27. Januar 1914 – Der Cousin des Darmstädter Großherzogs hat Geburtstag

Flaggenhissen zu Kaisers Geburtstag in der deutschen Kolonie Kamerun am 27. Januar 1901.

Flaggenhissen zu Kaisers Geburtstags in der deutschen Kolonie Kamerun am 27. Januar 1901.


Wenn einer heutzutage was am 20. April feiert, muss er aufpassen, dass nicht Leute kommen, die er nicht so recht dabei haben will. Auch Veranstaltungen an dem Tag können leicht missverstanden werden.

Der 27. Januar ist eigentlich auch so ein Tag, nur ist der inzwischen unverdächtig; aber es ist/war Kaiser Wilhelms Geburtstag. Am 27. Januar 1859 kam Wilhelm von Hohenzollern auf die Welt, 1888 besteigt er als Wilhelm II. den Thron.

Wilhelm war ein Enkel der „Großmutter Europas“, der englischen Königin Victoria (Wilhelms Mutter war Victoria von Großbritannien und Irland) und da kommt endlich mal wieder ein Darmstadtbezug, denn der Darmstädter Großherzog Ernst Ludwig war auch ein Enkel Victorias, seine Mutter war Victorias Schwester Alice von Großbritannien und Irland. Alice? Genau, nach dieser Alice ist das Alice-Hospital in der Dieburger Straße benannt. Wegen dieser Beziehung war Queen Victoria auch ab und an im Großherzogtum Hessen und hat ihren Namen in Glasscheiben der Schlösser in Braunshardt und Kranichstein geritzt.

Der hessische Großherzog Ernst Ludwig im Jahr 1905.

Der hessische Großherzog Ernst Ludwig im Jahr 1905.


Damit waren Wilhelm und Ernst Ludwig jedenfalls Cousins. Der englische König Eduard VII. war als Queen Victorias Sohn ein Onkel der beiden und der ihm 1910 nachfolgende englische König George V. war somit auch wieder ein Cousin.

Ernst Ludwigs Schwester Alix (logischerweise auch eine kaiserlich-königliche Cousine) heiratete den künftigen russischen Zaren Nikolaus II. Russisch? Genau, deswegen steht auf der Mathildenhöhe die russische Kapelle, sie war eine Hauskapelle für den Zaren. Auf mich wirkt sie immer ein wenig wie ein Raumschiff, das im Jugendstilensemble notgelandet ist. ;-) Aber tatsächlich ist es andersherum, die Kapelle war zuerst da. Baumeister war übrigens ein Großvater des Schauspielers Peter Ustinov.

Die Hauskapelle des Zaren in Darmstadt auf der Mathildenhöhe.

Die Hauskapelle des Zaren in Darmstadt auf der Mathildenhöhe.


Alix nennt sich als Zarin Alexandra. Sie ist die, die den Mönch Rasputin als Heiler ihres bluterkranken Sohnes sieht, sie ist auch die Mutter der später legendär gewordenen Zarentochter Anastasia, die die Erschießung in der Folge der Russischen Revolution überlebt haben soll.

Zarin Alexandra mit Tochter Anastasia im Jahr 1901.

Zarin Alexandra mit Tochter Anastasia im Jahr 1901.

Jedenfalls zählt wegen dieser Heirat der russische Zar auch zu den wilheminischen Cousins. Genützt hat es aber schließlich nichts, wie man im Juli und August 1914 sehen wird, auch wenn sich die beiden „Willy“ und „Nicky“ nannten.

Uniformen waren damals schick. Wilhelm II. in russischer und Nikolaus II. in preußischer Uniform, 1905 im fisschen (damals war das russisch) Björkö.

Uniformen waren damals schick. Wilhelm II. in russischer und Nikolaus II. in preußischer Uniform, 1905 im finnischen (damals war das russisch) Björkö.

Ach ja, Georges und Nikolaus‘ Mütter waren Schwestern (Alexandra und Dagmar von Dänemark, ihr Vater Christian war der „Schwiegervater Europas“), der britische und der russische Monarch sind also auch Cousins. Man vermutet, dass sich deswegen George und Nikolaus recht ähnlich sahen. Ich weiß aber nicht so recht, die Augenpartie ist schonmal anders, dafür trugen sie den gleichen Bart. Andererseits sehe ich hier nur die Fotos.

Über Wilhelm II. und sein Amtsverständnis und Auftreten lasse ich mich hier nicht aus, da ich es nicht schaffen werde, Werke wie die Biografie John Röhls oder die Christopher Clarks zusammenzufassen (Spiegel TV: Der letzte Deutsche Kaiser). Zumal die Biografen sich nicht einig sind: Röhl, Clark, Straub – drei kontroverse neue Bücher über Wilhelm II.

Seit 1996 ist der 27. Januar übrigens „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus„, weil die Rote Armee am 27. Januar 1945 das KZ Auschwitz befreite.

Wixhäuser Wagenhändler Welker wächst in Weiterstadt

In Sichtweite der Skoda-Deutschland-Zentrale in Weiterstadt, baut das Autohaus Welker einen neuen Hauptstandort.

In Sichtweite der Skoda-Deutschland-Zentrale in Weiterstadt, baut das Autohaus Welker einen neuen Hauptstandort.


Das Skoda-Autohaus R. Welker GmbH wird mit seinem Hauptsitz von Wixhausen nach Weiterstadt ziehen. Am Dienstag (7.) war Spatenstich im Weiterstädter Gewerbegebiet. Neben der Zentrale von Skoda-Deutschland. :-)

Echo online: Autohaus neben der Deutschlandzentrale – Skoda-Händler Welker aus Wixhausen will bis Herbst 2014 einen Standort in Weiterstadt eröffnen

Die Baustelle am Morgen des 7. Januar 2013.

Die Baustelle am Morgen des 7. Januar 2013.


Und so soll es aussehen: Ein moderner Showroom, ein Werkstattbereich mit zehn Hebebühnen und zwei Dialog-Annahmestellen sowie eine Fahrzeugwaschanlage. Und eine rund 600 Quadratmeter große Verkaufsfläche im Außenbereich, auf der junge Gebrauchte und Jahreswagen präsentiert werden.

So soll es aussehen: Ein moderner Showroom, ein Werkstattbereich mit zehn Hebebühnen und zwei Dialog-Annahmestellen sowie eine Fahrzeugwaschanlage. Und eine rund 600 Quadratmeter große Verkaufsfläche im Außenbereich, auf der junge Gebrauchte und Jahreswagen präsentiert werden.

Elbphilharmoniekostenexplosion

SpOn: Elbphilharmonie – Bericht des Untersuchungsausschusses nennt Schuldige

Zusammengefasst:
– Zum Bau ausgeschrieben, obwohl die Bauplanung noch nicht fertig war.
– Ausführungsplanung verblieb beim Architekturbüro, was aufwändige Planung parallel zu Bau bedeutete.
– Deswegen laufend Planänderungen die Nachforderungen durch das Baukonsortium verursachten.
– Die städtische Kontrollgesellschaft war überfordert und prüfte die Nachforderungen nicht richtig nach, vertuschte das aber.
– Was wiederum die Hamburger Stadtregierung nicht merkte.

„Indiana Jones ultralight“ – Grabsuche auf dem Alten Friedhof

Gleich zweimal bin ich vorgestern auf Darmstadtbezug für mein „1914“-Blog (http://neun10vier10.wordpress.com/) gestoßen. Das Ereignis für den 4. Januar 1914 war eine Meldung, dass der bayrische Ministerpräsident Georg Freiherr von Hertling in den Grafenstand erhoben wird. Naja, hm, wenig spannend – aber der war in Darmstadt geboren und wird 1917 für einige Monate Reichskanzler.

Für heute (5. Januar 1914) wurde eine Liman-Sanders-Krise gemeldet. Und wo ist dieser General Otto Liman von Sanders beerdigt? Auf dem Alten Friedhof in Darmstadt! Da bin ich dann doch gestern gleich mal los und habe das Grab gesucht nachdem ich einen Hinweis auf die Abteilung hatte. „Indiana Jones ultralight“ sozusagen. :-)

5. Januar 1914 – Krise wegen eines Darmstädters in der Türkei

Im Neujahrsrückblick auf 1913 hatte das Deutsche Reich die Entsendung einer deutschen Militärmission nach Konstantinopel als prima Sache gesehen. Russland irgendwie nicht. Klar, denn die spechteten ja schon die ganze Zeit nach den türkisch kontrollierten Meerengen am Schwarzen Meer. Und ein schwaches Osmanisches Reich war da natürlich besser. Und jetzt kamen die Deutschen – auf der Suche nach Partnern.

Russland war nicht nur aus militärischen Gründen auf den Schwarzmeerausgang scharf, im Durchschnitt liefen zwischen 1903 und 1912 37 Prozent der russischen Exporte über Bosporus und Dardanellen, es war also auch eine Handelsstraße, die sie nicht unter Kontrolle hatten.

Der russische Botschafter in Paris, Alexander Iswolski, telegrafiert am 5.1.1914 seinem Zaren Nikolaus II., dass Frankreich bei der Lösung der Krise loyal zu Russland stehe. Und der russische Außenminister Sergei Sasonow plädiert in einer Denkschrift dafür, den Einfluss der Deutschen im Osmanischen Reich mit allen Mitteln zurückzudrängen. Mit allen Mitteln bedeutet hier auch Krieg.

Die Militärmission war am 28. Oktober 1913 vertraglich geregelt worden und am 9. Dezember vom Kaiser in einer Geheimaudienz verabschiedet worden. Als Ziele hatte Wilhelm II. Einfluss auf die türkische Armee und die Stärkung des militärischen Gleichgewichts gegenüber Russland genannt. 1912 war der englische Admiral Limpus mit der Reorganisation der osmanischen Marine beauftragt worden.

Die Liman-von-Sanders-Krise ist nach dem Chef der deutschen Militärmission, Otto Liman von Sanders, benannt. Er war am 14.Dezember 1913 nach Konstantinopel gekommen, um das osmanische Militär neu zu organisieren und übernahm wie vereinbart das Kommando über das türkische 1. Armeekorps um daraus ein Musterkorps zu formen.

Auf internationaler Ebene kommt es zu Beratungen und Mitte Januar wird es eines Konferenz geben.

Und mit ihm kommt der Darmstadtbezug: Weiterlesen