Teslas Elektroautos und die Termine


Passend zum Darmstädter Tag der Elektromobilität (am vergangenen Sonntag) hatte Elektroautoentwickler Tesla zwei Tage vorher sein „Model 3“ (vier Türen, fünf Plätze, 345 km Reichweite) angekündigt. Es soll rund 31.000 Euro kosten und ab Ende 2017 ausgeliefert werden.

Bei so einem Preis könnte das mit dem Plan der Bundesregierung eine Million Elektroautos auf die deutschen Straßen zu bringen ja fast noch gelingen – nur ob das der Plan war, dass ein US-Hersteller den deutschen Autobauern den Markt wegnimmt? ;-)

Insgesamt gibt es in Deutschland laut Kraftfahrbundesamt (Stand 2015) insgesamt über 44 Millionen Autos. Davon sind rund 19.000 Elektro- und 108.000 Hybridautos.

Nun gießen die Mobilegeeks Wasser in Teslas Wein, indem sie einfach mal auf die bisherigen Ankündigungen und Auslieferungen (und ein paar andere Dinge wie Skalierung und Automobilproduktion) bei Tesla gucken. Ein Beispiel:

mobilegeeks.de: Liefertermin 2017 ist ungewiss: (…) Mit dem Model S stand Tesla vor völlig neuen Herausforderungen, denn zum 1. Mal wagte sich der Hersteller an ein eigenes Design und setzte nicht auf eine bereits vorhandene Plattform auf.
– Vorstellung 30.6.2008
– 1. Auslieferung 22. Juni 2012 (…)

Nachtrag: Sueddeutsche.de hat auch mal angekündigte und dann aufgerufene Preise verglichen.

Wer Tesla glaubt, ist selber schuld -Im Jahr 2009 etwa prognostizierte er für das Model S einen Grundpreis von 57 400 Dollar. Der liegt heute jedoch bei 70 000, laut einer Expertenschätzung wird das Fahrzeug für durchschnittlich 105 000 Dollar verkauft.

Es könnte Tesla am Ende auch wie Apple gehen. Innovationsführer (Macintosh und iPhone) aber dann kopieren die anderen das Konzept (Windows und Android), verkaufen es billiger und werden Marktführer. Oder haben es überhaupt im Angebot. Was nützt die tollste Technik, wenn man sie nicht kaufen kann? (In den 90ern wurde es bei mir auch deswegen ein PC, weil der Apple-Shop an dem entscheidenden Tag zu hatte. ;-) )