Hessenderby: Gerichts- und Anwaltskosten für die Stadt

Das Verwaltungsgericht hat in der Sache „Aufenthaltsverbot für Eintracht Frankfurt-Fans“ die Eilanträge der Frankfurter durchgezählt: Insgesamt seien 303 Eilanträge gegen die Allgemeinverfügung der Stadt Darmstadt zum Aufenthaltsverbot für Eintracht Frankfurt-Fans gestellt worden, so der Gerichtssprecher Jürgen Gasper.

Acht Antragsteller stellten ihre Eilanträge doppelt. In zwölf Fällen erging eine gerichtliche Sachentscheidung. Die übrigen Anträge hatten sich mit Aufhebung der Allgemeinverfügung am vergangenen Samstagvormittag in der Hauptsache erledigt. Insgesamt dürften die von der Stadt Darmstadt zu tragenden Gerichts- und Anwaltskosten etwas weniger als 165.000 Euro betragen, so der Pressesprecher.

Brigitte Zypries in der Elo

Die Eleonorenschule in der Julius-Reiber-Straße 1.

Die Eleonorenschule in der Julius-Reiber-Straße 1.


Die Theorie aus dem Unterricht wurde am Montag in der Eleonorenschule etwas praktischer. Schülerinnen und Schüler aus dem PoWi-Leistungskurs („Politik und Wirtschaft“) diskutierten mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Brigitte Zypries.

Echo online: Zerlegt sich die AfD selbst? Die AfD war das Thema der Schüler, eigentlich war ja Europawoche, aber der AfD-Parteitag vom Wochenende hatte die Schüler doch sehr beschäftigt.

3. Mai, Tag der Pressefreiheit: Journalismus oder PR

Weltkarte der Pressefreiheit 2016 von "Reporter ohne Grenzen".

Weltkarte der Pressefreiheit 2016 von „Reporter ohne Grenzen“.

Heute am Tag der Pressefreiheit könnte man doch mal alle Unternehmen auflisten, die mit Anzeigenstornierung gedroht haben, wenn ein bestimmter Artikel erscheint. Und dann noch die Firmen, Vereine und Personen, die den Artikel gerne vorher lesen wollen.

Ja, da fragen manchmal Firmen oder Vereine, ob sie den Artikel vorher nochmal lesen könnten? Teilweise auch mit der Anmerkung, es ginge ja nur um die Zitate. Tja. Erwartet das der Leser? Und wie soll das „nur die Zitate“ gehen? Ich schicke nur die Zitate? Also alles löschen, bis auf die Zitate? Geht, ist aber Fummelei. Und dann monniert man den fehlenden Kontext. Das ist wenig sinnvoll. Also den ganzen Text, geht auch schneller.

Und eigentlich ist mir das auch ziemlich egal, denn am Ende schreibe ich, was mir gesagt worden war. Nur was zeigt meine Erfahrung?

1. Es gibt doch inhaltliche Änderungen. Aus dem Wort „Feuer“ wird ein Einsatz und eine Zahl aus dem Vereinsbudget wird dann doch kleiner.

2. Es lesen zig Leute den Text, wenn er denn schonmal da ist. Auch beim Karnevalsverein.

3. Der Text wird länger/kürzer, weil jeder der „Lektoren“ noch etwas hat, das rein/raus muss.

4. Es dauert länger als zwei Stunden, bis der Text wieder bei mir ist. Was die Abläufe stört, denn es ist für eine Tageszeitung.

5. Es entsteht eine Anspruchshaltung aus dem Nichts, man glaubt, dass ich in allen Punkten entgegenkommend bin.

Die Punkte 1.-4. sind die Stationen eines PR-Artikels. Nur: Das ist nicht das was mein Kunde, die Zeitung, will (und auch nicht bezahlt). Und für PR müsste ich deutlich besser bezahlt werden – und zwar von denen, die den Artikel vorher lesen wollen. Was aber nicht geht, ich habe ja den anderen Auftraggeber.

Vielleicht sollte ich auf „können wir den Text vorher lesen“, darauf hinweisen, dass solche Anfragen, wenn sie nicht sofort zurückgezogen werden, hier im Blog vermerken werde. :-D

Natürlich ist das was ich beschreibe ein Luxusproblem, verglichen mit Ländern, in denen Journalisten vom Staat oder Interessengruppenn massiv bedroht und ermordet werden.

Zweite Nachspielzeit Hessenderby: SPD-Fraktion fordert parlamentarische Aufarbeitung

Nachtrag, 3. Mai. Das Darmstädter Verwaltungsgericht hat in Sachen Aufenthaltsverbot für Eintracht Frankfurt-Fans durchgezählt: 303 Eilanträge, acht doppelt, die Gerichts- und Anwaltskosten für die Stadt dürften etwas weniger als 165.000 Euro betragen.

Jetzt habe ich einmal angefangen zu dem Thema Fußball, nun hänge ich drin. Leider fehlt mir die Zeit, dass ordentlich zusammenzubinden (das Blog läuft ja nur nebenbei, bezahlt werde ich dafür nicht), also bleibt auch hier nur die Pressemitteilung, diesmal von der SPD-Fraktion:

(PM SPD-Fraktion Darmstadt) „Die Vorgänge um die Verbotsverfügung des Darmstädter Ordnungsdezernenten Raphael Reißer müssen parlamentarisch aufgearbeitet werden. Reißer hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt mit seinem Schlingerkurs bundesweit unmöglich gemacht. Er hat den Ruf der Wissenschaftsstadt Darmstadt beschädigt. Deshalb werden die Vorgänge ein parlamentarisches Nachspiel haben“, sagte heute der Fraktionssprecher der SPD-Stadtverordnetenfraktion Michael Siebel. Auch die Rolle des Oberbürgermeisterns müsse durchleuchtet werden. In einer so wichtigen Situation abzutauchen, ist nicht akzeptabel. Weiterlesen

Verlängerung Darmstadt-Frankfurt: Lebenslanges Stadionverbot im Waldstadion für Darmstädter Stadtregierung?

Nicht ganz ernst zu nehmen ist das was die Tagblattkollegen gerade melden:
Darmstädter Tagblatt: Lebenslanges Stadionverbot für Reißer und Co. in Frankfurt?

Ich weiß inzwischen auch gar nicht mehr, was an einem Stadionverbot so schlimm ist? Wie man gesehen hat, gewinnt die Eintracht auch ohne Fans im Stadion. Offenbar ist es effektiver, wenn die Fantribüne in der jeweiligen Innenstadt aufgebaut wird. ;-)

Nachspielzeit Darmstadt-Frankfurt: Uwiga fordert Rücktritt des Bürgermeisters und Ordnungsdezernenten Rafael Reißer (CDU)

(PM Uwiga) Darmstadt wirbt als weltoffene, tolerante, rassismusfreie Kultur- und Wissenschaftsstadt und will zudem demnächst ein Weltkulturerbe-Standort werden.

Angesichts der Vorgänge rund um das Hessenderby SV 98 vs. Frankfurter Eintracht kann nur ein Rücktritt des dafür Verantwortlichen das bundesweit beschädigte Bild der Stadt Darmstadt einigermaßen wiederherstellen.

Wir verurteilen zutiefst die von beiden „Fan“- Seiten verübte Gewalt und das Randalieren. Beizukommen ist dem aber nicht durch forsch-burschikose „Polit-Macher“ und deren unausgegorenen Einfällen.

Die Einrichtung einer Innenstadt-Sperrzone mit einer windig-wackeligen, rechtlich ärmlichen und einem eigentlich undurchführbaren „Handling“ war der erste graviernde Fehler.

Noch verzeih- oder verstehbar aus Sorge um die Bürger in der Innenstadt. Welcher Anteil Einflüsterungen von Seiten der Händler und Wirte dabei zuzuweisen ist, die berechtigte Sorge um Schaufenster und Mobiliar hatten, wissen wir nicht.

Der zweite Akt aber, die unhaltbar sophistisch begründete Missachtung eines Urteils Weiterlesen

SV Darmstadt 98 gegen Eintracht Frankfurt: 530 vorläufige Festnahmen

(PM Polizeipräsidium Südhessen) Nach dem Hessenderby zwischen SV Darmstadt 98 und Eintracht Frankfurt zog die Polizei am späten Samstagabend (30. April 2016) Bilanz:

Das Konzept der Polizei ging auf. Die umfangreichen Planungen im Vorfeld zu der brisanten Partie sowie der Einsatz von vielen Beamten haben sich bewährt. Es war der größte Einsatz im Rahmen eines Bundesligaspiels in Darmstadt.
Die eingesetzten Beamten konnten im Laufe des Tages nahezu alle Störergruppen, wie auch zahlreiche unter Alkoholeinfluss stehende Fans, unter Kontrolle halten. Unter diesen Personengruppen war auch eine große Anzahl von gewaltbereiten und gewaltsuchenden Fans beider Lager. Größere Ausschreitungen konnten in den meisten Fällen unterbunden oder bereits im Keim erstickt werden.
Im Laufe des gesamten Tages haben die Einsatzkräfte rund 530 Personen vorläufig festgenommen. Weiterlesen

Ach ja, das Bundespräsidentenamt

Den deutschen Bundespräsidenten direkt wählen geht ja nicht, gerne wird das damit begründet, dass das Amt in einem Wahlkampf beschädigt werden könnte. Daher wird das traditionell ganz würdevoll ausgedealt – bis alle möglichen Namen verschlissen sind und ein Kandidat gefunden ist, der die Ambitionen der Parteigranden einerseits nicht gefährdet und gleichzeitig bedient:

SpOn: Gauck-NachfolgeMerkel will Steinmeier nicht als Bundespräsidenten – Nach SPIEGEL-Informationen teilte sie SPD-Chef Sigmar Gabriel in einem vertraulichen Gespräch mit, sie könne in ihrer Partei knapp eineinhalb Jahre vor der nächsten Bundestagswahl keinen sozialdemokratischen Kandidaten durchsetzen.

Rückblick auf 2010, Ein Wahlkampf beschädigt das Präsidentenamt …

Rückblick auf 2004, SpOn: Kandidaten-Geschacher

Wicki Weißwas zum Ende des Mittelalters

Das Mittelalter endete am 30. April 1453.

Ok, so genau kann man das eigentlich nicht sagen, zumal man das damals ja nicht wusste oder so eingeteilt hatte. Aber an den Tag wurde Byzanz von den Osmanen erobert. Und damit war es mit letzten antiken Großmacht vorbei.

Man könnte das Mittelalter natürlich auch mit um 1450 herum mit Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern oder Columbus‘ Entdeckung Amerikas 1492 enden lassen. Aber es ist irgendwie in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, und das kann man sich ja gut merken.

Stadt Darmstadt bleibt trotz Verwaltungsgericht beim Innenstadt-Verbots für Eintracht-Fans

Update, 30. April 2016, Echo online: Stadt Darmstadt hebt Sperrzone für Eintracht-Fans auf

(PM Stadt Darmstadt, 29. April 2016) Nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts Darmstadt zur Allgemeinverfügung der Wissenschaftsstadt Darmstadt bezüglich des Innenstadt-Verbots für Fans des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt hat der Bürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Rafael Reißer, entschieden, an der Allgemeinverfügung festzuhalten. Eine Beschwerde der Wissenschaftsstadt beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel schließt Reißer aus.

Bürgermeister Reißer: „Die verwaltungsgerichtlichen Entscheidungen basieren auf einer lediglich vorläufigen, summarischen Prüfung der Sach- und Rechtslage sowie einer Abwägung des öffentlichen Vollzugsinteresses mit dem geltend gemachten Individualrechtsschutzinteresse. Ich kann die vom Verwaltungsgericht Darmstadt vorgenommenen Prüfungen und Abwägungen nur bedingt nachvollziehen. Weiterlesen