Die James Bond-Filme werden 50 Jahre alt – einiges an nutzlosem Agentenwissen


(Werbe-Video von 007.com)

Heute vor 50 Jahren lief mit „Dr. No“ der erste Bond-Film an.

Ich hatte mal vor einigen Jahren für die W-Akten/Besserwisserseite (übrigens eine der ersten Sites, die unnützes Wissen sammelte, bevor das „in“ war und andere beim Ausschlachten solcher Sammlungen findiger waren) einiges an Trivia zu den Bond Filmen zusammengetragen, was ich nun gerne hier zum 50. Geburtstag des Bond-Films „Dr. No“ wiederhole. Es ist teilweise redundant und nicht alles aktuell. Besondern zu „A Quantum of Solace“ wird man nichts finden, da ich den Film so langweilig und schlecht fand, dass ich ihn fast nicht zuende geguckt hätte. Entsprechend wenig erwarte ich daher bis auf weiteres von „Skyfall“, Film Nummer 23, der dieses Jahr kommen soll.

Aber nun los:

Das 007-Logo, bei dem die Sieben den Griff einer Pistole formt, stammt von Joseph Caroff. Er hatte es schon für den ersten Bond-Film „Dr. No“ entworfen.

Eric Pulford entwarf 1963 das Filmplakat zu „Liebesgrüße aus Moskau“. Er entwarf damit auch die typisch Bondsche Pistolenhaltung (Bonds Gesicht frontal und Pistole schräg über die Wange).


Jeder Bond (außer „Casino Royale“ 2006) fängt mit dem berühmten weißen Punkt an, dann sieht man durch einen Pistolenlauf Bond bis er in Richtung der Zuschauer schießt. Die Idee dazu stammte von Maurice Binder.

Bei den ersten drei Filmen läuft gar nicht Connery vor dem Pistolenlauf. Es war der Stuntman Bob Simmons. Für „Feuerball“ wurde die Szene mit Connery neu aufgenommen.

Beim „Day another Day“ kommt auch wieder die Pistolenlaufszene, diesmal schafft es Bond sogar in den Lauf zu treffen, es fliegt nämlich einen Kugel durch den Lauf auf die Zuschauer zu.

Die Teaser-Sequenz mit dem Mini-Jet aus „Octopussy“ war eigentlich für „Moonraker“ geplant, aber dann zu teuer fürs Moonraker-Budget geworden, so dass man sie verschob. Ebenso war die Idee mit den Kreissägenhubschrauber schon vor „Die Welt ist nicht genug“ entstanden, wurde aber erst in dem Film dann umgesetzt.


Der glatzköpfige Rollstuhlfahrer, den Bond bei „In tödlicher Mission“ („For your Eyes only“) in den Fabrikschornstein schubst, ist allen Anschein nach Blofeld (Glatze, weiße Perserkatze). Aber der Name fällt nicht, denn die hat nicht EON-Productions. Blofeld taucht erstmals namentlich in „Feuerball“ auf und die Rechte an diesem Buch hält Kevin McClory (der 1982 deswegen auch das Remake „Sag‘ niemals Nie“ machen konnte).

Für „Die Welt ist nicht genug“ (1999) wurde wieder mal ein deutscher Schurke gesucht. In die engere Wahl kamen Heinz Hoenig, Michael Mendl und Claude-Oliver Rudolph Den Zuschlag erhielt (wie man sehen konnte) Rudolph.

1967 wurde nach einem Blofeld-Darsteller in „Man lebt nur zweimal“ gesucht. In die Wahl kam auch der Österreicher Helmut Qualtinger, der aber als „zu klein“ abgelehnt wurde. Blofeld wurde vorläufig der Tscheche Jan Werich, der aber schließlich durch Donald Pleasance ersetzt wurde. Allerdings war Pleasance kleiner als Qualtinger.

Sein Name ist Adam… Ken Adam
Der langjährige Bond-Designer Ken Adam heißt eigentlich Klaus Adam und stammt aus Berlin. 1934, da war er 13 Jahre alt, floh seine Familie wegen der Nazis nach Großbritannien. 1962 kam der Zeichner und Architekt zu Bond. Sieben Sets für Bond-Filme zwischen 1962 und 1979 wurden von Ken Adam gestaltet: James Bond jagt Dr. No, Goldfinger, Feuerball, Man lebt nur zweimal, Diamantenfieber, Der Spion der mich liebte und Moonraker.

Adam war Produktionsdesigner und verantwortlich für die Settings, den Kulissenentwurf, die Autos, Waffen und auch die Gadgets und andere „Spezialanfertigungen“. Er prägte den 007-Style von Anfang an mit und half mit seinen Mitteln aus einem 08/15-Agentenfilm in den 60ern die „007-James Bond Filme“ zu machen.

Adams „Handschrift“ bei der Inneneinrichtung erkennt man schon in „Dr. No“ an vier Räumen:
– Das Tarantel-Zimmer in dem Prof. Dent die Tarantel erhält, mit der er Bond töten soll. Die Decke und einzige Lichtquelle des Raumes besteht aus einer runden vergitterten Öffnung.
– Das unterirdische Apartment Dr. No’s, in dem Bond untergebracht wird.
– Der Foltertunnel, durch den Bond flieht
– Dr. Nos Kommandozentrale, die fortan das Muster für die Kommandozentralen der kommenden Weltherrschaftsanwärtern wurde.

Adam kümmerte sich auch um die Ausstattungsdetails: In No’s Apartment hängt Goyas Portrait des Herzogs von Wellington. Heute ist das eher belanglos, aber damals war es eine feine Anspielung, denn das Gemälde wurde 1961 aus der Londoner National Gallery gestohlen. Ken Adam organisierte mit seinem Team in kürzester Zeit die Gemäldekopie.

Das Innere von Fort Knox bei „Goldfinger“ (1964) ist frei erfunden, denn nach Fort Knox darf noch nicht einmal der US-Präsident hinein. Adam war daher bei der „Bank of England“. Aber die lagerte ihre Goldreserven unspektakulär in knapp kniehohen Stapeln. Bei höheren Stapeln wird das schwere Gold einfach zu unhandlich. Jedenfalls war diese Ausstattung nicht filmgerecht, so dass Adam das US-Goldlager so gestaltete, dass es so aussah wie der Kinogänger sich das vorstellt.

Für „Feuerball“ (1965) schwamm Bond Connery zwischen Haien. Natürlich wurde dabei getrickst, die Haie waren durch Plexiglasscheiben von Connery getrennt. Allerdings gab es für den Dreh eine Scheibe zuwenig, sodass ein Taucher die Lücke bewachen musste. Was einmal schief ging, Connery tauchte, der Haiwächter war nicht zur Stelle und der Hai sah die Gelegenheit dem Agentendarsteller mal seine Lizenz zum Töten zu zeigen. Die Sache ging gut aus, da Connery den biblischen Rekord im über-Wasser-laufen einstellte. ;-)

Für „Man lebt nur zweimal“ (1966) suchte Adam in Japan ein im Buch beschriebenes Schloss mit Giftpflanzengarten, fand aber nichts. Da die Buchhandlung nicht besonders filmreif schien und die Settings nicht passten, wurde die Handlung komplett neu erfunden. Das Hauptquartier Blofelds wurde der legendäre Vulkan. Auf die Idee kam Adam bei seinen Hubschrauberrundflügen auf der Insel Kyushu.

Als die Crew Adam Vulkan-Entwürfe sah, dachte sie die Bemaßung wäre in Fuß, aber Adam dachte in Metern. Der Film-Vulkan war schließlich 40m hoch und hatte einen Durchmesser von 135m. Verbaut wurden 700 Tonnen Stahl, 200 Tonnen Gips und 300000 qm Leinwand.

Für „Der Spion der mich liebte“ wurde das Innere eines riesigen Öltankers benötigt. Der Filmtanker war so groß. dass er drei Atom-U-Boote „einlagern“ konnte. Da es dafür keine ausreichend große Studiohalle gab wurde damals kurzerhand eine passende gebaut. So entstand die größte Halle der Pinewood-Studios in Großbritannien, die dann auch gleich die Nummer 007 bekam. Und obwohl die Halle schon richtig groß war musste Ken Adam tricksen: Die Atom-U-Boote sind nicht in ihrer Originalgröße, sondern etwas kleiner.

Der tauchende Lotus existierte tatsächlich bei der Perry Oceanigraphic Company, er konnte mit einer Geschwindigkeit von 7,2 Knoten 15m tief tauchen.

Ken Adam war ab „In tödlicher Mission“ (1981) nicht mehr dabei. Sein Assistent Peter Lamont übernahm das Produktionsdesign.

„Never touch a running system“
Bis zu „Casino Royale“ änderte sich seit „Goldfinger“ kaum etwas an den Zutaten eines Bond-Films: Mädchen, Verbündete, Schurken, Handlanger, Actionszenen, Andeutung sexueller Handlungen mit ein paar Frauen und der Bondine, Auftrag durch „M“, technische Ausrüstung durch „Q“, Flirten mit Miss Moneypenny, exklusive Stunts, exotische Schauplätze und explodierende Schurkenhauptquartiere. Genaugenommen war es zwischen 1964 und 2006 immer der gleiche Film.

Besonders auffällig ist dies, wenn man „Man lebt nur zweimal“ mit „Der Spion der mich liebte“ vergleicht:

Bei „Man lebt nur zweimal“ werden Raumkapseln mit einer kapselschluckenden Raumfähre entführt und der Endkampf findet mit der Unterstützung von einigen japanischen Ninjas in Blofelds vulkanischen Weltraumbahnhof statt.

Bei „Der Spion der mich liebte“ werden Atom-U-Boote von einem Riesentanker der Reederei Stromberg geschluckt und der Endkampf findet mit der Unterstützung von den befreiten U-Bootbesatzungen in Strombergs maritimen mobilen U-Boothafen statt.

Auch der Vergleich zwischen „Goldfinger“ mit „Im Angesicht des Todes“ ergibt Ähnlichkeiten:

Bei „Goldfinger“ vergiftet Auric Goldfinger seine kriminellen Mitwisser, damit sie vom Projekt „Grandslam“ nichts verraten können. „Grandslam“ ist Goldfingers Plan den Goldvorrat in Fort Knox radioaktivzu verstrahlen und somit den Goldpreis (und den Wert seines Goldes) in die Höhe zu treiben.

Bei „Im Angesicht des Todes“ eliminiert Max Zorin kriminelle Mitwisser, damit sie vom Projekt „Mainstrike“ (klingt doch wie „Grandslam“?) nichts verraten können. „Mainstrike“ ist Zorins Plan, das Silikon-Valley durch ein künstliches Erdbeben zu überfluten um den Wert der von ihm produzierten Microchips in die Höhe zu treiben.

Parallelen gibt es ebenfalls zwischen „Der Morgen stirbt nie“ und „Man lebt nur zweimal“: Die jeweiligen Schurken stiften Unfrieden zwischen zwei Weltmächten und wollen davon profitieren.

Bei „Man lebt nur zweimal“ hofft Blofeld, dass sich die USA und UdSSR gegenseitig des Raumkapseldiebstahls beschuldigen und in einen Vernichtungskrieg ziehen.

Bei „Der Morgen stirbt nie“ hofft der Medienmogul Elliott Carver, dass er durch gezielte Beschädigung britischer und chinesischer Kriegsschiffe die beiden Staaten in einen medienwirksamen Krieg ziehen kann.

Bei „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ und „Moonraker“ ist die Bedrohung die gleiche: Blofeld und Drax wollen auf der Welt eine Substanz verteilen, die Menschen unfruchtbar werden lässt.

Auch sind Killersatelliten gerne die ultimative Waffe zur Welterpressung:
– ein Lasersatellit bei „Diamantenfieber“
– ein atomwaffentragender Satellit in „Goldeneye“
– ein Polkappen-abschmelzender Satellit bei „Stirb an einem anderen Tag“.

„Die another Day“ war vom groben Plot her ein „Diamantenfieber“-Remake. Der Oberbösewicht unterzieht sich einer kosmetischen Operation und baut/finanziert seinen Welterpressungskillersatelliten mit Diamanten.

Früher war alles besser…
Der erste James Bond-Roman war „Casino Royale“ und erschien im April 1953. Der erste Bond in bewegten Bildern kam im Jahr darauf im US-Fernsehen. Aber bis zu den Kinofilmen sollte es noch etwas dauern.

James Bonds Namenspate ist der Vogelkundler James Bond. Es gibt neben dem amerikanischen Vogelkundler weitere richtige James Bonds auf der Welt. Einer wurde in den 50er Jahren geboren und arbeitet heute für die Weltbank. Beim Einchecken am Flughafen hoffte er anfangs, dass sein Name etwas Aufsehen erregen würde, aber die Damen an den Schaltern treffen öfters auf Bonds, wie ihm eine anhand einer Passagierliste auch beweisen konnte. Der Weltbank-James Bond hatte eines Tages aber ein interessantes Meeting – mit einem Dr. Goldfinger.

Warum James Bond die 007 bekommen hat, ist unklar. In einem Interview sagte Ian Fleming, dass 007 ein Teil der Postleitzahl 20007 sei. Unter dieser Postleitzahl lebten in Georgetown viele CIA-Agenten. Dann gibt es eine Kurzgeschichte aus dem Jahre 1898 vom Autor des Dschungelbuchs, Rudyard Kiplings, die „007“ heißt. Eine andere Theorie ist, dass Fleming die Aussprache einer Telefonnummer so klasse fand. Es war die Telefonnummer der Kriegsabteilung des Arbeitsministeriums: 10-000-007 und „Nullnullsieben“ heißt auf englisch „double oh seven.“ Vielleicht klang die Sieben auch am besten, denn „seven“ ist die einzige zweisilbige Ziffer (auf englisch und auf deutsch).

Den literarischen James Bond erfand schon Agatha Christie. In der Kurzgeschichte „The Rajah´s Emerald“ („Der Smaragd des Radschas“) von 1934 kommt auch ein James Bond vor: „With a serious effort James Bond bent his attention once more on the little yellow book in his hand …“ Dieser Bond ist an einer Verkäuferin in einen Seebad interessiert und muss einen „Mitbewerber“ ausbooten.

Fleming hat seinen James Bond mal beschreiben: „Größe 183 Zentimeter, Gewicht 76 Kilogramm, schlank, blaue Augen, schwarzes Haar, auf der rechten Wange einen senkrechte Narbe. Guter Sportler , ausgezeichneter Pistolenschütze, Boxer und Messerwerfer. Sprachen: Französisch und Deutsch. Starker Raucher (Spezialzigaretten mit drei Goldringen) Leidenschaften Alkohol (keine Exzesse) und Frauen. Verwendet keine Decknamen.“ Und dann hat Bond noch eine kleine Locke, die in die Stirn ragt.

Fleming stellte sich vor, dass Bond dem Künstler Hoagy Carmichael ähnelt. Der hatte nur keine kleine Locke.

Die Spezialzigaretten waren die Flemingschen Zigaretten aus einer balkanesisch-türkischen Tabakmischung von Morlands in der Grosvenor Street in London. Und die drei goldenen Streifen erinnern stark an den militärischen Rang Flemings, er war Commander – wie sein Romanheld auch.

Der Flemingsche Bond wäre inzwischen 91 Jahre alt. Denn James Bonds Geburtstag ist von Ian Fleming auf den 11.11.1920 festgelegt worden.

Die Filme
Casino Royale (1954)
Fleming hatte es vor dem ersten Film schwer seine Bücher zu verkaufen: Einige Bond-Romane hatten den „Kalten Krieg“ zum Thema und waren somit zu politisch, in den USA war er nicht so bekannt und ein bekannter Schauspieler war auch nicht zu finden. Die Filmrechte für „Casino Royale“ verkaufte Bond-Autor Ian Fleming für 6000 Dollar.

Der erste James Bond-Auftritt war am 21. Oktober 1954 im US-Fernsehsender CBS. Die Fernsehsendung wurde live aus einer Casino-Kulisse übertragen, was die Sendung wie eine Theaterverfilmung wirken lässt. Barry Nelson spielte den US-Agenten Jimmy Bond, Peter Lorre den Gegenspieler Le Chiffre und Linda Christian das Bond-Girl Valerie Mathis. (Linda Christian war mit der Schauspiellegende Tyrone Power verheiratet ist die Mutter der Sängerin Romina Power.)

1958 traf Fleming den Regisseur Kevin Mc Clory (den Namen sich merken, der kommt nochmal vor). Mc Clory hatte beim Film „In 80 Tagen um die Welt“ (1956) mitgearbeitet. Dieser Abenteuerfilm der an verschiedensten Schauplätzen spielte, brachte ihn auf die Idee auch James Bond mondän agieren zu lassen.

Fleming und Mc Clory entwarfen dafür eine neue Geschichte. Hinzu kam der Drehbuchautor Jack Whittingham. Zu einer Verfilmung kam es am Ende nicht, weil die Finanzierung nicht gesichert war.
1960 saß Ian Fleming dann in seinem Haus „Goldeneye“ (Woher haben die wohl den Filmnamen geklaut?) auf Jamaika und machte sich ans Schreiben des achten Bond-Romans „Thunderball“. Er verwendete dafür zahlreiche Elemente aus der Story, die er mit Mc Clory und Whittingham entwickelt hatt

So war die Entführung des Atombombers, um an zwei Atombomben zu kommen Whittinghams Idee.
1961 war dann der Produzent Harry Saltzman bereit Bond-Filme zu machen. Er kam während Studioverhandlungen mit dem Produzenten Albert Broccoli zusammen, da der auch schonmal die Fühler in Richtung Bond ausgestreckt hatte. Die beiden gründeten die EON Productions Ltd. und einigten sich mit „United Artists“ auf sechs Bond-Filme.

Dr. No (1962)
Der erste Bond mit dem damals 32 Jahre alten Sean Connery,
Das „Dr. No“ 007-Logo, bei dem die Sieben den Griff einer Pistole formt, stammt von Joseph Caroff.
In den ersten beiden Bond-Filmen hat James Bond mit Sylvia Trench (Eunice Gayson) eine Freundin, die er wegen Aufträgen immer sitzen lässt. Das Konzept wurde danach nicht weiter verfolgt.
Den Felix Leiter spielte Jack Lord, der später eine Hauptrolle in „Hawaii fünf null“ hatte.
Bond raucht insgesamt fünf Zigaretten in dem Film.

Die Ideen zum Roman „Dr. No“ hatte Fleming geschickt wiederverwendet. Denn sie stammten aus den Entwürfen für „Commander Jamaica“, eine Fernsehserie für NBC.

„Size Matters“ galt schon 1962 bei „James Bond 007. Denn eigentlich sollte Julie Christie die aus dem Wasser auftauchende Honey Ryder spielen. Aber Produzent Broccoli stellte bei ihr fest: „No tits!“ Und so bekam die entsprechend ansprechend ausgestattete Schweizerin Ursula Andres den Job.

Liebesgrüße aus Moskau (1963)
Von Matt Monros Titelsong gibt es eine deutsche Version mit dem Namen „Die Wolga ist weit“, gesungen von Ruth Berle.

Das Filmplakat zu „Liebesgrüße aus Moskau“ entwarf Eric Pulford. Der Titel passt besser auf den Roman als den Film. Im Buch steckt hinter der Story der KGB, im Film ist es eine Gangsterorganisation.

Den Blofeld im Film spielt Antony Dawson, der schon in „Dr. No“ als Professor Dent mitspielte. Da er als Blofeld aber nur von hinten mit Katze zu sehen ist, fällt das nicht auf.
Pedro Armendariz, der Bonds Kontakmann Kerim Bey spielte, war unheilbar an Krebs erkrankt. Der Regisseur wollte aber die Rolle nicht neu besetzen. Armendariz‘ Szenen und Nahaufnahmen wurden schnellstmöglich gedreht. Für einige Szenen sprang Regisseur Terence Young als Double ein.

Man könnte vermuten, dass Armendariz seine Krebskrankheit dem 1956, in der Wüste Nevadas, gedrehten Film „The Conqueror“ verdankt. Denn die Dreharbeiten fanden in dem von Atombomben verstrahlten Testgebieten statt.

1963 bekommt Kevin Mc Clory vor Gericht die Film- und Fernsehrechte für „Thunderball“.

Goldfinger (1964)
Gerd Fröbe wird im Original von Michael Collins synchronisiert.

Der legendäre Aston Martin verkaufte sich als Spielzeugauto von Corgi über zwei Millionen Mal.
Den Atombomben-Countdown stoppte Bond ursprünglich bei drei Sekunden vor dem Knall. Die Idee daraus die Anzeige 007 zu machen stammte von einem Zuschauer der Testvorführungen.

Auch wenn der Film zu großen Teilen in den USA spielt, wurde er in England gedreht. Nur die Außenaufnahme des Hotels am Anfang und der Schrottplatz sind US-Drehorte.

1964 entschließt sich Kevin Mc Clory den Bond-Film-Machern eine Zusammenarbeit anzubieten. Er befürchtete, dass sein Projekt – nach den Maßstäben, die Broccoli und Saltzman gesetzt hatte – keine Chance mehr bekommen würde. Albert Broccoli willigte ein, denn er befürchtete, dass seine Bond-Filme leiden würden, wenn plötzlich andere Bonds auftauchen würden. Mc Clory vereinbarte mit den Produzenten zehn Jahre lang keinen eigenen Bond-Film zu machen.

Am 12. August 1964 stirbt Ian Fleming mit 56 Jahren. Von ihm stammen 12 Bond-Romane und 10 Kurzgeschichten. Man kann es sich also ausrechnen, dass es maximal 22 Filme geben kann, die auf einer Originalgeschichte basieren können.

Feuerball (1965)
Zusammen mit Kevin Mc Clory produzieren Harry Saltzman und Alber Broccoli den Film. Eine Szene, die andeutet, dass Bond und Domino Unterwasser Sex haben, wurde entschärft. Ein nach oben treibender Bikini wurde durch Luftblasen ersetzt.

1965 erscheint mit „Der Mann mit dem goldenen Colt“ erscheint Ian Flemings letzter Bond-Roman und 1966 kommen noch drei Kurzgeschichten heraus.

Man lebt nur zweimal (1967)
Die Buchvorlage erschien den Produzenten nicht geeignet. Im Buch soll Bond eine Dechiffriermaschine aus Japan holen. Dafür wollen die Japaner von ihm, dass er einen Dr. Shatterhand beseitigt. Denn der lockt mit einem Garten in einer Burgruine voller giftiger Pflanzen und Tiere japanische Selbstmörder an. Dr. Shatterhand ist in Wahrheit Blofeld. Und den bringt Bond am Ende um.

Aus dem Todesschloss machte Drehbuchautor Roald Dahl (ja, das ist der Autor der „Küsschen, Küsschen“- und anderer fieser Geschichten) eine Vulkanfestung. Denn Broccoli hatte bei Schauplatzerkundungen in Japan einen Nationalpark mit 20 erloschenen Vulkanen entdeckt. Zudem gab es kein Schloss an der Küste, wie es Fleming sich für den Roman ausgedacht hatte.

Casino Royale (1967)
Eon Productions hatte nicht die Rechte an dem Film, aber Produzent Charles Feldmann versuchte sein Glück die damalige Bonditis zu nutzen. Sean Connery wollte den Bond nicht spielen. So wurde aus dem ernsthaftem Roman im Film eine Parodie mit Woody Allen, Ursula Andres, David Niven, Peter Sellers und Orson Welles, die leider eher chaotisch als witzig war. Aber es wurde wenigstens David Niven James Bond, wie von Fleming in den 1950ern gewünscht.

Angeblich machte „Casino Royale“ mehr Kasse, als „Man lebt nur zweimal“. Man vermutete, dass das Abgefeiere eines Trick- und Effektfeuerwerks mit Mini-Hubschrauber und Vulkanfestung und Japan und Weltraum das Publikum ermüdet hatte.
Nach Charles Feldmanns Tod kaufte United Artists zwar seine Firma teilweise lagen die Bondrechte aber noch bei Columbia Pictures, die 1989 von Sony aufgekauft wurden.

1967 diskutierte man u.a. Gene Barry, Patric McGoohan, James Mason, Roger Moore, Paul Newman und Oliver Reed als Nachfolger für Sean Connery.

Im Geheimdienst ihrer Majestät (1969)
Die Buchvorlage wurde für den Film nur wenig verändert. Praktischerweise gab es in der Schweiz bei Mürren im Berner Oberland tatsächlich etwas, das der Blofeldschen Alpenfestung „Piz Gloria“ im Roman entsprach: Ein Restaurant auf dem Schilthorn, das gerade fertig geworden war.

Als Bond-Girl wollte man erst Brigitte Bardot. Die konnte nicht. Catherine Deneuve wollte nicht, so wurde es Diana Rigg, die man als Emma Peel aus „Mit Schirm, Charme und Melone“ („The Avengers“) kannte.

Sean Connerys Nachfolger George Lazenby (geb. 1939, damals 30 Jahre alt) lebte als Bond nur einmal. Er hatte es sich mit seltsamen Sprüchen bei den Produzenten verdorben.

Diamantenfieber (1971)
Sean Connerys Rückkehr wurde für die Produzenten teuer. 1,25 Millionen Dollar Gage, Beteiligung an den Einspielergebnissen und Connery wurden zwei Filme seiner Wahl finanziert.

Aus der Flemingschen Diamantenschmugglergeschichte wurde eine Welterpressungsnummer.

Bevor Blofeld der Schurke wurde, überlegte man, ob man nicht die Rolle eines Bruder von Auric Goldfinger einführen sollte. Man hatte auch schon mit Gerd Fröbe gesprochen, es sich aber schließlich anders überlegt. Geplant war auch ein Supertanker mit einer Laserkanone. Aber Supertanker sollten erst 1977 kommen. Eine Szene in der der echte Sammy Davis jr. mit der Filmfigur Willard Whyte über seine Gage verhandelt, wurde am Ende herausgeschnitten.

Die Sargverladungsszene spielt auf dem niederländischen Flughafen Schiphol, wurde aber auf dem Frankfurter Flughafen gedreht.

Das abgeschiedene Leben der Milliardärs Howard Hughes war vermutlich Vorlage für die Rolle des Willard Whyte in Diamantenfieber”. Im Film lebt der Millionär Willard Whyte in einem Hotel in Las Vegas und leitet von dort aus sein Unternehmen.

Die Bond-Suche ging wieder weiter: Im Gespräch waren Paul Newman aber auch auf andere US-Amerikaner wie Burt Reynolds, Steve Mc Queen, Robert Redford und Tony Curtis.

Leben und Sterben lassen (1973)
Mit Roger Moore (geb. 1927, damals 46 Jahre alt) folgte ein Darsteller auf Connery (geb. 1930), der sogar älter war. Moore betonte in der Rolle mehr den Spaß. Ein Wechsel, der in den 1970er Jahren ganz angebracht erschien.

Im Roman bekämpft Bond den Gansterboss Mr. Big, der mit seinen Aktionen sowjetische Spionage finanziert. Im Film tarnt sich der Heroinschmuggler Mr. Big als Diplomat Dr. Kananga.

Für Recherchen auf eine Krokodilfarm befragte Drehbuchautor Manciewicz einen Züchter der ausgerechnet Kananga hieß. Dieser Züchter machte im Film auch den Stunt, der Bond über eine “Krokodilbrücke” laufen ließ.

Der Mann mit dem goldenen Colt (1974)
Das Buch ist Flemings letzter Roman. Bond wurde vom sowjetischen Geheimdienst nach seinem Japanaufenthalt abgefangen und einer Gehirnwäsche unterzogen. Er soll M ermorden, wird aber gestoppt und wieder auf Spur gebracht. Nun soll er den KGB-Killer Francisco Scaramanga umbringen. Scaramanga wird von Christopher Lee gespielt, der es damit geschafft hatte bei vielen legendären Filmreihen dabei gewesen zu sein: Dracula, Bond, Star Wars und Herr der Ringe.

Im Film fordert angeblich Scaramanga Bond heraus. Als Bond darauf eingeht, kommt heraus, dass Scaramanga Freundin ihren Lover loswerden wollte und dass der Schurke versucht mit einem solargetriebenen Laser die Welt zu erpressen.

Der Spion, der mich liebte (1977)
Bei “Der Spion der mich liebte” werden Atom-U-Boote von einem Riesentanker der Reederei Stromberg geschluckt und der Endkampf findet mit der Unterstützung von den befreiten U-Bootbesatzungen in Strombergs maritimen mobilen U-Boothafen statt. Damit ist der Film dem Plot von “Man lebt nur zweimal” recht ähnlich.

Das Buch “Der Spion der mich liebte” ist komplett anders. Es erzählt eine Geschichte aus Sicht einer Frau. Sie wird in einem Motel von zwei Gangstern bedroht und schließlich vom zufällig vorbeikommenden James Bond gerettet. Fleming wollte nicht, dass die Geschichte verfilmt wird. Broccoli – Saltzman hatte inzwischen seine Rechte an United Artists verkauft – schaffte es sich den Titel von den Erben genehmigen zu lassen. Getreu der jahrelang geübten Praxis wurde ein bondiges Drehbuch geschrieben. Ursprünglich hieß der Oberbösewicht Stavros. Da aber Kevin Mc Clory die Rechte an Blofeld und SPECTRE besaß und Stavros aus dem Umfeld war, wurde daraus der Reeder Karl Stromberg, gespielt von Curd Jürgens.

Der Sprung mit Skiern von einem Berg ist echt. Nur steht diese Klippe nicht in Österreich. Es ist der Mount Asgard in Kanada, dort geht es an einer Kante 1100 Meter in die Tiefe.

Die Idee das Lotus Modell “Esprit” als tauchendes Bond-Auto zu verwenden stammte vom Set-Designer Ken Adam. Die Lotuswerke stellten auch kooperativ sechs Karosserien zur Vefügung. Ein Auto wurde so umgebaut, dass es tauchfähig war. Allerdings war die Kabine geflutet, da eine luftgefüllte Kabine Auftrieb verursacht. Gesteuert wurde das Auto von zwei Tauchern.

Das Liparus-Tankermodell war 21 Meter lang. Das Tankerinnere befand sich in einer Halle auf dem Gelände der Pinewood-Studios. Die Atom-U-Boote hätten im Original 140 Meter lang sein müssen, also wurden echt genug aussehende kleinere Kulissen-U-Boote gebaut.

Der Lotus erschien bei Corgi als Spielzeugauto und wurde über 600.000 Mal verkauft.

Bond Gegner “Beißer” überlebte, weil das sich Publikum bei Testvorführungen für “Beißer” aussprach. Die Figur “Beißer” stammt von Drehbuchautor Christopher Wood.

1977 wurde auch Kevin Mc Clory wieder munter. Er begann seinen eigenen Bond-Film, möglicherweise mit Connery, zu planen. (Wie wir wissen kam dieser Film 1983 als das “Feuerball”-Remake “Sag niemals nie” mit Sean Connery als James Bond in die Kinos.)

Moonraker (1979)
Wegen des Erfolgs von “Krieg der Sterne” 1977 entschloss man sich in diesem Film James Bond in den Weltraum zu schicken. Mit Flemings Romanvorlage hat der Film herzlich wenig zu tun, eigentlich wurde nur der Name von Bonds Gegenspieler übernommen. Der Moonraker im Buch ist eine Rakete, die ein Geschäftsmann der englischen Regierung schenken will.

Die Kampfsequenz im venezianischen Glasmuseum ist vermutlich für die Macher eine Art Ersatz für den beim “Spion, der mich liebte” entfallenen Kampf im ägyptischen Museum.

Bei “Moonraker” und “Im Geheimdienst ihrer Majestät” ist die Bedrohung die gleiche: Blofeld bzw. Drax wollen auf der Welt eine Substanz verteilen, die Menschen unfruchtbar werden lässt.

In tödlicher Mission (1981)
Nach dem überdrehten Moonraker mit All-Ausflug, kam der 12. Bond wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. So klettert Bond zur Festung des Schurken zur Abwechslung mit einem Seil und es fliegt auch am Ende nichts in die Luft.

Der glatzköpfige Schurke mit Katze aus der Anfangssequenz hat keinen Namen, auch wenn es neheliegend ist, das es der Dauergegner Blofeld ist. Die Rechte für den Namen liegen aber nicht bei Eon Productions sondern bei Kevin Mc Clory, der damals ja mit Ian Fleming Ideen für den Film “Feuerball” entwickelt hatte.

Die gleichnamige Flemingsche Kurzgeschichte findet sich im Film wieder: Ein kubanischer Killer tötet das Ehepaar Havelock und ihre Judy Tochter will sie – mit Pfeil und Bogen -rächen. Im Film wird aus den Havelocks ein für die Briten spionierendes Archäologenpaar, die Tocher heißt Melina und schießt mit Armbrust und Bolzen.

Zusätzlich wurde die Kurzgeschichte “Risiko” verarbeitet. In der versucht Bond italienische Heroinschmuggler zu enttarnen. Dabei entpuppt sich sein Kontaktmann Kristatos als der wahre Schmuggler. Im Film ist Bonds Kontaktmann Kristatos ebenfalls der Verräter, aber in Griechenland. Er will den Sowjets den geheimen Steuercomputer verkaufen und hat die Ermordung der Havelocks angeschoben, da die das Gerät ebenfalls suchten.

Bond flieht in einem gelben 2CV. Die Ente gab es viermal, hatte 54 anstelle 29 PS, Überrollbügel und Stoßdämpfer.

Octopussy (1983)
Die Teaser-Sequenz mit dem Mini-Jet aus “Octopussy” war eigentlich für “Moonraker” geplant, aber dann zu teuer fürs Moonraker-Budget geworden, so dass man sie verschob. Ebenso war die Idee mit den Kreissägenhubschrauber schon vor “Die Welt ist nicht genug” entstanden, wurde aber erst in dem Film dann umgesetzt.

Sag niemals nie (1983)
Kevin Mc Clory machte seine Pläne wahr und produzierte seinen eigenen Bond-Film. Mit Sean Connery. Aber ohne James Bond-Titelmusik oder der sogenannten Gunbarrel-Eröffnungssequenz. Connerys Absage an Bond nach “Diamantenfieber” (“nie wieder Bond”) gab die Idee für den Titel.

Da in der Literaturvorlage nichts über die Hautfarbe von Bonds US-Kontaktmann Felix Leiter steht, überraschten die Produzenten das Publikum mit einem schwarzen Felix Leiter, gespielt von Bernie Casey. Fatima Blush (Barbara Carrera) ist eine Figur aus dem Fleming-Mc Clory-Entwurf von 1958. Damals war sie noch eine Doppelagentin, die mit Bond zusammenarbeitete

Mit dabei ist auch Rowan Atkinson, gut bekannt als “Mr. Bean”. Atkinson spielte den britischen Konsulatsangestellten Nigel Small-Fawcett, der mir Bond Kontakt in Nassau (auf den Bahamas) aufnimmt und mit ihm schnorcheln gehen möchte.

Im Angesicht des Todes (1985)
Parallel zum Film kam erstmals ein Computerspiel gleichen Namens heraus.

Der Film ist ein “Goldfinger”-Remake. Der Oberböse Max Zorin betrügt beim Pferderennen (Goldfinger beim Golf), bringt unliebsam gewordene Geschäftspartner um und versucht durch eine Atombombe ein Erdbeben auszulösen, das Silicon Valley zerstört. Dadurch soll Zorin der einzige Computerchipfabrikant der Welt werden. (Goldfinger versucht durch atomare Verstrahlung des Goldes in Fort Knox den Wert seines Goldes zu steigern.)

Im Film mit dem ältesten Roger Moore (es war mit 58 sein letzter Bond Film) hatte der Doppel-Null-Agent die meisten, nämlich vier, Bettszenen. Im Schnitt aller Filme hatte Bond pro Film 1,95 Bettszenen.

Und wieder gab es Nachfolgergerüchte: Pierce Brosnan, Bryan Brown, Timothy Dalton, Mel Gibson, John James, Don Johnson, Simon McCorkindale, Sam Neill und Tom Selleck standen auf den Listen der Zeitungen. Pierce Brosnan konnte nicht wegen “Remington Steel”-Verträgen, so wurde es Dalton,

Der Hauch des Todes (1987)
Der erste Bond mit Timothy Dalton (geb. 1944, damals 43 Jahre alt). Infolge der Aufkommens von AIDS schiebt Bond nur eine Nummer. Um im nächsten Film dreimal in den Geschlechter-Nahkampf zu gehen.

Lizenz zum Töten (1989)
Timothy Daltons zweiter und letzter Auftritt. Eigentlich hatte Dalton noch einen Vertrag für einen dritten Film, aber der verzögerte sich wegen anderer juristischer Schwierigkeiten. Zudem – kann man vermuten – hatten die Bondmacher plötzlich ein Problem. Denn 1989 fiel die Mauer, Plots vor dem Hintergrund des Ost-West-Konfliktes funktionierten nicht mehr. Und zudem hatten auch andere Filmemacher gelernt Action mit lockeren Sprüchen – beispielsweise wie bei “Stirb langsam” oder “Lethal Weapon” – zu kombinieren.

Goldeneye (1995)
Nachdem 1994 Timothy Dalton als Bond abgesagt hatte, gelang es Pierce Brosnan (Jahrgang 1953, damals 42 Jahre alt) zu bekommen. Er wurde für drei Filme unter Vertrag genommen. Er war schon als Roger Moore-Nachfolger im Gespräch gewesen, steckte damals aber noch in alten Verträgen. Vom Typ her passte er perfekt und er schaffte es auch die Reihe glaubwürdig wieder zu beleben.

Die Produzenten hatten angeblich bei Sharon Stone angefragt, ob sie nicht die Xenia Onatopp (im Film gespielt von Famke Janssen) spielen wollte. Der “Basic Instinct”-Star von 1991 lehnte ab, angeblich interessiere sie es nicht ein Bond-Girl zu sein. So ändern sich die Menschen: 1989 hatte Stone für die Rolle der Pam Bouvier in “Lizenz zum Töten” vorgesprochen.

Der atomwaffentragende Satellit in “Goldeneye” ist eine Kopie des Killersatelliten bei “Diamantenfieber”. In dem Film nutzte Bond seine Lizenz am ausgiebigsten. Er tötet 19 Mal, der Schnitt aller bisherigen Filme liegt bei 8,3.

1996 stirbt Albert Broccoli. Seine Tochter Barbara Broccoli und sein Stiefsohn Michael G. Wilson übernehmen die Geschäfte von Eon. Sie entscheiden über kreative Dinge, die Studios stellen primär das Geld für die Produktionen zur Verfügung.

Der Morgen stirbt nie (1997)
Angeblich sollte der Film im Original “Tomorrow never lies” – “Der Morgen lügt nie” heißen.

In dem Film bekommt Bond eine neue Waffe. Die Walther PPK wird gegen die Walther P99 gewechselt. Zwischen “Der Morgen stirbt nie” und “Man lebt nur zweimal” gibt es Parallelen: Die jeweiligen Schurken stiften Unfrieden zwischen zwei Weltmächten und wollen davon profitieren. Bei “Man lebt nur zweimal” hofft Blofeld, dass sich die USA und UdSSR gegenseitig des Raumkapseldiebstahls beschuldigen und in einen Vernichtungskrieg ziehen. Bei “Der Morgen stirbt nie” hofft der Medienmogul Elliott Carver dass er durch gezielte Beschädigung britischer und chinesischer Kriegsschiffe die beiden Staaten in einen medienwirksamen Krieg ziehen kann.

Die Welt ist nicht genug (1999)
Agentenausstatter “Q” (Desmond Llewelyn) hat seinen letzten Auftritt und präsentiert seinen Nachfolger “R” (John Cleese). Kurz nachdem der Film in die Kinos kam, starb Llewelyn an den Folgen eines Autounfalls. Llewellyn hatte bis dahin in fast allen Filmen als Waffenmeister Major Boothroyd James Bond mit der notwendigen “Spezialausrüstung” versorgte.

Der Name Boothroyd hat einen realen Hintergrund. 1956 erhielt Ian Fleming Post von einem Geoffrey Boothroyd, der einiges an der Flemingschen Waffenbeschreibung in den Bond-Romanen verbesserte. Auf Englisch wird Waffenmeister mit “Quartermaster” übersetzt — deswegen Q.

Zum zweiten Mal in der Filmreihe werden Bond und die Zuschauer – hereingelegt. Das vermeindliche Opfer steckt hinter den Handlungen des Terroristen Renard.

Die Handlung um den Bau einer Ölpipeline orientierte sich an der Realität. Die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline (BTC) verläuft durch Aserbeidschan, Georgien und die Türkei und bringt seit 2005 Rohöl von Aserbaidschan und Kasachstan zum Mittelmeer.

Für “Die Welt ist nicht genug” wurde wieder ein deutscher Schurke gesucht. In die engere Wahl kamen Heinz Hoenig, Michael Mendl und Claude-Oliver Rudolph Den Zuschlag erhielt (wie man sehen konnte) Rudolph.

Stirb an einem anderen Tag (2002)
Für die Fechtszene zwischen Bond und Graves wurde der Ende 2011 verstorbene Fechtlehrer Bob Anderson engagiert. Das wäre ja nichts besonderes – nur, Anderson ist der Fechtlehrer Erroll Flynns aus dem Jahre 1952! Eigentlich wolle Anderson ja in Rente gehen, aber das Angebot bei “Bond” mitzuwirken konnte er nicht ausschlagen. Bob Anderson hatte auch schon Ur-Bond Sean Connery trainiert, allerdings als er den “Ramirez” in “Highlander” spielte.

2003 beenden Flemings Erben die Zusammenarbeit mit dem Autor Raymond Benson, der zwischen 1997 und 2002 sechs Bond-Romane schrieb.

2004 wurde Heidi Klum digitales Bond-Girl im offiziellen Computerspiel “Everything or nothing”

Das Agentenkarusell dreht sich 2004. Brosnan schien nicht mehr zu wollen und so kamen Eric Bana, Orlando Bloom, Gerard Butler, Colin Firth, Hugh Grant, Ewan McGregor, Ioan Gruffudd, Hugh Jackman, Jude Law, Heath Ledger, Julian McMahon, Geoffrey Moore und Clive Owen, James Purefoy ins Gespräch. Klar war nur, wer es nicht wird: Hugh Grant, zu bekannt und zu teuer. Und Jude Law, Ewan McGregor, Hugh Jackman sowie Orlando Bloom waren schon zu bekannt.

Durch Firmenfusionen und Aufkäufe (MGM kauft United Artists, Sony kauft MGM) landeten die Rechte für “Casino Royale” schließlich bei Sony.

Casino Royale (2006)
Pierce Brosnan wollte weniger PR-Termine und bessere Drehbücher. Am Ende wollten die Produzenten einen anderen Bond. Mit dem Wechsel von Brosnan (Jahrgang 1953) zu Daniel Craig (Jahrgang 1968, jetzt 38 Jahre alt) wurde der Darsteller radikal verjüngt. Und damit auch ein ganzer Satz Männer erschreckt, die jetzt richtig alt fühlen, weil sie so alt wie oder älter als James Bond sind.

Mit dem Darsteller wurde auch das Konzept geändert. Produzent Michael G. Wilson erklärte der Presse: “In den 70er-Jahren wurden die Filme immer aufwendiger, bis wir 1979 “Moonraker” machten, der sogar im Weltraum spielte. Bei “Stirb an einem anderen Tag” von 2002 hat die Technologie die Story überschattet, also sind wir wieder zur Basis zurückgekehrt.”

(Und nebenbei ist dies ungeplant der 1000. Blogeintrag geworden. Schön.)