Diskussionskultur 2016 – WTF?

Ich bin ja etwas erstaunt, dass sich die Diskussionkultur im Internet nach über zehn Jahren wieder zurückentwickelt hat.
2004 hieß es, dass der, der den ersten Nazi-Vergleich in eine Diskussion bringt, der eigentliche Debattenverlierer ist.

Damals war der Hinweis auf die – ich sag‘ mal – eigenwillige Rechtschreibung eines unliebsamen Kommentators eigentlich auch nur das ungewollte Eingeständnis, dass man selber kein Argument mehr hatte.

3 Gedanken zu “Diskussionskultur 2016 – WTF?

  1. Ich könnte mir vorstellen, dass das nicht nur ein Phänomen der Zeit, sondern auch der Plattformen ist.
    Mein Eindruck ist, daß gesittete Kommentar- und Diskussionskultur damals wie heute hauptsächlich dort stattfinden, wo man im Wohnzimmer eines Hausherren zu Gast ist. Das sind hauptsächlich persönliche Weblogs. Dort achtet der Hausherr schon darauf, dass niemand auf den Tisch kackt.
    Die Crux ist, daß diese Art Weblogs fast ausgestorben ist, es wird auf Facebook, in Foren und in den Kommentarbereichen von Zeitungen diskutiert. Dort ist erheblich leichter zu pöbeln.

    • Aber damals* ging es auch in den Blogs recht rauh zu, wenn der Gastgeber nicht einschritt. Und bei fb sind ja auch nicht mehr die ganz jungen unterwegs, so wie ich das verstanden habe.

      • Richtig. Damals war das aber bei denen, die ihr Wohnzimmer mochen und gestaltet haben, ganz gesittet.
        Bei Facebook sind auch die alten Recken nicht zuhause, sondern im Gemeindezentrum, da lässt man auch die Scherben der anderen liegen.

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