Gefährliche Tage ganz ohne Horoskop

Vergesst die Horoskope und magische Momente in der Vorschau der Frauenzeitschrift. Es gibt Statistiken für gefährliche Tage, unter anderem Neujahr, Vatertag (Unfälle) oder Heilig Abend (Herzinfarkt) … Die Süddeutsche hat das auf einer Klickstrecke zusammengefasst: Kalender des Grauens.

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Wahlversprechen gehalten

Manchmal lohnt sich ja ein Blick ins Archiv. „Wir machen regelmäßig Bürgerversammlungen“, versprach der Stadtrat, „jedes halbe Jahr rotierend in den Stadtteilen.“

Das war der Sozialdezernent Jochen Partsch im Wahlkampf 2011. Nun, wenn ich mich nicht ganz verzählt habe, waren es in Darmstadt seit 2011 neun Bürgerversammlungen. Also: Wahlversprechen gehalten.

Ein Artikel vom Februar 2011 über den Grünen-Neujahrsempfang 2011. "Festredner" war der Tübinger OB Boris Palmer.

Ein Artikel vom Februar 2011 über den Grünen-Neujahrsempfang 2011. „Festredner“ war der Tübinger OB Boris Palmer.


Von wegen, ich würde die grün-schwarze Stadtregierung nur kritisieren.

Wird der Teilchenbeschleuniger FAIR die Darmstädter Elbphilhamonie?

Der Teilchenbeschleuniger FAIR, der zur Zeit bei der Darmstädter GSI gebaut wird, soll 260 Millionen Euro teurer als geplant werden. „Ein Plus von knapp 50 Prozent“, meldet die Wirtschaftswoche. Und ob der Bau bis 2018 fertig wird, sei auch unsicher. Die WiWo bezieht sich auf einen Bericht des Bundesrechnungshofes.

Bei FAIR geht es um Grundlagenforschung, aber dass die auch was bringt zeigt die Partikeltherapie, die vor einigen Jahren an der GSI entwickelt wurde.

Quelle: Kostenexplosion beim Projekt „Fair“: Das Darmstädter Bau-Desaster

Wie Arbeitgeber so ticken

Vielleicht sollte man manchmal die Stellenanzeigen von Firmen lesen, um zu erfahren, wie die eigentlich ticken: Da sucht eine Politik-Redaktion einen Redakteur. Unter anderem sollen der oder die die folgenden Sachen können:

– komplexe Themen überraschend zuspitzen
– Texte so redigieren, dass sie Menschen zum Handeln motivieren

Man verändere mit seiner Arbeit Politik und Gesellschaft und trage zu mehr sozialer Gerechtigkeit, ökologischer Nachhaltigkeit, Toleranz und Gleichberechtigung bei, geht der Text in der Stellenanzeige weiter.

Und:

Sie arbeiten in einer NGO, die unabhängig von Machtpolitik und Wirtschaftsinteressen agiert (…)

Sorry, nein. Das nun gerade nicht, Weiterlesen

Aha, Personaler würdigen die Gesamtperson :-D

Da lache ich ja, bei dieser Aussage eines Personalers zu anonymisierten Bewerbungen.

FAZ: Anonyme Bewerbungen – „Gesamtwürdigung der Person unmöglich“ – „Welches Gefühl hinterlässt eine Absage bei Bewerbern mit anonymisierten Bewerbungen? Das Gefühl, nicht als Gesamtperson gewürdigt worden zu sein.“

Ja, das ist die Faz und nicht der Postillon.

Der Personaler soll doch mal nicht so tun, als ob es heutzutage aussagekräftige Absagen gäbe, mit denen der Bewerber mehr anfangen kann als „Nein, Du nicht“. Das hat unsere Politik spätestens mit dem AGG beendet.

Ich hatte mich noch nie anonym beworben, bei einigen Bewerbungen kannte ich sogar die andere Seite schon vorher und die mich auch.

Und trotzdem weiß ich in keinen der Fälle, warum ich nicht genommen wurde (Ok, weswegen sie auch nichts durchblicken lassen.

Natürlich kann ich versuchen es zu interpretieren, wenn mein Name konsequent falsch geschrieben wird oder selbst ein DAX-Unternehmen (wo man sich in eine Bewerberdatenbank einträgt) keine Absage schickt. Trotz totaler Transparenz meinerseits fühlte ich mich „nicht als Gesamtperson gewürdigt worden zu sein“.

Aber ich glaube auch nicht, dass anonymisierte Bewerbungen was bringen.

5. Januar 1914 – Krise wegen eines Darmstädters in der Türkei

Im Neujahrsrückblick auf 1913 hatte das Deutsche Reich die Entsendung einer deutschen Militärmission nach Konstantinopel als prima Sache gesehen. Russland irgendwie nicht. Klar, denn die spechteten ja schon die ganze Zeit nach den türkisch kontrollierten Meerengen am Schwarzen Meer. Und ein schwaches Osmanisches Reich war da natürlich besser. Und jetzt kamen die Deutschen – auf der Suche nach Partnern.

Russland war nicht nur aus militärischen Gründen auf den Schwarzmeerausgang scharf, im Durchschnitt liefen zwischen 1903 und 1912 37 Prozent der russischen Exporte über Bosporus und Dardanellen, es war also auch eine Handelsstraße, die sie nicht unter Kontrolle hatten.

Der russische Botschafter in Paris, Alexander Iswolski, telegrafiert am 5.1.1914 seinem Zaren Nikolaus II., dass Frankreich bei der Lösung der Krise loyal zu Russland stehe. Und der russische Außenminister Sergei Sasonow plädiert in einer Denkschrift dafür, den Einfluss der Deutschen im Osmanischen Reich mit allen Mitteln zurückzudrängen. Mit allen Mitteln bedeutet hier auch Krieg.

Die Militärmission war am 28. Oktober 1913 vertraglich geregelt worden und am 9. Dezember vom Kaiser in einer Geheimaudienz verabschiedet worden. Als Ziele hatte Wilhelm II. Einfluss auf die türkische Armee und die Stärkung des militärischen Gleichgewichts gegenüber Russland genannt. 1912 war der englische Admiral Limpus mit der Reorganisation der osmanischen Marine beauftragt worden.

Die Liman-von-Sanders-Krise ist nach dem Chef der deutschen Militärmission, Otto Liman von Sanders, benannt. Er war am 14.Dezember 1913 nach Konstantinopel gekommen, um das osmanische Militär neu zu organisieren und übernahm wie vereinbart das Kommando über das türkische 1. Armeekorps um daraus ein Musterkorps zu formen.

Auf internationaler Ebene kommt es zu Beratungen und Mitte Januar wird es eines Konferenz geben.

Und mit ihm kommt der Darmstadtbezug: Weiterlesen

Ein Terrorbefürworter wird auf dem Darmstädter Hauptbahnhof zitiert

Der Büchner zugeschriebene Satz auf dem Darmstädter Hauptbahnhof lautet im französischen original "C'est ici sans doute qu'il nous faut quelque courage et quelque grandeur d'âme" und stammt von Robespierre.

Der Büchner zugeschriebene Satz auf dem Darmstädter Hauptbahnhof lautet im französischen original „C’est ici sans doute qu’il nous faut quelque courage et quelque grandeur d’âme“ und stammt von Robespierre.


Wie es der Zufall will, stelle ich heute – exakt an Georg Büchners 200. Geburtstag – fest, dass der Satz, der zur Zeit auf dem Darmstädter Hauptbahnhof steht, gar kein Büchnerzitat oder ein von ihm erdichteter Satz ist.

Der Satz „Wir alle haben etwas Mut und etwas Seelengröße nötig“ stammt im Original von Maximilien de Robespierre, dem Terror-Befürworter während der der Französischen Revolution. Büchner lässt Robespierre den Satz in seinem Stück „Dantons Tod“ sagen.

Robespierre hatte „C’est ici sans doute qu’il nous faut quelque courage et quelque grandeur d’âme“ im „Discours au sujet de l’arrestation de Danton et de ses complices“ gesagt. Glücklicherweise an einem 31. März vor 219 Jahren, sodass dieses Jubiläum nicht auch noch stattfindet.

Leider ist mein Französisch für weitere Zusammenhänge zu schlecht, laut dem Marburger Büchnerforscher Burghard Dedner forderte Robespierre den aufrechten Gang – zur Guillotine (und natürlich von den anderen):

Schwäbisches Tagblatt: Ein Gespräch mit dem Germanisten Burghard Dedner – Es gibt ein schönes Beispiel, wie das bis heute missverstanden wird. Am Darmstädter Bahnhof steht derzeit: "Wir alle haben etwas Mut und etwas Seelengröße nötig." Das steht in "Danton", ist aber Originalton Robespierre, der fordert, man solle aufrechten Ganges zur Guillotine schreiten.

Und in der Frankfurter Rundschau macht Dedner dezent Werbung für die historisch-kritische Georg-Büchner-Ausgabe „Sämtliche Werke und Schriften“ die er mitherausgibt:

FR: „Büchners Handschrift ist kaum zu lesen“ – Wenn am Bahnhof einer großen deutschen Stadt ein Banner aufgehängt wird, auf dem steht: „Wir alle haben etwas Mut und etwas Seelengröße nötig“, dann hätte man bei uns bequem nachlesen können, dass der Satz nicht von Büchner, sondern von Robespierre stammt.

:)

„Ein Kalender, der plötzlich aufhört und dessen Ende ganz offensichtlich eine Ankunft ankündigt“

Der Astronom Florian Freistetter hat einen sogeannten „Adventskalender“ entdeckt und macht sich so seine Gedanken:

Astrodictum simplex : Die Apokalypse kommt im Advent!: – Der Kalender bot wirklich ein beunruhigendes Bild. Neben den 24 Zahlen war dort ein gemütliches Kinderzimmer abgebildet, das aber von seltsamen, geflügelten Wesen heimgesucht wurde! Soll hier vor einer Gefahr für unsere Kinder gewarnt werden? Bei genauerer Betrachtung zeigte sich, dass jede Kalenderzahl auf einer kleinen Tür gedruckt war, hinter der sich ein Hohlraum befand! In diesen Hohlräumen fand ich seltsame Symbole, deren Bedeutung mir nicht vollkommen klar ist.

;-)