Der nervige Moment

Es gibt einen Moment, da ist es blöd freier Journalist zu sein: Wenn der Termin, zu dem einen der Kunde geschickt hat, schlecht organisiert ist. Da kann man nicht sagen: „Die schlechte Nachricht: Ich gehe, schafft mal etwas Struktur. Die gute Nachricht: Ich werde euch dabei nicht im Weg stehen.“

Also bleibt man da und rettet den Murks durch Eigeninitiative, fragt nach und lässt sich was einfallen.

Was ich jedem Verein empfehle, der was aufzieht und in die Zeitung möchte, gilt auch für größere Einrichtungen, die sogar eine Pressestelle haben: Stellt jemanden ab, der die doofen Fragen der Reporter beantworten kann, jemanden der auch Gesprächspartner organisiert, Dinge über die Veranstaltung weiß, sowie Zahlen dazu kennt. Und der nichts anderes wichtiges macht. Und nicht bei grundlegenden Fakten auf die Agentur verweist, die ich dann anrufen muss. Ich sehe doch nicht ein, den Job vom Pressesprecher zu machen. Zumal der besser bezahlt wird als ich. (Am Ende mache ich es natürlich doch, weil mit „hat der Veranstalter nicht gesagt“ dem Leser keinen Gefallen tut.)

Dann wäre ein Plätzchen hilfreich, wo man arbeiten kann. Da reicht ein Stuhl, wie für die anderen Zuschauer auch. Muss nicht in der ersten Reihe sein, aber irgendwo, wo man noch was ohne Teleobjektiv sieht. Oder wo einem kein Busch im der Sicht steht.

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