Wie eine Berufung für die Angeklagten scheitern kann

Die Angeklagten hatten Berufung eingelegt. Das Amtsgerichtsurteil hätte Gefängnis für den begangenen Raubüberfall bedeutet, denn es lag über zwei Jahre, was eine Strafaussetzung zur Bewährung ausschloss. Und so berichteten die 20 Jahre alten Männer der zweiten Instanz von einem geänderten Lebenswandel. Weg von Drogen, hin zur Familie, neuen Freunden und Freundinnen. Einer legte der Landgerichtskammer freiwillige (natürlich negative) Drogentests und eine Ausbildungsbescheinigung vor, der andere ist seit einem Jahr in einer Ausbildung und soll das Geschäft übernehmen.

Wie kam es zur Tat?
Und dann fragt die Richterin, wie es denn zur Tat kam. Wer die Idee für den Überfall hatte und wieso man auf eine am Boden liegende Verkäuferin getreten habe. Der erste Angeklagte eiert herum: Man habe sich das zusammen überlegt. Was die Richterin nicht glaubt, denn einer muss ja zuerst einen Raubüberfall ins Gespräch gebracht haben – morgens um 6 Uhr, bei einer Flasche Wodka von einer Tankstelle und nach einer Disconacht mit Joints, Drinks und etwas Kokain. Woher übrigens das Kokain gewesen sei, will die Richterin wissen. Er wisse es nicht, sagt der Angeklagte. Zweifelnder Richterinnenblick. Von einem Discobesucher, dessen Namen er vergessen habe. Der zweifelnde Richterinnenblick hört nicht auf. Dieser Typ habe ihnen das Koks geschenkt. Der Verteidiger zieht die Notbremse und beantragt fünf Minuten Pause.

Von fünf Passanten gestellt
Nach der Pause scheint der zweite Angeklagte schon zu ahnen, dass das die Berufung kein Spaziergang wird und beschränkt seine Berufung nur noch auf das Strafmaß. Den Tatablauf, den das Amtsgericht festgestellt hatte, will er nicht nochmal aufrollen. Zumal die Täterschaft auch feststeht. Die beiden jungen Männer waren gleich nach dem Überfall von fünf Passanten gestellt und festgehalten worden. Fotos gab es auch.

Der erste Angeklagte erklärt schließlich, dass der zweite Angeklagte die Idee für den Raub gehabt habe. Aber es gibt noch weitere Fragen. Warum er denn die zu Boden geschlagene Verkäuferin getreten habe, will die Richterin wissen. Der Angeklagte kann es erst nicht erklären. Er sei schockiert gewesen, sagt er, als er die Frau auf dem Boden gesehen habe. Warum er nach ihr getreten hatte, konnte er aber immer noch nicht erklären. Nun unterbricht die Richterin die Verhandlung.

Der Rest scheint Formsache
Nach der Pause erklärt auch der erste Angeklagte, die Berufung auf das Strafmaß zu beschränken. Der Rest der Verhandlung scheint nur noch Formsache. Der medizinische Gutachter erklärt, dass die Angeklagten wegen der Drogen enthemmt gewesen seien, aber noch steuerungsfähig. Dafür spreche auch der planvolle Ablauf des Überfalls. Die beiden Vertreter der Jugendgerichtshilfe betonen noch einmal die positive Entwicklung der beiden Angeklagten, die seit einem Jahr nicht mehr negativ aufgefallen seien. Die Aussicht auf Gefängnis habe sie nachhaltig beeindruckt und geändert. Die Gesellschaft habe mehr davon, wenn man sie ihre Ausbildungen machen ließe. Für die Staatsanwaltschaft kein Argument, dann könne man ja die Jugendstrafanstalten gleich abschaffen, ein Platz koste dort schließlich 7000 Euro im Monat. Mangels Reue bei den Angeklagten fordert die Staatsanwaltschaft – die auch in Berufung gegangen war – drei Jahre Haft. Die beiden Verteidiger erinnern an die Geständnisse, Entschuldigungen bei den Geschädigten, die positive Entwicklung und plädieren auf Bewährungsstrafen.

„Die eigene Schuld noch nicht aufgearbeitet“
Die Kammer urteilt schließlich härter als das Amtsgericht und erhöht die Strafen um drei beziehungsweise vier Monate auf zweieinhalb Jahre Haft und zwei Jahre und zehn Monate. Das Gericht sieht die positive Entwicklung, aber auch beim Blick ins Bundeszentralregister eine Konstanz bei Straftaten, eine hohe kriminelle Energie und eine Schwere der Schuld. Die Angeklagten hatten von der Idee bis zur Tat drei Stunden bis zur Ladenöffnungszeit warten müssen, sich maskiert, Messer dabei und die Jacken zur Verschleierung der Bekleidung vorher ausgezogen. Für eine spontane Tat ist das zu viel Vorbereitung und Planung. Das zögerliche Aussageverhalten den ersten Angeklagten werten die Richter als „die eigene Schuld noch nicht aufgearbeitet“.

Weil ich den Mann nicht wähle, umgehe ich den US-Wahlkampf so gut es geht

Um die Überschriften komme ich ja nicht herum, aber ansonsten ignoriere ich die lesbare Berichterstattung zum US-Wahlkampf, weil sie mich – bis auf das was zur Allgemeinbildung zählt – nicht interessiert.

Denn: Ich wähle den Mann nicht. Ich habe keinen Vorteil, wenn ich glaube zu wissen wie die Kandidaten ticken. Denn: Ich wähle den Mann nicht. Es nützt auch nichts, wenn ich das weiß und vielleicht eine ihrer Entscheidungen verstehe. Denn: Ich wähle den Mann nicht. Es bringt mir nichts, wenn ich mir großartig Gedanken darüber mache, wen ich mag und wen nicht. Denn: Das interessiert den Mann nicht. Und es juckt auch die wenigsten amerikanischen Wähler, wenn ein Kandidat hier in Grund und Boden geschrieben wird. Denn: Wir hier wählen den Mann nicht.

Brand an Lebensmittelmarkt

(PM Polizei) Sonntag (26.) gegen 3.10 Uhr rückte die Feuerwehr Darmstadt (BF und FFI) zu einem Brand an einem Lebensmittelmarkt in der Kasinostraße aus. Dort brannten alte Kartonagen in einem vergitterten Außenlager am Wareneingangsbereich. Die Feuerwehr brachte den Brand schnell unter Kontrolle, dennoch wurde das Gebäude beschädigt. Durch den Brand wurde auch die Kühlanlage des Marktes in Mitleidenschaft gezogen und fiel aus, weswegen vermutlich ein Großteil der Ware im Markt vernichtet werden muss. Der Schaden wird auf 200.000 Euro geschätzt und kommt zu den Gebäudeschäden für 50.000 Euro noch dazu. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Ursache des Feuers ist noch unklar, Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden. Die Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen.

Also fuhr ich mal ans verlängerte Ende meiner Straße und schaute mir das an:

Wochenende, naja

image

Es gibt so Tage da wäre Bilokation ganz praktisch. Aber Glück – am Bahnhof vorbeikommen und der Zug kommt – macht das Radfahren auch schneller.

Aussicht

image

Man ist als Stadtbewohner ja genügsam mit dem was Cafe und schöne Aussicht angeht. ;-)

Google sucht auch nach Bildern

Vermutlich geht das schon recht lange, aber mir ist es erst vor kurzem aufgefallen. Bei der Google-Bildersuche kann man auch ein Foto per „drag and drop“ ins Suchfeld ziehen. Und dann schlägt Google Antworten und ähnliche Bilder vor. Klappt ganz gut bei Sehenswürdigkeiten.

Auch hilfreich sind aussagekräftige Betreffzeilen

Natürlich sollte man in meinem Job jede E-Mail mit einer Pressemitteilung öffnen und lesen. Nur schiebe ich das auch mal auf die lange Bank, wenn das eine Mail ist, in der in der Regel PR-Geschwurbel steht. Und in der Betreffzeile auch kein Hinweis steht, das es diesmal um Probleme – wie fliegende Gullideckel – und nicht um wie üblich „wir sind ganz toll“ geht.

Ach ja, kryptische Hinweise wie, wenn ich mal ein Thema suche, sollte ich mich melden, landen bei mir mit 90 Prozent Wahrscheinlichkeit in der Tonne. Ausnahmen gibt es bei guten Freuden und zuverlässigen Quellen. Künstlich aufgebaute Spannung nervt ansonsten eher. Und ich fühle mich blöd, weil ich im Zweifelsfall Desinteresse signalisieren muss, aber vorher interessiert nachgefragt habe.

Alles hat zwei Seiten

Neulich fragte ich einen Veranstalter, ob seine eine Aktion denn klappen werde. Nein, sagte er, der Vorsitzende des Vereins, mit dem er das machen wollte, sei nicht einverstanden gewesen. Ich machte einen gedanklichen Haken unter die Geschichte, bis ich kürzlich feststellte, dass der Vereinsvorsitzende abgesagt hatte, weil an dem Termin schon eine andere, traditionsreichere Veranstaltung war.

Jenseits der Grenze – Protest in Egelsbach

Propellermaschine im Anflug auf den Flugplatz Egelsbach am 19. August.


Am Wochenende führte mich ein Termin über die Kreisgrenze – nach Egelsbach im Landkreis Offenbach. Weil dort auch Erzhäuser gegen die Ausbaupläne des Egelsbacher Flugplatzes protestierten. Problem sind auch nicht primär die kleinen Propellermaschinen (wie das landende Flugzeug über dem Maisfeld) sondern die Hubschrauber und Jets.

Echo online: „Flugplatz soll so bleiben, wie er ist“ – Fahrradkorso – Zum vierten Mal sind Anwohner zum Protest rund um Egelsbach unterwegs

Flug-Lärm-Abwehr-Gemeinschaft-Egelsbach e.V.

Fundstücke: Casting-Shows und Videotheken

Es hilft etwas gegen Casting-Shows: Ausschalten. Dann funktioniert das wahre Motto „der Weg ist das Ziel“ nämlich nicht mehr.

dwdl.de: ProSieben beendet „Popstars“ früher – In der vergangenen Woche markierte die Castingshow mit nur noch 1,22 Millionen Zuschauern insgesamt und einem Marktanteil von gerade mal noch 8,6 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe einen traurigen Tiefpunkt weit unter dem ProSieben-Senderschnitt.

Vergangene Woche war ein Echo-Artikel erschienen, in dem Darmstädter Videotheken sich über Umsatzrückgänge durch illegale Internetportale beklagten. Zufällig gibt es nun eine Studie:

Meedia.de: 3,1 Mio. Deutsche saugen illegal Medien – Mehr als ein Drittel aller Deutschen (22,1 Mio.) hat 2011 Medieninhalte online genutzt oder heruntergeladen (…) 3,1 Mio. nutzen dabei ausschließlich illegale Quellen.

Wikipedia: Videothek – Die Zahl der Kunden, die Filme physisch ausleihen, hat sich nach Angaben der GfK in Deutschland von 14,5 Mio. im Jahr 2000 auf 6,9 Mio. im Jahr 2010 halbiert. Seit 2009 gibt es einen Zuwachs im digitalen Leihmarkt (VoD/PpV) auf 1,4 Mio. Kunden in 2010.