Hessenderby: Zahltag

Das Verwaltungsgericht Darmstadt.

Das Verwaltungsgericht Darmstadt.


So ein Fußballspiel wirkt lange nach, viele haben was davon, einige sogar mehr als nur ein paar Endorphine. Denn zu den Gerichtskosten des Hessenderbys kommen noch andere Kosten auf die Stadt Darmstadt zu.

Echo online: Derby: Zahltag für den Eintracht-Vize

Zu den Gerichtskosten hatte sich das Verwaltungsgericht schon Anfang Mai geäußert:

(PM VG Darmstadt) Gegen das seitens der Stadt Darmstadt mit Allgemeinverfügung vom 21. April verhängte Aufenthaltsverbot für alle als solche erkennbaren Fans des Fußballvereins „Eintracht Frankfurt“ am vergangenen Wochenende aus Anlass des Spiels „SV Darmstadt 98“ gegen „Eintracht Frankfurt“ sind bei Gericht insgesamt 303 Eilanträge anhängig gemacht worden. Acht Antragsteller stellten ihre Eilanträge doppelt. In zwölf Fällen erging eine gerichtliche Sachentscheidung. Die übrigen Anträge haben sich mit Aufhebung der Allgemeinverfügung am vergangenen Samstagvormittag in der Hauptsache erledigt.

Soweit die betreffenden Antragsteller die Hauptsache für erledigt erklären und die Stadt Darmstadt sich dieser Erledigungserklärung unter gleichzeitiger Erklärung der Kostenübernahme anschließt, werden für 283 Verfahren nur reduzierte Gerichtskosten i. H. v. 73,00 € je Verfahren fällig.

Hinzu kommen allerdings die erheblich höheren Anwaltskosten i. H. v. 492,54 €. Dies betrifft insgesamt 277 Fälle. Für die 12 in der Sache entschiedenen Verfahren werden Gerichtskosten i. H. v. 219,00 € sowie in acht Fällen Anwaltskosten ebenfalls i. H. v. 492,54 € fällig, die die Stadt Darmstadt zu tragen hat. Für die acht doppelt rechtshängig gemachten Anträge müssen die betreffenden Antragsteller die Kosten tragen.

Insgesamt dürften die von der Stadt Darmstadt zu tragenden Gerichts- und Anwaltskosten etwas weniger als 165.000,00 € betragen.

Ein Gedanke zu “Hessenderby: Zahltag

  1. Der Artikel des Echos ist aber keine journalistische Meisterleistung. Wieso ist es „pikant“, dass wenn Eintracht-Fans bei der Eintracht anrufen und fragen, ob sie einen Anwalt kennen, der in der Angelegenheit Erfahrung hat, sie den Anwalt nennen, den sie gut kennen, weil er bei ihnen im Präsidium sitzt, zumal er Erfahrung in solchen Angelegenheiten hat? Das ist doch nur naheliegend. Dass der Mann nüschts verdient hätte, hätte Reißer nicht versucht, den Gerichtsbeschluss zu ignorieren, ist dagegen irgendwie nicht so Thema. Wäre das denn irgendwie anders zu beurteilen, wenn sich mehr unterschiedliche Anwälte beim Gericht gemeldet hätten? Wäre es dadurch billiger für die Stadt gekommen? Hätte das inhaltlich irgendeinen Unterschied gemacht? Ich weiß, ich scheine da ein anderes Empfinden zu haben, aber aus meiner Sicht wäre es Aufgabe der Presse gewesen, die juristischen Hintergründe der Sache so zu erklären, dass die Leser verstehen, warum Reißer das so nicht machen durfte.

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