Die Top 20 des Jahres 2014

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Nachdem ich im Frühjahr 2014 viele Artikel über den „Neuen Politikstil“ der Stadtregierung auf privat gesetzt habe und das auch nicht mehr so ätzend kommentiere (bzw. kommentieren „muss“), sind es doch weniger Leser geworden als im Vergleich zum vergangenen Jahr. Also: Weiterlesen

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Luftholen, Taschentuch holen – Wenn die Notizen zu Gefühlen werden

Der Gedenkstein für Esther Seifert, die 1998 am Bahnübergang Forststraße von einem Zug erfasst und tödlich verletzt wurde.

Der Gedenkstein für Esther Seifert, die 1998 am Bahnübergang Forststraße von einem Zug erfasst und tödlich verletzt wurde.


Es gibt Momente, da sitze ich beim Artikeltippen und mir kommen die Tränen, die Nase läuft und ich bekomme einen Kloß im Hals. Weil, das was ich Stunden vorher notiert habe, in dem Moment ins Gefühlszentrum durchschlägt.

Edith Erbrich wurde noch im Februar 1945 mit ihrem Vater aus Frankfurt ins KZ Theresienstadt deportiert. Weiterlesen

Was ist „anhaltend defizitäre Haushaltswirtschaft“?

Der Weiterstädter Haushalt für 2015 ist angenommen.

Der Weiterstädter Haushalt für 2015 ist angenommen.

In Weiterstadt gelingt der Neue Politikstil, obwohl er damals im Kommunalwahlkampf, anders als in Darmstadt, gar nicht groß angekündigt war. ;-) Der Haushalt für 2015 wurde jedenfalls mit nur einer Gegenstimme beschlossen. Es gab im Vorfeld sogar zwei Treffen der Fraktionen auf denen intern der Haushalt beraten wurde. Deswegen war die öffentliche Beratung im Ausschuss auch so kurz.

Echo Online: Viel Zustimmung für den Haushalt 2015 – Weiterstädter Stadtverordnete verabschieden weitgehend einig den Etat

Bei der Gelegenheit habe ich mal nachgefragt, wie eigentlich eine „anhaltend defizitäre Haushaltswirtschaft“ definiert ist. Das ist ein Begriff aus dem hessischen Innenministerium, das bei den Kommunen ausgeglichene Haushalte angemahnt hat. Bei „anhaltend defizitärer Haushaltswirtschaft“ sollen nämlich die Kommunen ihre Steuern erhöhen und zwar über die Sätze, die vergleichbare Städte und Gemeinden schon haben.

Echo Online: Hintergrund zur Haushaltsgenehmigung

Nur SPD und Uwiga für Ortsbeiräte

Helmut Klett (Uwiga): „Ortsbeiräte sind ein bewährtes und durch die Hessische Gemeindeordnung ordnungspolitisch abgesichertes Gremium.“

Helmut Klett: „Ortsbeiräte sind ein bewährtes und durch die Hessische Gemeindeordnung ordnungspolitisch abgesichertes Gremium.“

Dienstag (16.) war der Uwiga-Antrag zur Ortsbeirateinrichtung im Stadtparlament. Vor vier Jahren war ein ähnlicher Antrag noch von der SPD abgelehnt worden, jetzt – in der Opposition – stimmte die SPD für den Antrag. Aber da die grün-schwarze Koalition sowie Uffbasse, Linke und FDP den Antrag ablehnten, kam er nicht durch.

Echo Online: Keine weiteren Ortsbeiräte – Uwiga scheitert erneut mit ihrem Anliegen – Bürgerjurys vom Tisch

Zu dem Thema hatte ich mir im Oktober schon meine Gedanken gemacht: Stadtteilfonds, Bürgerjurys – und dann doch Ortsbeiräte?

OB Jochen Partsch (Grüne): „Wir werden 2015 in Eberstadt und Arheilgen mit den Stadtteilforen anfangen.“

OB Jochen Partsch (Grüne): „Wir werden 2015 in Eberstadt und Arheilgen mit den Stadtteilforen anfangen.“

Kein „wat is en Dampfmaschin?“ – Energieunterricht an der Wilhelm-Leuschner-Schule

Neben einer Dampfmaschine hatte die Umweltpädagogin Saskia Radloff ein Wasserkraftwerkmodell in die Schule mitgebracht. (Foto: Entega)

Neben einer Dampfmaschine hatte die Umweltpädagogin Saskia Radloff ein Wasserkraftwerkmodell in die Schule mitgebracht. (Foto: Entega)


Gut, dass die Zehntklässler von heute nicht mehr – oder noch nicht – den Heinz Rühmann-Klassiker „Die Feuerzangenbowle“ kennen. Sonst wäre in der Energieunterrichtsstunde am Mittwoch laufend „Also, wat is en Dampfmaschin?“, „Da stelle mehr uns janz dumm“ oder „Jeder nor einen wenzigen Schlock“ aus dem Film von 1944 zitiert worden. ;-)

Denn die Umweltpädagogin hatte eine kleine Dampfmaschine mitgebracht. Mit der erklärte sie, wie im Prinzip ein Kohlekraftwerk funktioniert. Allerdings wird die Dampfmaschine mit Esbit-Stäbchen befeuert. Aber es wird wie im großen Original Wasser heiß gemacht und mit dem Dampf eine Turbine angetrieben, die wiederum Strom durch elektromagnetische Induktion erzeugt.

Nebenbei: Als ich als Kind erfuhr, dass es in einem Atomkraftwerk ähnlich läuft – mit der Hitze der Brennstäbe wird Wasser heiß gemacht – war ich ja etwas enttäuscht, dass da keine Atome den Strom erzeugen. So gesehen ist Photovoltaik da die direkteste Methode, da dort der Strom aus den Solarzellen kommt.

Echo Online: Die Dampfmaschine erklärt alles Und ich konnte das machen, was ich ganz gerne mache: Den Artikel mit Hintergrund anreichern, denn wer hat denn gerade mal eben Wirkungsgrade von Kraftwerken parat oder kann was zu der Ahnung sagen, dass die Ölvorräte doch seit Jahrzehnten für 40 Jahre reichen?

Echo Online: Wirkungsgrade und „statistische Reichweite“ der Ölreserven

Die Umweltpädagoginnnenstunde war ein Angebot der Entega und der Deutschen Umwelt-Aktion. Die HSE-Tochter will damit sicher auch auf ihren Ökostrom hinweisen. Entega-Ökostrom aus Photovoltaik kommt aus einem französischen und drei deutschen Solarparks, Strom aus Wind aus sechs Anlagen in Frankreich, einer in Polen, sieben deutschen Windparks, darunter ist auch der Offshore-Windpark „Global Tech 1“ in der Nordsee. Biogasanlagen stehen in Wixhausen, Semd, Lorsch und Tagewerben (in Sachsen-Anhalt). Geothermieanlagen stehen in Heubach bei Groß-Umstadt und in Mörfelden-Walldorf.

Die Entega und ihre Konzernmutter HSE vermitteln Unterrichtseinheiten zu verschiedenen Energiethemen. Die HSE kooperiert dabei mit der Deutschen Umwelt-Aktion.

Die Darmstädter Version des Hauptmann-von-Köpenick-Dilemmas?

Jetzt konnte ich tatsächlich eine relativ alte selbst erlebte Geschichte verkaufen, weil sie gestern im Stadtparlament einen neuen Dreh bekam:

Vor einigen Jahren bettelte ein Mann mit einer Gitarre Gäste vor dem Café „Salve“ an. Er brauche etwas Geld, damit er die Genehmigung bezahlen könne, um auf der Straße spielen zu dürfen. Das klang natürlich sehr nach einer Hauptmann-von-Köpenick-Varinante (kein Geld für die Gebühr, keine Erlaubnis zum Spielen, keine Einnahmen, kein Geld für die Gebühr, …), also bekam er ein paar Euro.

Ich fragte damals beim Ordnungsamt nach, ob das mit der Gebühr stimme – nun, es stimmte nicht. Aber bald wird es wahr. Echo Online: Straßenmusiker müssen künftig fünf Euro zahlen

Weiterstadt und Braunshardt wieder verbunden

Der Bahnübergang Forststraße ist nach eineinhalb Jahren Bauzeit zu einer Unterführung geworden.

Der Bahnübergang Forststraße ist nach eineinhalb Jahren Bauzeit zu einer Unterführung geworden.

Echo Online: Unterführung Forststraße ist fertig – Nach gut eineinhalb Jahren Bauzeit ist die Verbindung zwischen Weiterstadt und Braunshardt wieder offen. (Chronologie) Damit ist der Bahnübergang mit Schranken zu einer Straße unter der Bahnlinie durch geworden. Der Bau ist nicht nur eine kosmetische Baustelle gewesen, seit den neunziger Jahren waren an dem damaligen Bahnübergang mehrere Menschen tödlich verunglückt.

Am 4. Mai 1998 war es die Schülerin Esther Seifert. „Unsere Tochter war bei der Jugendstunde beim Jugendrotkreuz“, schilderte ihr Vater Hans-Gunther Seifert. „Auf dem Gepäckträger ihres Fahrrades hatte sie das Anmeldeformular für die Pfingstfreizeit.“ Esther Seifert wäre dieses Jahr 28 Jahre alt geworden.
IF

Die Schaumschläger des Jahres: Die Wort des Jahres-Jury

Das Wort des Jahres 2014 ist: Lichtgrenze! Lichtwas? Ja, ein Wort, das Ende des Jahres aufkam für einen singulären Event zum 25. Jahrestag des Mauerfalls. Es beschreibt, wie mit Leuchten der Verlauf der Berliner Mauer zum Jahrestag des Mauerfalls nachgebildet wurde. Hübsch, aber „Lichtgrenze“ soll das Wort des Jahres – des Jahres! – sein?

Für mich disqualifizieren sich die Jurys damit selbst und man sollte einfach mal mit der Berichterstattung aussetzen, bis da vernünftige Kriterien und Relevanzbezüge definiert sind. Ich denke nur daran, wie sie sich 2012 die „Rettungsroutine“ quasi ausgedacht haben …