SV Darmstadt 98 gegen Eintracht Frankfurt: 530 vorläufige Festnahmen

(PM Polizeipräsidium Südhessen) Nach dem Hessenderby zwischen SV Darmstadt 98 und Eintracht Frankfurt zog die Polizei am späten Samstagabend (30. April 2016) Bilanz:

Das Konzept der Polizei ging auf. Die umfangreichen Planungen im Vorfeld zu der brisanten Partie sowie der Einsatz von vielen Beamten haben sich bewährt. Es war der größte Einsatz im Rahmen eines Bundesligaspiels in Darmstadt.
Die eingesetzten Beamten konnten im Laufe des Tages nahezu alle Störergruppen, wie auch zahlreiche unter Alkoholeinfluss stehende Fans, unter Kontrolle halten. Unter diesen Personengruppen war auch eine große Anzahl von gewaltbereiten und gewaltsuchenden Fans beider Lager. Größere Ausschreitungen konnten in den meisten Fällen unterbunden oder bereits im Keim erstickt werden.
Im Laufe des gesamten Tages haben die Einsatzkräfte rund 530 Personen vorläufig festgenommen. Die Festnahmen erfolgten zum Teil zur Identitätsfeststellung und zum Teil zur Verhinderung von Straftaten. 159 von ihnen wurden vorübergehend ins Polizeigewahrsam gebracht, die anderen erhielten einen Platzverweis. Gegen 12 Personen wurden Strafanzeigen gefertigt, unter anderem wegen Körperverletzung, Verdacht des Landfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Die Polizei hat im Laufe des Einsatzes unter anderem im Bereich des Nordbads/Meßplatzes gegen 16.45 Uhr eine über 100 Personen große Gruppe gewaltbereiter Frankfurter Fans gestoppt. Bei diesen Personen handelte es sich um Frankfurter Problemfans, die den Beamten bestens bekannt waren. Mit zahlreichen Einsatzkräften konnte diese gewaltsuchende Personengruppe unter Kontrolle gebracht werden. In ihren Fahrzeugen fanden die Beamten unter anderem Baseballschläger und andere Schlagwerkzeuge, darunter auch Metallstangen. Die Personen führten zudem Vermummungsgegenstände und Gegenstände zum Eigenschutz mit. Alle wurden nach der Personalienfeststellung zur Verhinderung von Straftaten in Gewahrsam genommen.

Eine weitere gewaltbereite Gruppe, die sich ebenfalls aus Eintracht-Fans zusammensetzte, hatten die Beamten bereits gegen 16.30 Uhr in der Wilhelminenstraße Ecke Heinrichstraße gestoppt. Aus der Gruppe heraus kam es zuvor zu Sachbeschädigungen, Beleidigungen, Pöbeleien und dem Abbrennen von Pyrotechnik. Die Personen erhielten Platzverweise oder wurden in Gewahrsam genommen.
Größere Schäden in Zusammenhang mit dem Fanverhalten wurden der Polizei bislang nicht gemeldet.

Im Zuge der festgestellten Auseinandersetzungen wurden vier Polizeibeamte leicht verletzt. Sie konnten ihren Dienst dennoch fortsetzten. Ein Fan, der sich bereit am Morgen einer Festnahme entziehen wollte, wurde durch Pfefferspray verletzt und im Krankenhaus behandelt. Weitere verletzte Personen haben sich bislang nicht bei der Polizei gemeldet.

Das extra am Spieltag eingerichtete Bürgertelefon fand eine große Resonanz. Weit über 200 Telefonanrufe von Bürgerinnen und Bürgern gingen in der Zeit zwischen 09.00 Uhr und 19.00 Uhr bei den Beamten ein. Überwiegend hatten sich besorgte Bürger gemeldet, die infolge der Medienberichterstattung Anfragen zur Sicherheit in der Innenstadt sowie Absperrmaßnahmen, Verkehrsumleitungen und Parkmöglichkeiten hatten.

Am Ende des Tages, zeigt sich der Einsatzleiter, Leitender Polizeidirektor Bernd Denninger zufrieden, „Obwohl sich sehr viele Personen mit Gewaltpotenzial in Darmstadt aufgehalten haben, ist aus Sicht der Polizei relativ wenig passiert.“
Gegen 22.30 Uhr haben sich die Fanbewegungen in der Innenstadt nahezu aufgelöst. Die Polizei ist allerdings weiterhin für mögliche Einsätze gerüstet.

Und damit haben wir das was von der Saison in den Köpfen bleibt. Da kann sich die Fan- und Förderabteilung des SV 98 noch so sehr reinhängen und wie im März sowas wie das dreitäige „Fußball ist anders“-Festival organisieren. :-(

19. März: „Fußball ist anders“-Festival mit Musik, Literatur und Filmen – Als man die Idee aufgriff, habe einem keiner gesagt, wie viele hundert Stunden Arbeit das für die 60 Mitorganisatoren bedeute, sagte Florian Schneider, stellvertretender Abteilungsleiter der Fan- und Förderabteilung am Freitag.

Ein Gedanke zu “SV Darmstadt 98 gegen Eintracht Frankfurt: 530 vorläufige Festnahmen

  1. Und alles nur, weil das Fußballstadion verkehrsungünstig auf der „falschen“ Seite der Stadt gebaut wurde, so dass alle Fußball-Fans von der Autobahn, bzw. vom Bahnhof der Stadt durch die Innenstadt zu Fuß, per Straßenbahn, Bus, wie auch immer, hindurch durch müssen. Da geht es ihnen genauso, wie den täglichen Pendlern aus dem Landkreis, die nach Frankfurt wollen. Ich habe ükeinen Fußball-Fan, wie auch Pendler gesehen, der dafür mit dem Fahrrad unterwegs war. Das Fahrrad als Verkehrsmittel scheidet wohl aus. Es wäre eine sehr gute Idee, wenn man die vielen öffentlichen Fördermittel, die die Stadt nach EU-Recht bekommen hat, und die auf die Darmstädter Sportstätten GmbH & Co. KG übertragen wurden, dafür einzusetzen, an anderer, verkehrsgünstiger, Stelle ein Stadion neu zu bauen, anstatt das vorhandene umzubauen. Als Standort steht der unbebaute Acker in Arheilgen, wo der Investor des geplanten Tauchsportzentrums abgesprungen ist, zur Verfügung. Damit hätte man auch die Kosten des wieder kehrenden Polizeieinsatzes reduziert und die über 500 Festnahmen wären nicht nötig gewesen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.