseldorf und Köln) oder lustig wie der Trailer zum fiktiven Trash-Film über den Superhelden „Super-Pelle“ (halb Mensch, halb Wurst) von Manuel Francescon und Michael Sommermeyer. Letzterer gewann auch den Filmhirsch.

SUPERPELLE from Michael Sommermeyer on Vimeo.

Schirme prägten den verregneten Freitagabend.

Schirme prägten den verregneten Freitagabend.

Leider hatte es auch heftig geregnet, am Freitag sah das so aus, was doch so einige – auch mich – schneller den Rückzug antreten ließ, denn Dauerregen macht auch unter kostenlosen Capes keinen Spaß.

Am Freitagabend regnete es auf dem Filmfest ziemlich heftig. Im Projektorstrahl sieht man den Regen.

Am Freitagabend regnete es auf dem FIlmfest ziemlich heftig. Im Projektorstrahl sieht man den Regen.

Echo Online:
Filmfest in Weiterstadt lockt wieder viele hundert Besucher ans Braunshardter Tännchen

Festival zeigt die Tücken des Experimentalfilms

Filmfest Weiterstadt: Alles bereit für die große Leinwand

Jazz im Foyer

Wilson de Oliveira im Foyer des Bürgerzetrums Weiterstadt.

Wilson de Oliveira im Foyer des Bürgerzentrums Weiterstadt.


Die „Frankfurt Jazz Connection“ spielte am Sonntag im Weiterstädter Bürgerzentrum. Wilson de Oliveira an der Klarinette, Thilo Wagner am E-Piano, Bassist Jean-Philippe Wadle und Drummer Thomas Cremer.

Echo online: Verbeugung vor Benny Goodman

Die „Frankfurt Jazz Connection“ wurde 2006 neu formiert. Ihre Musiker sind Profis und spielen noch in anderen Gruppen. Wilson de Oliveira leitet die „Frankfurter Jazz Big Band“ oder ist mit seiner „Wilson de Oliveira Combo“ unterwegs. Unter anderem war er bis 2005 Saxophonsolist in der HR-Big Band. Der 69 Jahre alte Bandleader stammt aus Uruguay, er ist Hochschuldozent und Komponist.
Thomas Cremer (Hessischer Jazzpreis 2012) aus Frankfurt spielt auch im „Frankfurt Jazz Trio“ und der „Frankfurt Jazz Bigband“. Er ist unter anderem auch Dozent bei den Landesjugendjazzorchestern Baden-Württemberg, Hessen und Saarland

Bei der „Frankfurt Jazz Bigband“ ist auch Pianist Thilo Wagner (aus Stuttgart) dabei. Er ist unter anderem festes Mitglied des „Emil Mangelsdorff Quartetts“ oder im „Bassface Swing Trio“. Wo er auch mit Mainzer Bassist Jean-Philippe Wadle zusammen spielt, der unter anderem beim „Trio Mayence“ dabei ist.

Erinnerung an den Ersten Weltkrieg

Eigentlich etwas unmögliches: “Die letzten Tage der Menschheit”. Das Karl-Krauss-Stück über den Ersten Weltkrieg hat 220 Szenen und würde 22 Stunden dauern. Aber es gibt Extrakte, einen gab am Freitag Schauspieler Ercih Schaffner im Marga-Meusel-Haus. Der Weiterstädter Arbeitskreis „Gegen das Vergessen“ erinnerte an den Krieg, der vor 100 Jahren noch voll im Gang war.

Echo online: Krieg als von Gott verhängte Strafe

in Weiterstadt.

(Das passende Bühnenbild stammt noch von der “Jack the Ripper”-Aufführung des T-Time Theaters.)

“Joe Blob and the Sixtyniners” covern rockig – aber dann doch anders

Das was ich da heute in meinem Artikel über das Konzert zur Weiterstädter Automobilausstellung versuche bei “Joe Blob” zu beschreiben, guckt man sich am besten im Video an. Die Band heißt mit vollem Namen “Joe Blob and the Sixtyniners”. Sie covert, aber anders und das richtig gut. Sie mixen Songs zusammen. “Daddy Cool” kommt zusammen mit Riffs von “Beds are burning” und noch was anderem (?):

Oder “Pokerface”: Das wird zusammen mit , “Dragostea din tei” in “Looking for Freedom reingeschoben und mit Rock und Reggae kraftvoll aber harmonisch in den Saal geblasen.

“Everybody” und “Sweet Dreams are made of this” passen übrigens auch auch gut zusammen.

Sonntagsöffnung am 22. März zur Weiterstädter Automobilausstellung ist zulässig

(PM VGH) Mit Beschluss vom 17. März 2015 hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) die Erlaubnis der Stadt Weiterstadt zur Sonntagsöffnung von Ladengeschäften anlässlich der Automobilausstellung am 22. März 2015 für rechtlich zulässig erklärt.

Die Einschränkungen durch das Verwaltungsgericht Darmstadt vom 5. März 2015 hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof damit abgeändert. Der Beschluss ist unanfechtbar, weil der VGH bei der Ländersache Ladenschluss die letzte Instanz ist.

Echo online: Alle Läden in Weiterstadt dürfen öffnen

Streit um Sonntagsöffnungen – Kostenlose Kommunikationsberatung

CDU und Linke sind sich einig. Ja, und das in Hessen. Jedenfalls beim hessischen Ladenöffnungsgesetz; sie wollen es nicht ändern. Das ist ein Ergebnis meiner kleinen Politikerbefragung für eine Zeitung.

Echo online: „Sonderereignis ersatzlos streichen“ – Sonntagsöffnung – FDP will Gesetzesänderung, Abgeordnete anderer Fraktionen lehnen dies ab

Aber worum es mir eigentlich geht: Kostenlose Kommunikationsberatung für das hessisches Ministerium, mit dem ich wegen des Ladenöffnungsgesetzes schon im Januar gemailt hatte. Denn der aktuelle Echo-Artikel in dem auch die Oppositionsparteien vorkommen, wäre wahrscheinlich nicht von mir geschrieben worden, wenn man mir im Januar nur diese Frage beantwortet hätte:

Seit einigen Jahren gibt es regelmäßig ein juristisches Tauziehen um Sonntagsöffnungen in Weiterstadt – mit Eilentscheidungen der Verwaltungsgerichte und durch alle Instanzen. Plant die Landesregierung geänderte Regelungen für verkaufsoffene Sonntage, die eindeutiger sein könnten?

Darauf kam keine Antwort. Stattdessen wurde mir das Gesetz in eigenen Worten erklärt. Es war auch kein Missverständnis, ich hatte nochmal nachgefragt und keine Antwort bekommen.

Damit konnte ich nur keinen Artikel schreiben. Da ich als freier Journalist ja nach abgelieferter Menge bezahlt werde, musste ich mir die Antworten nun eben woanders suchen. Dass meine die Frage ja auch nicht so blöde war, zeigte mir unter anderem die IHK-Forderung den Veranstaltungsbezug abzuschaffen. Und – wie ich auf der Suche nach Antworten dann feststellte – dass es einen FDP-Vorschlag dazu gibt.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Heike Hofmann hat sogar mit einen Vermittlungsversuch am laufen, wie sie mir in ihrer Antwort maile:

Ich setze mich dafür ein, dass sich die Beteiligten sich an einen Tisch setzen und gemeinsam erörtern, wie eine gemeinsame Lösung aussehen kann. Da solche Gespräche auf der örtlichen Ebene in der Vergangenheit leider nicht zu einem einvernehmlichen Ergebnis geführt haben, habe ich unseren Landes- und Fraktionsvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel gebeten mit den Landesspitzen von DGB, Verdi und Kirchen Kontakt aufzunehmen. Das Ergebnis dieser Gespräche steht noch aus.

Hintergrund zur Sonntagsöffnung:
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Heiße Eisen im Lokalteil: Feuerwehrschließung

FeuerEcho online: Die Freiwillige Feuerwehr Braunshardt löst sich auf

Im August 2014 hatte ich bei einem Termin das marode Gerätehaus der Braunshardter Feuerwehr gesehen und mich gefragt, warum da nichts passiert. Ich recherchierte und stellte fest, dass das Schema “gute Feuerwehr – böse Stadt” nicht funktioniert. Vielleicht hatte das vor einigen Jahren in Darmstadt noch gegolten, aber in Weiterstadt war die Lage anders.

Ich entschied mich, nicht weiter zu recherchieren. 1. Die Chance, dass ich am Ende – obwohl nur der Bote – an irgendwas “schuld” bin, schien mir einfach zu groß. Ja, denn das ist nämlich das, was den Lokalteil von der Weltpolitik unterscheidet: Man trifft sich immer wieder. Da alle mehrere Hüte aufhaben, gibt es regelmnäßig Überschneidungen. Und nachdem ich vor einigen Jahren mal zwischen die Fronten zweier Sportvereine geraten war, und ein Abteilungsmitglied sich das ganze nur mit einer Verschwörung erklären konnte, lasse ich von sowas die Finger. Denn bei der Verschwörung war ich natürlich voll mit dabei, und hatte auch noch den Ex-OB Dinge gesteckt. Ich. Dem Ex-OB. Ich gehe mal kurz raus zum Lachen, hier geht es wieder weiter. Weiterlesen

Was übrig blieb: Patienten-, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht

Genaugenommen sind Patienten-, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht keine Themen für eine Seniorenversammlung. Denn jeder kann plötzlich eingeschränkt sein und braucht Vertrauenspersonen, die für ihn handeln können.

Aber in Weiterstadt ist so ein Fachvortrag auch ein Lockmittel, da die Versammlung, auf der der gewählte Seniorenbeirat über seine Aktivitäten berichtet, so sicherer ein paar Teilnehmer bekommt. ;-)

Echo online*: Rückblick und Ausblick auf die ehrenamtliche Arbeit des Seniorenbeirats und des Seniorenbüros „freiwillig aktiv“

Für den Artikel war dann aber mein Blick in den Weiterstädter Haushalt zur Seniorenarbeit interessanter. Und so bleibt hier was zur Zweitverwertung: Weiterlesen

Vereinsmeierei

“Verein” das sei so typisch deutsch, hört man manchmal. Mag sein, aber vielleicht ist eher die ganze Absichererei und das Zuweisen von Verantwortlichkeiten eher typisch deutsch. Denn ein Verein ist nach meiner Beobachtung oft auch nur die Reaktion aufs System.

Da wollte eine Inititive in Braunshardt eine Nachbarschaftshilfe für den Weiterstädter Stadtteil organisieren. Und irgendwann stellte sie fest, dass bei einer Nachbarschaftshilfe ganz schnell Versicherungsfragen auftauchen können. Und um eine Versicherung abschließen zu können, muss man im “Paritätischen” Mitglied sein, und um da rein zu kommen, muss man gemeinnütziger Verein sein – also ein e.V.

Und schon wurde aus der Inititive ein Verein und am 2. März startet nun die Nachbarschaftshilfe.

Echo online*: Anwohner unterstützen sich gegenseitig

Ein anderer Vorteil eines gemeinnützigen Vereins: Man kann Quittungen ausstellen, die die Spender steuerlich geltend machen können. Und teilweise spenden einige Einrichtungen nur an gemeinnützige Vereine.


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Eine Stunde Weiterstädter Stadtparlament in Artikeln

Eine Stunde Weiterstädter Stadtparlament sieht in Artikeln etwa so aus: „Wir werden die Notbremse ziehen müssen“, Ernst-Ludwig Becker will Mandat niederlegen, Weiterstadt will Trasse an der A 67 und noch ein vierter Artikel mit Kleinklein und den Kosten eines Neubaugebiets.

Und da kommt auch bei vier Artikeln bestimmt was zu kurz, oder es werden Akteure meinen, zu kurz gekommen zu sein. Und je nachdem was fehlt oder was betont wird, kann man mir fröhlich Einseitigkeit oder Parteilichkeit vorwerfen. Oder am besten Verschwörung oder “Lügenpresse”.

Wobei das alles ok und prima ist, denn dann hat keiner gemerkt, dass ich einfach zu doof war einen Sachverhalt zu kapieren. Und gerade Verschwörer müssen ja schon von Haus aus die Intelligenzbestien und Masterminds sein, sonst würden die da ja nie hinbekommen, die Menschen und Sachverhalte so zu manipulieren, das alles scheinbar zusammenpasst.

Nur warum arbeiten die dann für Provinzblätter und nicht in den Dax-Vorständen oder anderen lukrativen Jobs? Sind vielleicht doch nicht so schlau? ;-)