State of the City 2017 – Ein Blick auf Darmstadts Einnahmen, Ausgaben und Schulden

Die Darmstädter Ergebnis- und Finanzhaushalte zwischen 2006 und 2017. Nachtrag: Die Zahlen für 2017 waren Schätzungen, die am 2. Mai 2017 deutlich nach unten korrigiert wurden.

Die Grafik ist ein Update der Grafik aus dem vergangenen Jahr – ich habe glücklicherweise das Excel-Sheet wiedergefunden auf dem mir der rot-schraffierte „Schuldenschatten“ eingefallen war. Der Haushalt für 2017 ist mit drin und auch der Nachtrag für 2016.

Beim kommunalen Haushalt gibt es immer zwei Haushalte. Einen sogenannten Ergebnishaushalt (i.d.R. ist der mit „Haushalt“ gemeint), in dem stehen die laufenden Einnahmen und Ausgaben, was inzwischen Erträge (grüne Linie) und Aufwendungen (schwarze Linie) heißt. Und dann gibt es noch den Finanzhaushalt, in dem werden die Investitionen abgebildet.

Die Investitionen werden aber nicht aus dem Ergebnishaushalt bezahlt. Deswegen kommt es zu der verwirrenden Formulierung mit „der Haushalt ist ausgeglichen und der Kämmerer macht x Millionen Euro neue Schulden“. Die Schulden sind Kredite (hier rot schraffiert). Deren Zinsen sowie die Tilgungen werden über den Ergebnishaushalt abgezahlt. Wenn der Haushalt nicht ausgeglichen ist, werden für den Ausgleich auch Kredite aufgenommen.

Was auffällt: Die Einnahmen steigen, aber auch die Ausgaben. Wäre man bei den Ausgaben auf dem Niveau von, sagen wir mal 2014, geblieben, wäre der Ergebnishaushalt inzwischen 140 Millionen Euro im Plus. Und irgendwie ist auch etwas Glück dabei, wenn man auf die Gewerbesteuererträge guckt (blaue Linie). Die sind inzwischen dreimal so hoch wie 2011, als die Stadtregierung von rot-grün auf grün-schwarz umgefärbt wurde. 

Nachtrag: Die Zahlen für 2017 waren Schätzungen, die am 2. Mai 2017 vom Magistrat deutlich nach unten korrigiert wurden. So geht die Kämmerei nur noch von 160 Millionen Euro aus Gewerbesteuererträgen aus anstelle von 212 Millionen Euro. Siehe auch: State of the City am 2. Mai 2017

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2 Gedanken zu “State of the City 2017 – Ein Blick auf Darmstadts Einnahmen, Ausgaben und Schulden

  1. Das habe ich nicht verstanden, was dargestellt wird. Wo ist denn die ganz normale Bilanz mit „Summe aller Aktiva ist gleich Summe aller Passiva“ nach Handelsgesetzbuch HGB geblieben? Und wo ist die Gewinn- und Verlustrechnung GuV, ebenso nach HGB, geblieben? Die Gewerbesteuereinnahmen des bilanzierten Jahres sind doch nur ein einzelner Posten auf der Aktiva-Seite, oder? Um das einmal für die Bürger vergleichbar zu machen, wäre es erforderlich, wenn die Stadt endlich einmal einen ganz normalen HGB-Jahresabschluss machen würde wie jedes nicht ganz kleines Unternehmen. Das, was der Kämmerer da immer erzählt, ist für Bürger nicht verstehbar und geht „da rein- da raus“. Ist also nicht relevant für Bürger.

    • Na Ja, wie viele Bürger einen Jahresabschluss nach HBG verstehen oder die G&V-Rechnung eines mittleren Unternehmens das will ich mal nicht hinterfragen.

      Ich find, dass die Grafik klar zeigt worauf es Marc ankommt – nämlich dass a) die Einnahmen vor allem in dem Maße gestiegen sind wie die Gewerbesteuer gestiegen ist und b) gleichzeitig die Ausgaben ebenso gestiegen sind und man deshalb kein Geld übrig hatte um die Schulden zu reduzieren. Mehr soll die Grafik nicht zeigen.

      Wenn Marc hier über „Ergebnishaushalt“ schreibt, dann sei angemerkt – es handelt sich um einen HaushaltsPLAN, der zu Beginn des Jahres aufgestellt wird und zeigt, welche Einnahmen=Erträge und Ausgaben=Aufwendungen GEPLANT sind bzw. erwartet werden.

      Wer eine G&V sucht und eine Bilanz, also wissen möchte, was dann tatsächlich eingenommen und ausgegeben wurde etc., der sollte nicht unter „Verwickeltes“ suchen sondern mit dem Stichwort „Jahresabschluss“ im Parlamentsinformationssystem. Beides – G&V und Bilanz – wird wie bei privaten Unternehmen NACH Ende eines Jahres aufgestellt.

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