Gedeckelte Beiträge bei der gesetzlichen Rente und trotzdem weniger Netto

Screenshot aus der ARD-Sendung "Das Riester Dilemma"

Wie war das damals, als die Riesterente als Ergänzung zur gesetzlichen Rente eingeführt wurde?

Das Rentensystem sollte wegen des demografischen Wandels umgestellt werden, und damit der Beitragssatz für die gesetzliche Rente nicht zu hoch steigt, wurde er gedeckelt. Nebenbei wurde das Rentenniveau durch den Nachhaltigkeitsfaktor (berücksichtigt die Geburtenrate) um 12 bis 14 Prozent reduziert (worüber heute noch immer keiner diskutiert). Und die Rente mit 67 (die Reaktion darauf, dass jede Generation vier Jahre länger lebt) kürzt die Rente nochmal um 7,2 Prozent (worüber jeder diskutiert, obwohl es viel weniger Kürzung bedeutet).

Um das auszugleichen sollte man privat vorsorgen, und damit das auch alle machen, wird „riestern“ staatlich gefördert. Wobei ich mich schon immer vermutete, dass man das Geld für die Riesterrente gleich in die gesetzliche Rente stecken könnte, denn netto hat man als Arbeitnehmer so (Riester) oder so (höherer Beitrag) weniger in der Tasche.

Nun hat der Saarländische Rundfunk mich in seiner Sendung „Das Riester-Dilemma“ bestätigt und das vorgerechnet:


Ungefähr bei 39 Minuten 32 Sekunden kommt die Passage, die zeigt, dass der Rentenbeitrag durch die Riesterreform nicht niedriger ist als vorher. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeweils rund 11 Prozent ein und der Arbeitnehmer zusätzlich 4 Prozent für die Riesterrente. Damit liegt der Rentenbeitrag bei insgesamt 26 Prozent.

Und dabei waren der damaligen rot-grünen Regierung schon 24 Prozent Rentenbeitrag zuviel. Aber mehr ins umlagefinanzierte System wollte man ja nicht reinstecken, die 4 Prozent für die private Vorsorge sind Milliarden auf die Mühlen der Versicherungswirtschaft. Wobei der Nutzen zur Zeit heiß diskutiert wird. Denn bei Durchschnittsrenten sieht es so aus, als ob die meisten auch mit Riesterrenten kaum über die Grundsicherung hinauskommen. Sie reduzieren für den Bund ein wenig die Kosten für die Grundsicherung.

So. Und wer hatte damals regiert? Gerhard Schröder (SPD) war Bundeskanzler und sein Arbeitsminister hieß Walter Riester (Sozialdemokrat und auch noch Gewerkschafter). Und solange führende Genossen nicht zugeben, dass diese Semi-Privatisierung (es gibt ja staatliche Zuschüsse) der Rentenversicherung ein Fehler war und das nicht korrigieren, werde ich die Genossen im Bund nicht wählen. Egal, wie Schwarz-Gelb rummurkst. (Zumal die mehr SPD-Positionen durchsetzen als die SPD. Siehe Mindestlöhne. Siehe AKW-Abschaltung. ;-)

Denn die SPD hat mir gezeigt, dass sie sobald sie in der Bundesregierung sitzt, die Bürger verrät und verkauft (ich war mal Mitglied und hatte sie gewählt, daher nehme ich mir auch raus, das zu sagen). Und Dinge beschließt, die sich Helmut Kohl nie getraut hätte. Ich wette, wäre die SPD in der Opposition gewesen, hätte sie solche Renten-Pläne bis zuletzt bekämpft.

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Überlegungen zur Selbstständigenzwangsrentenversicherung

Die üblichen Halbheiten:

Koalition will Selbstständige zur Vorsorge zwingen – Die Koalition will Millionen von Selbstständigen zur Altersvorsorge verpflichten. Geht es nach der CDU, so werden in Zukunft auch Freiberufler in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen. CSU und Liberale lehnen eine solche Zwangslösung ab. Sie plädieren für eine Versicherungspflicht, bei der die Selbstständigen zwischen staatlicher und privater Altersicherung wählen können.

Wie wäre es mal damit, wenn sich unsere Politiker zuerst an ihre eigenen Nasen fassen und mal ihre Pensionregelungen abschaffen und auch in die Rentenversicherung einzahlen?

Dann könnte man mal über die berufsständischen Versorgungswerke nachdenken, mit denen sich die guten Risiken aus der Solidargemeinschaft verabschiedet haben. So. Und wenn die MdBs in Berlin damit fertig sind – vor allem mit ihrer Pensionenüberführung in die gesetzliche Rente – dann können sie gerne gerne Selbstständige zwangsverpfichten.

Ach ja liebe Politiker, sagt aber auch der Ehrlichkeit halber, wie hoch der jährliche Beitrag mindestens sein sollte, damit man nachher über die Grundsicherung hinauskommt. Ansonsten ist die Zwangsrentenversicherung nur eine Transfusion für die gesetzliche Rentenversicherung oder für die Privaten ein kleines Konjunkturprogramm damit die Jungs von Ergo wieder feiern gehen können.

Disclaimer: Ich werde als freier Journalist von der Künstlersozialkasse bei meinen Renten und Krankenkassenbeiträgen unterstützt.

Musikrückblick 2011

Da die MP3-Playersoftware auf meinem Rechner mitzählen kann, ergeben sich ungefähr folgende Top 15 für 2011:

1. Guano Apes 2. Caro Emerald 3. Juli 4. Frida Gold 5. Natalia Kills 6. Adele 7. Lady Gaga 8. Katzenjammer 9. Doro 10. The Gathering 11. Muse 12. Placebo 13. Casper 14. Sugababes 15. Brooke Fraser

Wobei die Spitze schon deutlich ist. Stücke von den Guano Apes liefen doppelt (viermal) oft wie von Caro Emerald (Juli und Frida Gold). Und 15 Mal häufiger als Brooke Fraser.

Nur ein Tipp, weil’s vermutlich kaum einer kennt: „The Gathering“ und deren 1995er Album „Mandylion“ (mit lauter Songs, die mindests sechs Minuten lang sind). Wobei mir z.B. Eleanor gar nicht so als Headbanger-Stück vorkam. Aber egal, ich war ja auch nie auf einem Konzert von denen.

Das Blog 2011 – Jahresrückblick

Die Statistik 2011 zeigt, dass einige alte Artikel Dauerläufer sind, weil sie regelmäßig übers Jahr verteilt aufgerufen werden.

Und so sind unter den ersten zwei Dutzend Artikeln mit den meisten Klicks Werke aus den Jahren 2008, 2009 und 2010.

Die uneigentlichen „Hits“
2008: Jungjournalistin? – Da geht es um die TV- und Radio-Kollegin Heather DeLisle, die 2008 dadurch aufgefallen war, dass sie John McCaine besser als Barack Obama fand. Und jedes Mal wenn sie jetzt irgendwo im Fernsehen auftaucht, gibt es hier Einschläge.

2009: „Loop 5“ öffnet Freitag in Weiterstadt – Die Suchanfragen wollen meistens wissen wann das „Loop 5“ offen hat.

Dominion-Generator – Hilfe zum Spiel des Jahres – Das Spiel des Jahres 2009 hat zahlreiche Erweiterungen und ein Set kann sehr individuell zusammengestellt werden. Gegen allzugroße Murkskombinationen schützt die interaktive Datenbank bei der Pöppelkiste, auf die ich in dem Blogeintrag hinweise.

2010
Doppeltes HSE-Logo macht die Runde – Immer noch beliebt.

„Brunnebitt“-Fest zeichnet sich ab – Flohmarktplätze am 5. Juni – Das sind die Leute, die Flohmarkttermine suchen. Allerdings weise ich nur auf das Fest 2010 hin.

Kulturförderabgabe und Zweitwohnsitzsteuer für Darmstadt beschlossen – Ein Thema für Studierende. Und da gibt es in Darmstadt dieses Jahr besonders viele.

Was von Tage übrig blieb (12) – Preis für die Stadtteilschule Arheilgen – Warum der Artikel so beliebt ist, weiß ich auch nicht.

Griechisches Gold im Zweiten Weltkrieg – Auch nur ein Link zum Handesblatt, aber das Thema ist halt immer noch aktuell.

Die eigentlichen Hits
Bereinige ich die Jahresstatistik von diesen „Wiedergängern“ ;-) kommt ein Thema nach vorne: Die Abmahnung des Blogs „Renegade Nation“ durch die Pixelpostille Heinertown. Man beachte: Ein Organ, dass sich selbst regelmäßig auf Artikel 5 Grundgesetz beruft (Presse- und Meinungsfreiheit), wenn es kräftig austeilt, geht mit juristischen Mitteln gegen jemanden vor, der mal seine Meinung sagt.

Diese vier Artikel sind eigentlich einer und ganz vorne dabei:
Zusammenfassung: Heinertown mahnt Darmstädter Blogger ab
Wie Artikel aus dem Internet verschwinden
Heinertown.de mahnt Darmstädter Blogger ab
Na sowas – Heinertown-Kritik ist wieder da

Das „Renegade Nation“-Blog wurde vom Blogger dank der deutschen Rechtslage die es Abmahner relativ einfach macht leider dichtgemacht, auch wenn es gar nicht zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kam :-(. Bittere Ironie: Der abgemante Blogeintrag wurde von verschieden Sites republiziert – ohne abgemahnt zu werden.

Lehrer 2002 zu Unrecht verurteilt. Kleine Linksammlung – 2002 hatte das Darmstädter Landgericht einen Lehrer wegen Vergewaltigung einer Kollegin verurteilt. Wie so oft bei Vergewaltigungsverfahren stand Aussage gegen Aussage. In den Folgejahren waren Zweifel an der Glaubwürdigkeit der mutmaßlich Geschädigten aufgekommen und das Landgericht Kassel sprach den Mann im wieder aufgenommenen Verfahren nun frei. Allerdings machte die Lehrerin im Wiederholungsverfahren auch keine Aussage.

Und ab dann kam die Kommunalpolitik. Da hätte ich mir ja gewünscht, dass das Thema „Heag Holding-Aufsichtsratswahl im Magistrat“ mehr Leser gehabt hätte, als der weggenommene Ausschussvorsitz. Nur ist letztes natürlich leichter zu verstehen, als das was diese Holding macht.

Kleinparteien steigen in den Wahlkampf ein
OB-Wahl: Uffbasse tritt mit Jörg Dillmann und Kerstin Lau an
Biotopwertpunkte in Hessen – Dazu findet man nicht so viel, da das Gesetz so schlecht verlinkt ist.
Wieder mal „Neuer Politikstil”: SPD-Ausschussvorsitzender mitten in der Legislatur von Grün-Schwarz abgewählt – Da vermute ich ja, dass besonders viele Genossen hier reinschauten.
Konstituierende Sitzung des Darmstädter Stadtparlaments – kleine Maneuverkritik
Neuer Politikstil im Liebighaus – Keine Räumung am Mittwoch – Nachtrag: Aber ab Donnerstag
Alter Politikstil bei der Besetzung des neuen HEAG Holding-Aufsichtsrats – Da hatte Grün-Schwarz versucht, durch Sitzungenterminverlegung und Tagesordnungsänderung den Urlaub von eingen ehrenamtlichen, opoositionellen Magistatsmitgliedern auszunutzen, um die eigenen leute durchzubekommen. Klar, das kann man machen, war halt nur nicht gerade guter Stil.
Historisches Ergebnis in Darmstadt
Der Neue Darmstädter Politikstil: OB kassiert nach sechs Tagen Mehrheitsbeschluss seiner Koalitionsfraktionen ein