FDP greift nach Sternen – DLR-Chef beim Neujahrsempfang

Aus Johann-Dietrich Wörners Vortrag: Raumfahrt kann helfen gute Standorte für Solarkraftwerke zu finden. Theoretisch könnte man den Weltstrombedarf in der Sahara auf 90.000 Quadratkilometern erzeugen.

Aus Johann-Dietrich Wörners Vortrag: Raumfahrt kann helfen gute Standorte für Solarkraftwerke zu finden. Theoretisch könnte man den Weltstrombedarf in der Sahara auf 90.000 Quadratkilometern erzeugen.


Sonntag war ich beim Neujahrsempfang der Darmstädter FDP. Wäre mal Platz gewesen, hätte ich den Artikel etwas launiger beginnen können. Papier ist zwar geduldig (Lügenpresse, jawoll!1!!), aber nicht unendlich.

Denn die Darmstädter FDP scheint nach den Sternen zu greifen. ;-) Sie hatte als Festredner Johann-Dietrich Wörner gewonnen. Den kennt man in Darmstadt, er ist ehemaliger TU-Präsident, aktuell Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und ab Sommer ESA-Direktor.

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Deutschlands oberster Luft- und Raumfahrer gab einen launigen Blick über die DLR-Arbeit, schön ist immer wenn er die DLR-Flugzeuge aufzählt. „Wir haben 13,7 Flugzeuge“, sagt er dann. 13 sind echte Flugzeuge, eines davon wurde 2010 auch richtig berühmt. Das war eine Falcon 20E mit der die isländische Vulkanasche in der Luft gemessen wurde.

Zu den 0,7 Flugzeuge zählt Wörner eine flugunfähige Dornier Fairchild (0,5 Flugzeuge). Ein Schnäppchen für ein paar zehntausend Euro, als Dornier in die Insolvenz ging. Um das herum für eine Million Euro dann eine Halle gebaut wurde. „Die benutzen wir für Kabinenforschung“, sagte Wörner.
Und 0,2 Flugzeuge sind der 20-Prozent-Anteil des DLR an dem fliegenden Nasa-Teleskop „Sophia“. Da ist in ein in Deutschland gebautes 2,7 Meter-Infrarotteleskop in eine Boeing 747SP eingebaut.

Und er nannte mal eine Zahl zu der Fläche, die man bräuchte, um den Weltstrombedarf über Photovoltaik zu decken: 300 Kilometer mal 300 Kilometer in der Sahara.

Johann-Dietrich Wörners Vortrag war nicht komplett neu, er hat ihn schon öfters in ähnlicher Form (PDF, 9MB) gehalten.

Es ging natürlich auch um Kommunalpoltik. Zur der von der FDP kritisch gesehehen Bewerbung Darmstadts für die Landesgartenschau 2024 hatte ich auf die Schnelle nach Zahlen aus Gießen (Landesgartenschau 2014) gesucht, aber nur eine „es kommt darauf an“-Antwort gefunden:

Gießener Allgemeine: Was die Landesgartenschau kostet – Die erste Antwort muss nämlich lauten: Kommt darauf an. Denn die Zahlen reichen von etwa 8 Millionen Euro bis rund 45 Millionen Euro. (…) Die eigentliche negative Folge der Gartenschau besteht darin, dass sich der Einstieg in die Konsolidierung des Etats um zwei Jahre verzögert hat.

So richtig wasserdicht war da – wenn ich nur einen Satz dafür Platz habe – der 2,6-Millionen-Euro-Zuschuss, denn die Stadt Gießen vorab bereitstellte.

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