Heckenbrand in der Neujahrsnacht in Arheilgen

Eine Hecke brannte am Neujahrmorgen an der Ecke Wechsler- und Jungfernstraße.

Beim Feuerwerkgucken im Arheilger Blütenviertel wurde es am Neujahrsmorgen an einer Stelle etwas zu feurig. Gegen 0.20 Uhr sah ich eine Hecke in der Arheilger Wechslerstraße brennen. Ein Feuerwerkskörper hatte die über zwei Meter hohe Hecke angesteckt. „Das brannte erst unten“, schilderte mir ein Nachbar. „Ich versuchte als erstes das Feuer auszutreten“, sagte er, aber das habe nicht geklappt. „Und als ich mit einem Eimer Wasser da war, brannte die Hecke schon.“ Weitere Nachbarn schlossen einen Gartenschlauch an, holten Feuerlöscher und schafften Wasser in Gieskannen und Eimern herbei, während das Feuer einen V-förmigen Bereich in der Hecke ausbrannte. Immer wieder loderten Flammen in der Hecke auf, die gleich mit dem Wasserschlauch angegangen wurden.

Nachbarn löschen den Heckenbrand mit Wasserschlauch und schafften Wasser mit Gießkannen und Eimern heran.


Letztendlich musste die alarmierte Berufsfeuerwehr nur noch verbliebene Brandnester mit reichlich Wasser löschen. Mit einer Wärmekamera wurden dann noch versteckte Hitzequellen in der Hecke aufgespürt und gelöscht.

Die Feuerwehr löschte – bei wesentlich besserer Beleuchtung – noch Glutnester in der Hecke.

Die Feuerwehrleute vermuteten, dass die Harze in der Korniferenhecke dazu beitrugen, dass sie trotz der feuchten Witterung der vergangenen Tage brannte. Die Bewohner des Hauses an der Ecke Jungsfern- und Wechslerstraße waren in der Silvesternacht nicht zuhause. Das Gebäude hatte aber einen ausreichend großen Abstand zur Hecke und schien nicht beschädigt worden zu sein.

Feuerwehr Darmstadt: Jahreswechsel 2017/2018

Abgebrannte Hecke mit Glut.

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Spaß in der Chemie

Flammenfärbung mal in der Fläche. „Grün ist eine Borverbindung, rot kommt vom Lithium und orange vom Methanol“, erläuterte Dr. Stefan Immel.


Krachen, Blitzen, Leuchten, witzige Kurzfilme und viel Qualm. Mittwoch war die Weihnachtsvorlesung am TU-Fachbereich Chemie.
Echo online: Flammenballett auf dem Labortisch

Wie immer endete die Weihnachtsvorlesung mit einem verrauchten Hörsaal nach den letzten Explosionen mit Puderzucker.

Chance in der Chemie

Das Weiterstädter Evonik-Werk von oben mit Blickrichtung Nordosten. (Foto: Evonik)

Das Spezialchemie- und Hochleistungsmaterialienunternehmen Evonik kümmert sich auch um Schülerinnen und Schüler, die aus verschiedenen Gründen keinen Ausbildungsplatz bekommen. „Start in den Beruf“ heißt das Programm, das es in ähnlicher Form auch bei anderen Unternehmen der Branche gibt.

Das sieben Monate laufende Programm ist eine Berufsvorbereitungsmaßnahme, die junge Menschen, die mindestens eine Hauptschulabschluss haben müssen, ausbildungsreif machen soll.

Als ich vor einigen Jahren davon hörte, hatte ich mich ja gefragt, ob den Teilnehmern überhaupt klar ist, welche Chance sich da für sie auftut? Denn in der Chemiebranche ist die Wertschöpfung ja recht hoch und nun kommt man da trotz nicht ganz so guter Noten und früherer Schwierigkeiten bei der Ausbildungssuche dort rein.

Vergangene Woche hatte ich nun in Weiterstadt mit einem jungen Verfahrenstechniker bei Evonik sprechen können. Und da zeigt sich, dass viele die Chance doch nicht nutzen können. In den vergangenen sechs Jahren waren insgesamt 91 junge Menschen im Evonik-Programm (am Stadtort Darmstadt-Weiterstadt) und 58 Prozent wurden übernommen, 15 von Evonik, 38 von anderen Unternehmen. Die Quoten in den einzelnen Jahre schwanken zudem stark. 2014 waren es 17 Teilnehmer, nur je zwei wurden von Evonik und anderen Betrieben übernommen. Und 2016 wurden elf von 13 übernommen (Evonik und andere Firmen). Trotz dieser Quoten läuft das Programm seit über zehn Jahren und wird fortgesetzt.

Echo online: Wendepunkt Ausbildung

Wieder kein „Darmstädter Tagblatt“ mehr

Die Wochenzeitung „Darmstädter Tagblatt“ wird nach etwas mehr als vier Jahren eingestellt. 2013 war es vor der Bundestagswahl herausgekommen. In der ganzen Zeit hatte das über Anzeigen finanzierte Blatt aber auch nie so richtig mehr als sechs Seiten bekommen. Das aber schaffen andere über Anzeigen finanzierte Blätter wie zum Beispiel die seit 2004 erscheinende „Neue Rottweiler Zeitung„, die Printausgabe hat aktuell 20 Seiten.

Darmstädter Tagblatt: Das traditionsreiche Darmstädter Tagblatt erscheinen nächste Woche zum letzten Mal

Gedenken und Gedanken zum Straßenverkehr

Ein „Ghost Bike“ erinnert an den am 23. November 2017 tödlich verunglücken Radfahrer.

Seit Freitagabend (24.) steht an der Kreuzung Bismarck- und Grafenstraße ein weißes „Ghost Bike“. An dem Abend fand ein kleines Gedenken an den 68 Jahre alten pensionierten Lehrer und Theatermacher Hanno Hener statt, der am Donnerstag zur Mittagszeit von einem LKW erfasst wurde und noch an der Unfallstelle starb.

Echo online: „Die Kreuzung funktioniert nicht“

Echo online: Hanno Hener, Theatermann der Freien Szene Darmstadt, ist tot

Echo online: Nach tödlichem Unfall in Darmstädter Bismarckstraße: Schmale Schutzstreifen in der Kritik

Die Pressemitteilung der Polizei vom Donnerstag:

Polizeipräsidium Südhessen: Radfahrer bei Unfall tödlich verletzt – Bei einem schweren Verkehrsunfall am Donnerstagmittag (23.11.) wurde ein 68 Jahre alter Fahrradfahrer so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Gegen 12.20 Uhr alarmierten mehrere Zeugen über Notruf die Polizei und den Rettungsdienst. Nach ersten Erkenntnissen befuhr ein Lastwagen die Bismarckstraße und wollte rechts in die Grafenstraße einbiegen. Hierbei erfasste der 48-jährige Fahrer den Radfahrer.

Zur Klärung der genauen Unfallursache wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt ein Sachverständiger hinzugezogen. Aufgrund der Unfallaufnahme und den Bergungsarbeiten war die Bismarckstraße zwischen Kasino- und Grafenstraße bis gegen 15.00 Uhr voll gesperrt. Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 06151/969-3610 beim 1. Polizeirevier zu melden.

Unsichere Standardpasswörter und unsere Ministerin


Eigentlich geht es in dem Zeit-Artikel „Der Rathaus-Hack“ um unsichere Online-Parlamentsinformationssysteme, zu denen auch das in Darmstadt benutzte gehört. Nebenbei legt er aber auch nahe, dass es die Darmstädter SPD-Vorsitzende Brigitte Zypries nicht so ganz geschafft hat, ihre Ämter in der Bundesregierung und ihr Stadtverordnetenmandat unter einen Hut zu bringen.

zeit.de: Der Rathaus-Hack – Als Stadtverordnete besitzt sie einen Zugang zum Darmstädter Parlamentssystem. Um sich dort einloggen zu können, hat sie vor langer Zeit ein sechsstelliges Standardpasswort erhalten. Offenbar hat Zypries ihren Account nie genutzt. Jedenfalls wurde das Passwort nicht geändert.

Wirtschaftsministerin Zypries äußerte sich dazu nicht. Immerhin aber reagierte der Hersteller des Programms (…)

„Zwanzig Prozent weniger für Vereine“

Das klingt nicht gut, was Darmstädter Vereine aus der Kämmerei so mitgeteilt bekommen: „Zwanzig Prozent weniger für Vereine“, heißt es da. Die Opposition teilt kräftig aus und weiß schon wer schuld ist. „Der Kämmerer hat in einer nie dagewesenen Art und Weise die Planungssicherheit für Vereine gefährdet“, sagt der Oppositionsführer. „Der Kämmerer hat seine Hausaufgaben nicht gemacht“, finden andere Oppositionspolitiker.

Tja, liebe Leser, das war Darmstadt im Jahre 2010, der Kämmerer war der SPD-Politiker Wolfgang Glenz, der Oppositionsführer hieß Rafael Reißer (CDU) und die andere Oppositionspartei waren die Grünen. 2011 war dann Kommunalwahl, bei der die SPD nur noch als drittstärkste Fraktion rauskam.

Aber im Jahr 2017 wiederholt sich die Überschrift: „Vereine müssen auf 20 Prozent der städtischen Zuschüsse verzichten“. Nur ist diesmal der Kämmerer André Schellenberg (CDU) und die Grünen sind die stärkste Fraktion im Stadtparlament und regieren mit der CDU zusammen.

Echo online: „Vereine müssen auf 20 Prozent der städtischen Zuschüsse verzichten

Dennoch ist die Lage 2017/2018 nicht die Lage 2010. 2010 lagen die Steuereinnahmen der Stadt bei rund 390 Millionen Euro und die Ausgaben bei 445 Millionen Euro. Für 2017 erwartet die Stadt Steuereinnahmen in Höhe von 627 Millionen Euro. Damit hat der CDU-Kämmerer 237 Millionen Euro mehr zur Verfügung als sein SPD-Kollege vor sieben Jahren. Aber trotzdem reicht das nicht, denn in Darmstadt wurden unter Grün-Schwarz bei steigenden Erträgen auch die Aufwendungen hochgefahren.

Das bedeutet, 2018 müssen für diese Bereiche rund 122 Millionen Euro mehr aufgewendet werden als 2010. Da aber der Haushalt aus 2010 (445 Mio. Euro Ausgaben) plus die 122 Mio. Euro jetzt nur auf 567 Mio. Euro kommt, fehlen Ausgaben.

Die Zahlen zu den Kostensteigerungen habe ich aus einem PDF aus der Kämmerei, das ich beim Googlen gefunden habe. Woher die restliche Differenz kommt, steht da nicht. Und es sind noch die Zahlen aus der ersten Haushaltslesung in denen noch keine Ergebnisse aus den Haushaltsklausuren eingearbeitet sind. Aber es gibt wenigstens mal Eckdaten: 626,5 Millionen Euro an Erträgen. An Aufwendungen standen 666,7 Millionen Euro drin, aber die wollen Grüne, CDU und Uffbasse ja reduzieren.

Echo online: Grün-Schwarz und Uffbasse reduzieren Defizit auf 2,6 Millionen Euro

Eine Grafik aus einem PDF (1,5 MB) der Kämmerei, Stand September 2017 vor den Haushaltsklausuren.

Bürgerbeteiligung und der Willy-Brandt-Platz

Eine Symbolgrafik, aber passend zum Text die erste Seite der Magistratsvorlage 2017/0340 (ein Teil des Kopfes habe ich entfernt).

Seit einiger Zeit wird in Darmstadt die Bismarckstraße saniert und umgebaut. Im Zuge dieser Arbeiten, zu denen auch notwendige Kanalsanierungen gehören, sollen auch der Willy-Brand-Platz, das Umfeld und die Frankfurter Straße saniert und umgeplant werden.

Eine Bürgerinitiative – die IG Bauabschnitt 3 (IG) – ist mit einigen Planungen nicht einverstanden und würde sich gerne einbringen. Aber die Stadtregierung will das nicht. Unter anderem weil die Planung sehr komplex und weil das alles schon 2004 beschlossen worden sei.

Magistratsvorlage 2017/0340: (…) Eine Durchführung von Bürgerbeteiligung auf der Stufe der Mitgestaltung, d.h. der Erarbeitung einer gemeinsamen Planung, ist im Projektstand nicht mehr möglich. (…) Die grundlegenden Planungsentscheidungen zum Bereich rund um den Willy-Brandt-Platz wurden nach einer langen Variantenuntersuchung bereits im Jahr 2004 getroffen (Magistratsbeschluss Nr. 0791). (…) Das Projekt ist im Planungsprozess schon weit vorangeschritten und steht kurz vor der Fertigstellung der Entwurfsplanung und dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens. (…) Die Abwägung der technischen Gleis- und Straßenplanung mit der Stadtgestaltung, der Grünplanung, der Kanalplanung, der Fahrleitungsplanung und den Versorgungsträgern ist sehr komplex und macht Kompromisse aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer notwendig. (…)

Das mit 2004 erinnert mich etwas zu sehr an „Stuttgart 21“. Da wurde auch gesagt, dass alles in den 90er Jahren schon beschlossen worden sei und es damit jetzt zu spät für Bürgerbeteiligung ist.

Tja, und damit fallen der Stadtregierung ihre eigenen Wahlkampfversprechen von 2011 auf die Füße. Denn damals war Bürgerbeteiligung – gerade vor dem Hintergrund der „Stuttgart 21“-Proteste – ein großes Thema im Kommunalwahlkampf.

Inzwischen wurden auch Richtlinien zur Bürgerbeteiligung aufgestellt. Die aber nicht unbedingt dazu führen, dass es Bürgerbeteiligung gibt, wenn Bürger sich eine wünschen. Denn die Wünsche der IG lehnte der Magistrat ab, es gab nur im Parlament eine Korrektur.

So bleibt bei mir der Eindruck, dass es nur dann Bürgerbeteiligung gibt, wenn sie der Stadtregierung in den Kram passt. Ich hätte bei den Beteiligungsrichtlinien mir ja eine Regelung gewünscht, dass es ab einem bestimmten Kostenvolumen (eine Million Euro?) automatisch eine Bürgerbeteiligung gibt. Damit sind größere Projekte automatisch mit drin und man hat nicht den Eindruck es wird nach Gutsherrenart was „gewährt“.

Und noch ein Tja: Da sieht man, warum es früher nie so richtig Bürgerbeteiligung gab. Denn kaum war die Planung fertig, kam jemand und meckerte. Und wenn der abgearbeitet war, kam die nächste BI, die den Anfang verpasst hatte undsoweiterundsofort.

Echo online:
Willy-Brandt-Platz sorgt für Wirbel

Anwohner warnen vor heiklen Punkten am Herrngarten in Darmstadt

Diskussion um Neugestaltung des Darmstädter Willy-Brandt-Platzes

Weniger Fleisch und Pommes im Vivarium

Da gibt sich unsere Stadtregierung so eine Mühe damit Wissenschaftsstadt zu sein, den Wettbewerb Digitalstadt zu gewinnen und Welterbe zu werden.

Und am Ende bleibt bei allen anderen in Deutschland nur hängen, dass das Darmstadt die Stadt ist, in deren Zoo es keine Pommes frites geben darf. 😜

Echo online: Stadt Darmstadt kündigt Pächter des Cafés Eulenpick

Und warum Kinder Pommes frites mögen, erklärt Lebenmittelchemiker Udo Pollmer:

Nachtrag:
hr-online: Streit um Speisekarte
FR: Fooddesignerin mischt Vivarium-Café auf

Nachtrag II:
Der EAD sucht mit einer Ausschreibung einen neuen Pächter: Verpachtung des „Café Eulenpick“ am/im Zoo Vivarium. Allerdings steht da nichts von weniger Fleisch und Frittiertem oder über die Darmstädter Richtlinien wie der Speiseplan zusammengesetzt sein soll.