Die feudalistische Dope-Show kommt

Steuervergünstigungen, Sondergesetze und eigene Straßen. Was man meiner Meinung nach eigentlich als feudalistische Relikte verdammen würde, wird die nächsten Wochen umjubelt: Die Dope-Show zu London.

Junge Welt: Das Demonstrationsrecht ist während der Spiele ausgesetzt. Laut einem eigens entworfenen Sondergesetz können Kundgebungen jederzeit aufgelöst werden. Hierfür erhalten auch private Sicherheitsleute Polizeibefugnisse.

SpOn: In den britischen Medien werden die Olympia-Fahrbahnen nur „Zil Lanes“ genannt – so wie die Spuren, auf denen einst die Mitglieder des sowjetischen Politbüros mit ihren Wagen der Marke Zil durch Moskau fuhren. Dass die ausländischen Olympia-Kommissare nun zu ihren Terminen an ihnen vorbeirauschen, während die Einheimischen im Stau schmoren, bringt die Volksseele zum Kochen.

Telepolis: Bereits 2006 setzte die damalige Labour-Regierung eine entsprechende Gesetzesveränderung durch. Firmen und Individuen, die für das Londoner Organisationskomitee für die Olympischen Spiele (LOCOG) arbeiten, werden sowohl von der Körperschafts- als auch der Einkommenssteuer befreit.

focus.de: Vor Olympia wurden 2012 bereits 107 Athleten positiv auf Dopingmittel getestet.

Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln auf zw-newsline.de: „Wir werden wieder Substanzen finden, die kurzfristig genommen werden. Etwa Diurethika. Und eine Vielzahl von Steroidhormonen, die immer noch die größte Rolle im Doping spielen. Das passiert immer wieder bei Athleten aus den Ländern, in denen die Kontrollen nicht optimal sind. Und Sportler schlecht beraten sind. Zu spät abgesetzt, sage ich immer.“

Ach ja, die Sportjournalisten Grit Hartmann und Jens Weinreich haben etwas zu der vom IOC nicht gewollten Gedenkminute für die Opfer des Anschlags auf die Olympischen Spiele 1972.

jensweinreich.de: Offiziell hält das IOC die Eröffnungsfeier für „keinen geeigneten Anlass für ein Gedenken an diese tragische Tat“. Im Frühjahr, bei einer Privataudienz für Spitzer, war Rogge deutlicher. Ihm seien „die Hände gebunden“, zitierte die Witwe gegenüber mehreren Medien aus dem Gespräch – und zwar wegen der arabischen und muslimischen IOC-Mitglieder (wohl 17) und Staaten (46).

A propos Olympia und eigene Gesetze. Ich erinnere mal an die DOSB-Abmahnung gegen das Saftblog, damals 2006: Law.Blog.de: Schneller – höher – teurer: Abmahnen als olympische Disziplin?

Nachtrag:
futurezone.at – Olympisches Komitee verbietet Negativberichte, Olympische Spiele: Mobile Hotspots verboten

Star Wars für Anfänger: „A new Order“ ;-) Andere Abfolge macht Reihe spannender

Gestern wurde mir von der Star Wars „Machete-Order „erzählt – eine Idee, die Star Wars-Filme in einer leicht geänderen Reihenfolge anzuschauen.

Skeptisch schaute ich nach, was das bringen soll und stellte fest, dass es für den, der die Filme noch nicht kennt, tatsächlich spannender ist. Weil man Episode 2 und 3 als Rückblenden nutzt, nachdem man sich fragt, wie es denn sein kann, dass Darth Vader Lukes Vater ist:

Star Wars Episode IV – Eine neue Hoffnung
Star Wars Episode V – Das Imperium schlägt zurück
Star Wars Episode II – Der Angriff der Klonkrieger
Star Wars Episode III – Die Rache der Sith
Star Wars Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter

Ep. 1 – mit dem nervigen JarJar Binks, Klein-Anis Parthenogenese, die blöden Mycoplasmen äh … Midichlorianern* und der Videospielwerbung Pod-Race – fällt raus, weil sie für den Rest wenig bringt :-)

filgadia.de:

„Die „Machete Order“ integriert die beiden Filme aber wunderbar in die alten 3, erhält alle Storytwists, die Zwillingsoffenbarung ist meiner Meinung nach besser, es erhöht die Spannung auf Episode VI und verstärkt den Verdacht Luke könnte ebenfalls auf die dunkle Seite gewechselt haben.“

Die „Machete Order“ im Original hatte sich Rod Hilton überlegt.

* – Ich weiß, dass die Midichlorianer i.d.R. mit den Mitochondrien erklärt werden. Mycoplasmen sind Parasiten, die in Zellen vorkommen. Was meiner Meinung nach aber viel besser zu dem Niveau dieser – meine Meinung – idiotischen und unnötigen, pseudowissenschaftlichen Macht“verstofflichung“ passt. (Der andere Grund warum wohl das mit den Mitochondrien so populär ist, ist ganz einfach, dass man die Dinger noch aus der Schule kennt, die Mycoplasmen aber nicht.)

Nach einem Jahr entscheidet der Bundesgerichtshof

Zufälle gibt’s. Erster Zufall: Gestern traf ich im Gericht die Staatsanwältin, die die Anklage im Doppelmordprozess von Babenhausen mitvertreten hatte und fragte, ob die Revision zu dem Urteil schon entschieden sei. Sie wusste aber nichts.

Kurz darauf kam via E-Mail die Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs, dass keine Rechtsfehler vorlagen und das Urteil rechtskräftig ist. Zweiter Zufall: Als ich die Staatsanwältin fragte, war mir nicht bewusst, dass das Urteil vor genau einem Jahr gesprochen worden war.

Bundesgerichtshof bestätigt Verurteilung im Doppelmordprozess

Lebenslange Haft für Doppelmord von Babenhausen

Medienrummel, Mikros, eine fassungslose Familie

Die Familie des Angeklagten glaubt weiterhin an seine Unschuld. Und der Verein „Monte Christo“ wurde gegründet, um schuldlos in Not geratenen Opfern von Strafverfolgung und Justiz sowie deren Angehörigen zu helfen.

Ernest Borgnine

Ernest Borgnine ist mit 95 Jahren gestorben. Ich dachte ja immer, der wäre viel älter gewesen. Ich erinnere mich besonders an seinen Auftritt in einer JAG-Folge von 1998. Da spielte er den ehemaligen Soldaten Aretmus Sullivan und bekam folgenden schönen Dialog übers Alter:

Aretmus Sullivan: (when Harm says he’s too old for this kind of trouble) Commander, do you know what it’s like to be 72? Harm: No, I don’t. Artemus Sullivan: Yes, you do, ‚cause it doesn’t seem any different than being 50, or 30, or 20! Oh, some things don’t go as fast or as strong, but… (pointing at his head) up here, where it counts, you still feel like that same active young man you were when you were 18!