Die Verwicklungen des Jahres 2010 – Blogstatistik

Das interessiert die Leser oder das sind die Themen, die Klicks bringen:

„Loop 5“ öffnet Freitag in Weiterstadt – 1922 (und der Artikel ist vom Oktober 2009)
Doppeltes HSE-Logo macht die Runde – 905
Dominion-Generator – Hilfe zum Spiel des Jahres – 897 (auch der Text ist von 2009)
Flohmarkt auf dem Darmstädter Karolinenplatz – 373 (Und der Text ist von 2008)
„Brunnebitt“-Fest zeichnet sich ab – Flohmarktplätze am 5. Juni – 334
Jungjournalistin? – 291 (Da hatte ich 2008 Heather DeLisle gegen Häme in Schutz genommen, und als sie 2010 ein Buch herausbrachte, kamen hier plötzlich Klicks)
Ein Jahr zurück: Hinter den Kulissen eines Artikels – 273 (Da bot es sich mal an zu zeigen, wie manchmal eine Geschichte entsteht – und dass das selten was mit ‚der hat was gegen uns‘ zu tun hat.)
Sueddeutsche.de: Keine ICE-Trasse Rhein-Main/Rhein-Neckar (2. Update) – 259
Beißreflex bei der Juso-Hochschulgruppe – Update – 244 (Vermutlich waren die meisten Zugriffe von Alten Herrn und Aktiven der Burschenschaft Friesia ;-)
Griechisches Gold im Zweiten Weltkrieg – Eine Odyssee – 219
Eine tagesaktuelle Online-Nachrichten-Kauf-Verkaufs-Party-Kultur-Familien-Mitmach-Community kommt in die Stadt – 202 (Ankündigung, dass die Online-Zeitung Heinertown.de kommt)
Westliche Akupunktur – ein Phantasieprodukt? – 199

Leser kommen also überwiegend wegen der überregionalen Texte. Das zeigte auch die statische Seite „Gericht“, auf der einige Gerichtsartikel von mir stehen. Die Seite hatte dank einem Bild-Zeitungsartikel plötzlich Zugriffe. Die „Bild“ prangerte einen Richter am Darmstädter Landgericht mit Namen an.

Die Rubriken haben auch Zugriffe, aber die kann ich nicht immer einsortieren, da diese oft einfach mal durchgeklickt werden, wenn man schon auf der Seite ist. Und dann stehen da natürlich ein Haufen Namen drin.

Gericht – 806
Feature – 748
Impressum – 672
Porträts – 461
Reportage – 450

Erfolgreichster Tag des Jahres war der 30. November mit 315 Zugriffen (man sieht, alles sehr überschaubar). Da gab es bei den Echo Online-Kommentaren einen Link zu meinem Blogeintrag „Der Heag-HSE-Konflikt – 2. Teil“ in dem einige Zahlen zum Wert des Energieversorgers HSE drinstehen. Und insgesamt war die Abwahl des Oberbürgermeisters vom Vorsitzendenposten des HSE-Aufsichtsrats gerade in Schwung gekommen.

Die Top-Suchbegriffe waren:
loop 5 öffnungszeiten – 564 (zusammengefasst aus verschieden formulierten Loop 5-Suchen)
dominion deck generator – 415 (zusammengefasst aus verschieden formulierten Dominion-Suchen)
hse logo – 291
heather delisle – 238
eyjafjalla – 85
verwickeltes – 77
hanjo lehmann akupunktur – 76 (da geht es darum, dass die in den Westen gebrachte Akupunkturtheorie zweifelhaft ist)
flohmarkt darmstadt karolinenplatz 2010 – 76
griechisches gold – 71
zweitwohnsitzsteuer darmstadt – 58

Daraus folgt: Ein Blog über Flohmärkte und Einkaufszentren müsste ganz gut laufen. ;-) Kommunalpolitik ist bis auf einen Tag nicht so der Renner. Könnte natürlich im Wahljahr 2011 etwas anders aussehen.

Ach ja, insgesamt waren es 2010 exakt 39.334 Zugriffe (2009: 23.167), das waren durchschnittlich 108 pro Tag. (Ja, 108×365=39.420, die 108 sind aufgerundet.)

In den Rauhnächten darf man nicht bloggen …

… oder war das Wäsche waschen? Da ich jedenfalls lieber wasche, als dass es nach Pumakäfig riecht, sind hier jetzt erstmal Ferien. Frohe Festtage, fette Beute und freie Tage.

Aber die gute Idee, die Zeit mit Videos zu überbrücken, muss ich doch glatt klauen. Teilt’s euch also gut ein:

Loriot – Weihnachten bei Hoppenstedts

Erdmöbel – Weihnachten ist mir doch egal (Last Christmas-Cover) – Mehr davon bei jetzt.de.

Hayley Westenra – Amazing Grace, Wuthering Heights

Mike Burstyn sings „Sonny Boy“ from „Jolson – The Musical“

Yngwie Malmsteen – Gimme! Gimme! Gimme! (Metal-Abba-Cover)

Christina Stürmer – Ich lebe

Silbermond – Unendlich, Das Ende vom Kreis

Anne Aalrust – Nichts was es gibt

Die Toten Hosen – Auld Lang Syne

Abstand und Zeit helfen

Es gibt so Tage, da merke ich, wie praktisch das ist, dass ich eine bestimmte Frau nur sehr selten treffe. Und dass danach für viele Monate einige zig Kilometer Abstand dazwischen sind, die mich von unsinnigen Dingen (weil sie ins Leere laufen würden) wie Liebesschwüren abhalten.

Ich glaube, so manche hoffnungslose Schulliebe würde ausfallen, wenn man sich nicht täglich sieht und über den Weg läuft. Abgesehen davon, dass man in dem Alter des jugendlichen Leichtsinns kesse Beute ist.

180 Grad – Steubenplatz

Da es getaut hatte, war ich mutig mit dem Rad unterwegs. Konnte man aber schnell vergessen, da überall noch Schneereste rumlagen und teilweise das Wasser wieder angefroren war. Kontrastprogramm gab es am Montag um 9.30 Uhr am Steubenplatz – an der Grundstücksgrenze Feuerwehr/Landessozialgericht.

Im Bereich des Sozialgerichtsgebäudes (Zuständigkeit: Land Hessen) war der Bürgersteig so eisfrei, dass man dort gut laufen konnte. Drehte man sich um 180 Grad, blickte man auf den Weg vorm Feuerwehrgrundstück (Zuständigkeit: Stadt Darmstadt). Da war es so rutschig, dass man lieber im Schnee daneben lief.

Eisiger Bürgersteig am Steubenplatz am Gelände der Berufsfeuerwehr

Weitgehend eisfreier Bürgersteig vorm Sozialgerichtsgebäude am Steubenplatz.

Niedrige Reallöhne sind Umweltpolitik

So kommt’s raus: Hinter den gestern gemeldeten gesunkenen Reallöhnen steckt in Wahrheit die Umweltlobby.

Kölner Stadtanzeiger: Deutschland hinkt bei Löhnen hinterher – Von 2000 bis 2009 sind die Nettolöhne in Deutschland laut einer Studie durchschnittlich um 4,5 Prozent gesunken. Dies ist einer der niedrigsten Werte weltweit.

Denn heute meldet das Umweltbundesamt, dass Menschen mit weniger Geld umweltbewussterfreundlicher leben.

FR: Der Geist ist grün, doch allein das Fleisch ist Bio – Fast alle Deutschen denken heute ökologisch. Mit der Umsetzung hapert es jedoch. Ausgerechnet die größten Umweltfreunde leben am umweltfeindlichsten – weil sie häufiger weit Flugreisen antreten, mehrere Autos besitzen oder im Grünen wohnen.

Und damit dieser grün gefärbte Hedonismus ein Ende findet, muss man halt die Löhne senken. Logisch.

Krisenkommunikation ist auch wichtig für Vereine

Manche Geschichten („Wir kürzen nichts“) laufen auch mal im Lokalen anders als man denkt. Da verkündet ein Verein einschneidende Kürzungen und Kostensteigerungen, weil ausdrücklich die Stadt ihre freiwilligen Zuschüsse gekürzt habe. Ein gutes Beispiel, dachte, ich als mir der Brief in die Hände fiel, da kann man zeigen wie die Kürzungen von Seiten der Stadt nun wirken.

Da mir ein oder zwei Maßnahmen doch fragwürdig erschienen, fragte ich beim Verein nach. Der sagte aber, er sagt nichts zu seinem Brief. Ich betonte, dass ich den habe, aber das war egal. Das war vor einer Woche.

Gut, dachte ich, Brief umformulieren und in einen Artikel umgießen, ist zu wenig, außerdem wollte ich wissen, wie hoch denn die Kürzungen sind, wenn man sogar daran denkt Reparaturen und Reinigungen aufzuschieben. Also fragte ich bei der Stadt nach.

Schließlich brauchte ich Antworten. Und gerade wenn man nach Volumen bezahlt wird, freue ich mich über jeden, der mir etwas liefert. Abgesehen davon, dass ohne Artikel ein Teil der Seite im Blatt weiß bleiben würde.

Und dann sagt die Stadt, dass sie gar nichts gekürzt habe. Überraschung. Alles anders.

Was mich nun wundert: Spätestens nachdem ich den Verein gefragt hatte, hätte doch klar sein müssen, dass da ein Artikel kommt. Und an dem Tag die „Wir müssen umstrukturieren, weil es von der Stadt weniger Zuschuss gibt“-Geschichte auffliegt. Denn wenn einer die Zeitung liest, dann doch doch die Kommunalpolitik. Angesichts dieser Aussichten aber auch auf Nachfrage zu schweigen und nicht wenigstens zu sagen, man habe sich geirrt, wundert mich dann doch. Denn jetzt sieht das doch noch seltsamer aus.

Und das vor dem Hintergrund, dass ich Leute kenne, die die Kostensteigerung (20 Prozent bei den Raummieten) auch einfach hingenommen hätten.

Neulich im Gericht

Die Kammer versucht, mit den Anwälten Folgetermine zu finden. „Der 29. Dezember ist zwischen Weihnachten und Neujahr“, beschwert sich die Anwältin der Nebenklage mit Blick auf ihre Ferienpläne. „Ja, ich weiß. Ich bin voll hart drauf“, lächelt die Vorsitzende Richterin. „Wollen Sie mal unseren Terminkalender sehen?“

Anderer Prozess: „War der Angeklagte eher ordentlich oder unordentlich?“, fragt die Vorsitzende. „Er war halt ein Mann“, sagt die Zeugin.

12. Dezember 1985: Joschka Fischer wird Umweltminister

Heute ist der 25. Jahrestag der „Turnschuhminister“vereidigung Joschka Fischers.

Die Turnschuhe, die Fischer bei der Vereidigung trug, hatte er extra vorher gekauft, um das Klischee zu bedienen. Er hatte sicherheitshalber auch die Eidesformel auswendig gelernt, falls Ministerpräsident Holger Börner (SPD) ihn hätte auflaufen lassen wollen. Börner war nämlich der, der nie eine Koalition mit den Grünen wollte und sogar ausgeschlossen hatte, dass er mit den zusammen auf einer Fotomontage zu sehen sein wird.

Die Schuhe stehen inzwischen im Offenbacher Leder- und Schuhmuseum.

Warum ich Homöopathie für Spökenkieckerei halte

An Homöopathie oder so esotherisches Zeugs glaube ich ja nicht*. Jetzt weiß ich auch warum:

Sueddeutsche.de: Der Preis der Gesundheit – Ein lokaler Heilpraktiker hat freundlicherweise seine Klientel für uns charakterisiert: „Der typische Besucher einer Naturheilpraxis ist überdurchschnittlich gebildet, meistens mit Abitur, und ein Hochschulstudium ist nicht selten. Er ist finanziell unabhängig, in seiner politischen Meinung eher linksökologisch orientiert, und vor allem lässt er sich nichts vormachen.“

Denn mindestens eine der oben genannten Eigenschaften trifft nicht auf mich zu. Aber heißt das jetzt Glück gehabt? ;-)

* Natürlich wirkt es. Nur nicht so wie uns vorgemacht wird oder die Patienten glauben. Das Stichwort heißt Placeboeffekt. Und der ist nicht zu unterschätzen.