Kita an der Nachtweide: Flexibler als gedacht

In der neu gebauten Kita an der Nachtweide sind sechs Kindergartengruppen mit je 20 Plätzen sowie zwei Hortgruppen mit je 20 Plätzen.

In der neu gebauten Kita an der Nachtweide sind sechs Kindergartengruppen mit je 20 Plätzen sowie zwei Hortgruppen mit je 20 Plätzen.

Ich habe mir die neu gebaute, städtische „Kita an der Nachtweide“ nochmal genauer angesehen und mit dem Architekten Sven Kling vom Büro Prosa-Architekten gesprochen was da an Planung dahinter steckt.

Echo online*: Auf Socken durch das neue Haus – Der Ersatzbau der Kita Nachtweide überzeugt durch architektonische Lösungen

Worauf ich auch hinweisen will: Die Projektgesamtkosten wurden gehalten, 2,9 Millionen Euro waren geplant, 2,9 Millionen Euro haben der Neubau und die Außenanlagen gekostet. Vermutlich passiert das öfters als man denkt, nur wird es dann nicht erzählt.

Durch den Neubau gibt es 40 Plätze mehr im Kindergarten und zehn Plätze mehr im Hort. In dem neuen Gebäude sind somit sechs Kindergartengruppen mit je 20 Plätzen und zwei Hortgruppen mit je 20 Plätzen. Das Erzieherinnen- und Erzieher-Team hat 3,7 Stellen mehr und nun 20 Mitarbeiter. Die Ü3-Versorgungsquote im Bezirk Darmstadt-Ost steigt laut Stadt von 94,84 auf 114 Prozent; darmstadtweit liegt sie bei 101 Prozent.

Beim Ortstermin mit dem Architekten stellte sich heraus, dass der Bau flexibler ist als gedacht. Die Flexibilität bezog sich auf die Kinderbetreuung.
Die vier Gebäudebereiche sind relativ autonom, sie könnten auch von außen direkt betreten werden, den zentralen Eingang das zentrale Treppenhaus und die davon abgehenden kurzen Flure braucht man eigentlich nicht. (Es gibt aber nur eine Küche und einen großen Gemeinschaftsraum für Kita und Hort.) Man kann die vier Bereiche sogar vom zentralen Bereich trennen, indem man die Türen dahin verschließt. Dass die Gruppen jeweils eigene Ein- und Ausgänge haben und voneinander trennbar sind, ist natürlich Teil des Brandschutzes.

Aber diese von der Stadt verlangte Flexibilität macht den Bau aus meiner Sicht nebenbei zukunftssicher. Falls sich irgendwann einmal die Bedarfe ändern, könnte man einen einzelnen Bereich ohne große Umbauten abtrennen und einer anderen Nutzung übergeben.

Da das aber alles mittelfristig nicht vorgesehen ist und die Kinderbetreuungsplätze für die nächsten Jahre ganz sicher gebraucht werden, ist es schwierig in der Zeitung über solche Visionen zu schreiben. Weil ich sie gleich wieder einfangen muss, da sonst einer kommt und sagt „aber im Echo stand doch, man könnte die Räume auch anders nutzen …“ Nein, kann man nicht. Ist ausdrücklich auch nicht geplant.

So, aber nun habe ich es im Blog erwähnt und auch noch die Stadt für die offene Planung gelobt – würde ich aber nicht viel drauf geben, ich lasse mich ja laufend auf Kommando instrumentalisieren (kleiner Insider).


*Bei Echo-Online gibt es eine Paywall, eventuell kann man den verlinkten Artikel nicht einfach lesen.

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