Wo die Stadt beteiligt ist, gibt es Probleme

Bei drei städtischen Töchtern (wenn man das Staatstheater als Tochter sieht) scheint es zum Jahresende drunter und drüber zu gehen:

Stille Nacht, teure Nacht bei der Entega Weihnachtsfeier – Die Entega soll 300.000 Euro für 1000 Personen ausgegeben haben – Partsch verlangt Aufklärung

Darmstädter Theaterstreit: „Kaum jemand traut sich“ Theaterstreit – Viele Beschäftigte berichten von einer „Atmosphäre der Angst“ – und wollen lieber anonym bleiben

Ermittlungen: Klinikum-Chefarzt fuhr Wachmann an und flüchtete Körperverletzung – Zwischenfall auf Klinikum-Gelände: Mediziner soll sich Kontrolle widersetzt haben

10 Jahre Stiftung „Sag‘ ja zum Kind“

Heute erscheint in den Bessunger Neuen Nachrichten ein Artikel von mir zum 10. Jubiläum der Stiftung „Sag‘ ja zum Kind“, das am 26. November in der neuen zweisprachigen „Kita Luo Campus“ gefeiert wurde.

Die Stiftung "Sag' ja zum Kind" sichert die Arbeit der Kinderkrippe des Vereins "Sag' ja zum Kind" in der Robert-Schneider-Straße. Die Stiftung wurde 2010 hessische Stiftung des Jahres.


Das vom Magistrat als „Leuchtturm“ bezeichnete Bauprojekt „Kita Luo Campus“ kostete rund vier Millionen Euro. Und war damit aber leider 950.000 Euro teuer geworden als 2008 geplant. Ursachen – laut Magistrat – waren allgemeine Preissteigerungen und hinzugekommene Auflagen, beispielsweise beim Brandschutz.

Ursprünglich bestand die Drei-Millionen-Euro-Finanzierung aus einer privaten Millionenspende, 600.000 Euro vom Land Hessen und 1,4 Millionen Euro von der Stadt. Die Kostensteigerungen konnten zur Hälfte aufgefangen werden durch Honorarverzichte, Stiftungsaktivitäten, die Kita selbst, Nachlässe und einer weiteren 100.000-Euro-Spende.

475.000 Euro schoss die Stadt Darmstadt nach, um dieses laut Magistrat „Leuchtturmprojekt einer Public Private Partnership“ nicht zu gefährden.

Als die Stadtverordneten diesem Nachschlag zustimmten, hatten sie sowieso die Spendierhosen an. In der gleichen Ausschuss-Sitzung (9. Juni 2011, Verwickeltes: Grün-Schwarze Haushaltsrettung: Hier eine halbe Million Euro nachschießen, dort auf eine halbe Million Euro verzichten) wurden dem SV 98 seine 538.000 Euro Schulden erlassen und bei der AWO-Kindertagesstätte „Kinderglück“ in Eberstadt 366.000 Euro nachgelegt.

Der Laster mit Blume ist eines von vielen kleinen Werken der italienischen Kinderbuchillustratorin Anna Ferrandes, die damit Fehler im Sichtbeton künstlerisch beseitigte.

Willkommen bei der „Linken Kampfpresse“: Die F.A.Z.

Oder wie soll man solche Gastbeiträge auf faz.net verstehen? Hm? ;-)

Europa in der Krise Schluss mit Mephistos Umverteilung! Von Sahra Wagenknecht.

Der Krieg der Banken gegen das Volk. Oder: Bankenrettungen führen in die Oligarchie. Von Michael Hudson.

Die Lüge von der Systemrelevanz. Von Albrecht Müller.

(Der Begriff „Linke Kampfpresse“ kam 1987 im Zusammenhang mit der Barschel-Affaire (wieder) hoch. Gerhard Stoltenberg (CDU-Vorsitzender in Schleswig-Holstein) versuche damals mit dem Schlagwort die Enthüllungen zu Uwe Barschels illegalen Aktivitäten gegen den SPD-Ministerpräsidentenkandidaten Björn Engholm als parteipolitisch motiviert darstellen. Die so (und später) kritisierten Medien werteten das Schlagwort natürlich als Auszeichnung.)

Günstige RMV-Tageskarten – Ganz schön frech

Aus einer RMV-Pressemitteilung:

Außerdem ordnet der RMV in fast allen Preisstufen den Verkaufspreis von Tageskarten neu, so dass diese günstiger werden, als der Kauf von zwei regulären Einzelfahrkarten für die Hin- und Rückfahrt. (…) Einzige Ausnahmen sind Tageskarten innerhalb der Großstädte Frankfurt, Wiesbaden und Mainz. Denn dort ist das Angebot so gut ausgebaut, dass höhere Kosten abzudecken sind und die Fahrgäste die Vorteile einer Tageskarte viel intensiver nutzen können als in ländlicheren Regionen.

Feine Sache … Moment … Der letzte Satz bedeutet im Umkehrschluss doch: 1. Dass das Angebot hier nicht gut ausgebaut ist. Und 2. Dass Darmstadt zu den ländlichen Regionen zählt.

Frechheit! Ich will auch mehr für die Tageskarte bezahlen, wir sind schließlich Großstadt. ;-)

Samstag gegen 11.50 Uhr verunglückte ein Darmstädter tödlich am Allalinhorn

Was so allgemein klingt, bekam am Montag einen Namen. „Der Michael Fritz ist tödlich verunglückt“, sagte mir gestern die Redaktionssekretärin traurig, als wir am Telefon einen Termin klärten. Ich kannte noch keine Details, wollte auch nicht nachfragen, weil ich an einen Autounfall dachte. Ich guckte in den Polizeibericht, aber da stand nichts.

Dass der Journalistenkollege aus der Landkreisredaktion der 48 Jahre alte Darmstädter war, der in eine Gletscherspalte gestürzt und umgekommen war (was ich vorher so nebenbei gelesen hatte), hatte ich erst nach einigem Nachdenken festgestellt. Da wurde der „Darmstädter“ doch traurig konkret.

Noch am Freitag hatte mir eine Anwältin beim Plaudern im Gericht erzählte, dass sie ihn kenne. Und ich mir noch so dachte, dass ich ihn mal fragen muss, ob er mit meinem ehemaligen Erdkundelehrer Norbert Fritz verwandt ist. :-(

Neulich im Gericht

Die Jugendgerichtshelferin über den 20 Jahre alten Angeklagten:

„Er hat sich insoweit positiv entwickelt, dass die Häufigkeit der Straftaten nachgelassen hat.“

Die Jugendgerichtshelferin über die 19 Jahre alte Angeklagte:

„In der Förderstufe meinte eine Lehrerin zu ihr, sie könne auf’s Gymnasium wechseln. Aber sie wollte in ihrer Klasse bleiben, worauf hin sie ihre Leistungen herunter fuhr. Das dann aber so nachdrücklich, dass sie die 7. Klasse wiederholen musste.“

Der Verteidiger über seinen Mandaten:

„Er kommt aus gutem Elternhaus. Ich kenne die Familie seit zehn Jahren.“

(Hinterher kam er und erklärte, dass er die Eltern aus einem Zivilverfahren kenne.)