„Partsch wird die Wahl ohnehin haushoch gewinnen“

Ha, die Darmstädter Oberbürgermeisterwahl am 19. März ist gelaufen! „Der grüne Oberbürgermeister Jochen Partsch wird die Wahl ohnehin haushoch gewinnen“, sagt der Politikwissenschaftler Björn Egner. Naja, genauer gesagt, sagt er, dass sich die Darmstädter CDU das wahrscheinlich so überlegt hat, als sie keinen OB-Kandidaten aufstellte.

hessenschau.de: „Dass die CDU so schlecht abschneidet, ist bemerkenswert“ – „Ich kann schon verstehen, dass (die CDU) nicht antritt. Sie weiß: Der grüne Oberbürgermeister Jochen Partsch wird die Wahl ohnehin haushoch gewinnen. (… Die CDU) hat dort außerdem offenkundig ein Personalproblem.“

Wobei meiner Meinung nach die CDU kein Personalproblem hat, Bürgermeister Rafael Reißer, Kämmerer André Schellenberg oder die ehemalige Kultusministerin Karin Wolff müssten schon wissen, wie man regiert. Und die Stadtverordneten Roland Desch und Wilhelm Kins haben in ihrem Berufsleben größere Behörden bzw. eine Versicherung geleitet.

Advertisements

3 Gedanken zu “„Partsch wird die Wahl ohnehin haushoch gewinnen“

  1. Wie valide kann die Annahme der CDU sein, wie das Wahlverhalten der Bürgerlichen, Selbständigen, Freiberuflern, privatwirtschaftlich Angestellten, Freischaffenden aussieht? Wäre es nicht geschickter, die historischen Wahlergebnisse seit dem II-Weltkrieg mit einer Zusammenfassung der (Rathaus-) Parteien sozialistischer Prägung (d. h. SDP, Grüne, Linke, Uffbasse, ..) zu extrapolieren? Dann würde es augenscheinlich sein, dass es einen klaren Schnitt zwischen CDU-Wählern und Bündnis90/Grünen-Wählern gibt. Wohin werden wohl die traditionellen CDU-Wähler wandern, vor dem Hintergrund, dass die letzte OB-Wahl eine Abwahl eines Walter Hoffmann (SPD) aus kommunalen Gründen war, dessen Verkehrswege-Politik die CDU mitgetragen hat, und dass es seitdem quasi keine übergreifend geplante Verkehrswege-Politik mehr gibt? Man erinnere sich an die Wahlplakate der CDU zur letzten Kommunalwahl 2016; da ging es darum, dass endlich die Straßen saniert werden. Welcher der jetziger OB-Kandidaten könnte hinter dieser Forderung stehen für die CDU-Wähler? Etwa Jochen Partsch, ein diesbezüglich fach-fremder Diplom-Sozialwirt?

  2. Naja, bzgl. Personalproblem: Reißer ist nach der Wahl 2011 sicher keine Option mehr, es sei denn, man will verlieren. Die SPD hat sich da so zersägt und Reißer ist trotzdem nur als Dritter eingelaufen, Gehrke hatte bei der Wahl davor den 1. Wahlgang ja sogar gewonnen, wenn ich mich grad nicht irre (und das, obwohl er, wie man zumindest munkelte, nur auf „parteilichen Druck“ überhaupt angetreten ist).

    Schellenberg ist sicher kompetent, aber völlig ohne Außenwirkungen (nebenbei, fand nur ich das bizarr, dass Christoph Hentzen im Echo-Interview ausgerechnet Schellenberg angegriffen, aber Partsch allenfalls indirekt kritisiert hat?), bleibt also einzig Wolff, doch auch da ist ein Wahlsieg sehr unwahrscheinlich, spätestens im 2. Wahlgang, wenn die Stimmen von Uffbasse, Linke und zumindest mehrheitlich wohl auch der SPD zu Partsch wandern, hat sie eine deutliche Wahlniederlage in ihrem Lebenslauf. Warum sollte sie das sich und ihrer Karriere antun?

    • Der Angriff auf André Schellenberg ist meines Erachtens dadurch zu erklären, dass die Kern-Kompetenz der FDP traditionell im privaten Wirtschaftsbereich liegt. André Schellenberg ist bekanntlich der Kämmerer, hat die periodische neue Magistratsbesetzung 2017 (taktisch zeitlich gut gelegt) vor der OB-Wahl aber recht unbeschadet überstanden. Rafael Reißer hat nur von Kerstin Lau eine saftige Watschen bekommen, ist aber wohl doch von ihr gewählt worden (..). Schellenberg muß aber dennoch die (ca.) Milliardenverschuldung im öffentlichen Bereich der Stadt Darmstadt erklären. Der halb-öffentliche Bereich der Stadtwirtschaft (HEAG-Konzern) bedarf auch der wirtschaftlichen Erläuterung. In diesen Bereichen ist OB Jochen Partsch zwar Aufsichtsratsvorsitzender in mehreren Fällen, aber schlicht der falsche Ansprechpartner und Gegner. Man schaue sich an, was die Kandidaten für einen Beruf gelernt haben, dann wird vieles auch erklärlich.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.