Ein Terrorbefürworter wird auf dem Darmstädter Hauptbahnhof zitiert

Der Büchner zugeschriebene Satz auf dem Darmstädter Hauptbahnhof lautet im französischen original "C'est ici sans doute qu'il nous faut quelque courage et quelque grandeur d'âme" und stammt von Robespierre.

Der Büchner zugeschriebene Satz auf dem Darmstädter Hauptbahnhof lautet im französischen original „C’est ici sans doute qu’il nous faut quelque courage et quelque grandeur d’âme“ und stammt von Robespierre.


Wie es der Zufall will, stelle ich heute – exakt an Georg Büchners 200. Geburtstag – fest, dass der Satz, der zur Zeit auf dem Darmstädter Hauptbahnhof steht, gar kein Büchnerzitat oder ein von ihm erdichteter Satz ist.

Der Satz „Wir alle haben etwas Mut und etwas Seelengröße nötig“ stammt im Original von Maximilien de Robespierre, dem Terror-Befürworter während der der Französischen Revolution. Büchner lässt Robespierre den Satz in seinem Stück „Dantons Tod“ sagen.

Robespierre hatte „C’est ici sans doute qu’il nous faut quelque courage et quelque grandeur d’âme“ im „Discours au sujet de l’arrestation de Danton et de ses complices“ gesagt. Glücklicherweise an einem 31. März vor 219 Jahren, sodass dieses Jubiläum nicht auch noch stattfindet.

Leider ist mein Französisch für weitere Zusammenhänge zu schlecht, laut dem Marburger Büchnerforscher Burghard Dedner forderte Robespierre den aufrechten Gang – zur Guillotine (und natürlich von den anderen):

Schwäbisches Tagblatt: Ein Gespräch mit dem Germanisten Burghard Dedner – Es gibt ein schönes Beispiel, wie das bis heute missverstanden wird. Am Darmstädter Bahnhof steht derzeit: "Wir alle haben etwas Mut und etwas Seelengröße nötig." Das steht in "Danton", ist aber Originalton Robespierre, der fordert, man solle aufrechten Ganges zur Guillotine schreiten.

Und in der Frankfurter Rundschau macht Dedner dezent Werbung für die historisch-kritische Georg-Büchner-Ausgabe „Sämtliche Werke und Schriften“ die er mitherausgibt:

FR: „Büchners Handschrift ist kaum zu lesen“ – Wenn am Bahnhof einer großen deutschen Stadt ein Banner aufgehängt wird, auf dem steht: „Wir alle haben etwas Mut und etwas Seelengröße nötig“, dann hätte man bei uns bequem nachlesen können, dass der Satz nicht von Büchner, sondern von Robespierre stammt.

:)

Darmstädter Koalition im Handelsblatt

Damals am 20. Mai 2011 auf dem Hofgut Oberfeld: OB Jochen Partsch (Grüne), CDU-Vorsitzender Ctirad Kotoucek, Bürgermeister Rafael Reißer (CDU), Baudezernentin Brigitte Lindscheid (CDU) und Grünen-Sprecherin Hildegard Förster-Heldmann stoßen auf den Koalitionsvertrag an.

Damals am 20. Mai 2011 auf dem Hofgut Oberfeld: OB Jochen Partsch (Grüne), CDU-Vorsitzender Ctirad Kotoucek, Bürgermeister Rafael Reißer (CDU), Baudezernentin Brigitte Lindscheid (CDU) und Grünen-Sprecherin Hildegard Förster-Heldmann stoßen auf den Koalitionsvertrag an.


Die Darmstädter grün-schwarze Koalition wird im Handelsblatt als Beispiel für Schwarz-Grün genannt. Klar, geht. Aber so gut es ist, dass die Darmstädter SPD nach 60 Jahren in der Stadtregierung mal so richtig in der Opposition ist; die CDU ist ein pflegeleichter Partner, der froh ist mal wieder mitzuregieren. Die SPD wäre anstrengender gewesen. Und wurde zuvor jahrelang die Union ausgegrenzt, wird nun das Spiel mit der SPD gespielt. Auch wenn im Wahlkampf noch von einem Neuen Politikstil gesprochen wurde.

Auch das im Handelsblatt erwähnte „für parteipolitische Differenzen sei gar keine Zeit“, stimmt vielleicht innerhalb der Koalition. Aber die Stadtparlamentssitzungen dauern genauso lang (wie reden von mehreren Stunden, mindestens vier) wie zu rot-grünen Zeiten. Weil eben die grün-schwarze Mehrheit der Opposition selten was gönnt und die dann halt das macht was ihr übrigbleibt: Nachfragen und Finger in die Wunden legen. Wobei die SPD auch ziemlich anstrengend sein kann – was aber auch wieder am Ausgrenzen liegt.

Aber wenn es eng wird, dann kommen Appelle, dass man doch in einem Boot sitze. Dann soll man bei der HSE oder beim Klinikum nicht so nachfragen („Je länger wir diskutieren, ob da jemand beim Klinikum was versteckt, desto weniger tun wir der Einrichtung einen Gefallen“, sagte ein Koalitionär auf der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 9.10.2013).

Der am 20. Mai 2011 auf dem Hofgut Oberfeld unterschriebene Koalitionsvertrag.  Dass er in einer Stofftasche der Grünen steckt, ist vielleicht ein Hinweis, wer da wen in die Tasche gesteckt hat. ;-)

Der am 20. Mai 2011 auf dem Hofgut Oberfeld unterschriebene Koalitionsvertrag. Dass er in einer Stofftasche der Grünen steckt, ist vielleicht ein Hinweis, wer da wen in die Tasche gesteckt hat. ;-)

Wild und Wein aus der Region

Küchemmeister Konrad Voß ist Pächter im Restaurant "Bürgermeister-Pohl-Haus" in Wixhausen.

Küchemmeister Konrad Voß ist Pächter im Restaurant „Bürgermeister-Pohl-Haus“ in Wixhausen.

Echo online: „Heute ist Kochen schöner“ – Porträt – Konrad Voß, Pächter der Gaststätte im Bürgermeister-Pohl-Haus, mag Wildgerichte und aufgeschlossene Gäste

Und der „Dippegucker“ war im April da: „Bürgermeister-Pohl-Haus“ in Darmstadt-Wixhausen – Angenehmes Ambiente und eine stimmige Küchenleistung – Oase in der Betonwüste

Bürgermeister-Pohl-Haus
Mittwoch bis Montag: 17-23 Uhr
Sonntag: 11.30-14 Uhr
Telefon 06150 1849661
http://www.bürgermeister-pohl-haus.de
Dienstag ist Ruhetag.