Die Top 5-Verwicklungen 2009

Die Top 5-Artikel aus 2009 fand ich ganz interessant, weil doch gleich der erste Platz einer ist, den ich so nicht erwartet hatte.

Ganz deutlich auf Platz 1 ist mein „Loop 5“-Einblick, die Internetnutzer sind halt konsumorientiert

„Loop 5“ öffnet Freitag in Weiterstadt – 3.134 Aufrufe.

Durch den Artikel gingen die Zugriffe im Oktober durch die Decke, was auch ganz klar die monatlichen Zugriffe zeigen (ich habe nur die WordPress.com-Daten, wem das für Werbeplatzbuchungen reicht, ich freue mich auf Angebote. )

Zugriffszahlen 2009

Platz 2 wurde erstaunlicherweise „Flohmarkt auf dem Darmstädter Karolinenplatz“ mit 413 Aufrufen (so nennt WordPress das jedenfalls). Da ist leider nur ein Foto vom Flohmarkt um 6 Uhr morgens zu sehen, die Zugreifer kamen aber anfangs wohl in der Hoffnung hier einen Termin zu finden. Später dann wohl auch wegen der „Karoline soll leben“-Initiative, die den Flohmarkt vom Nordbadparkplatz wieder zurück in die Innenstadt holte.

Platz 3 ist dann nochmal Loop 5, diesmal nur eine Pressemitteilung zur Millionsten Besucherin: „Was so reinkommt (9): Loop 5 hat Million“ – 381 Aufrufe.

Platz 4: „Risse in 131 Häusern“ – 251 Aufrufe. Ein kleiner Bericht mit Bildern über Staufen im Breisgau, wo sich nach Erdwärmebohrungen die Erde unter der Innenstadt hebt, weil eingedrungenes Wasser eine Gipskeuperschicht zum quellen bringt.

Das „Spiel des Jahres“ kommt bei mir auf Platz 5, „Dominion-Generator – Hilfe zum Spiel des Jahres„: 244 Aufrufe.

Hübsch war zu sehen, wie der Generator – der nicht von mir sondern Brigitte und Wolfgang Ditt von der Pöppelkiste stammt – zu Weihnachten verstärkt gesucht wurde. Am 25. und 27.12. schlugen je zwölf Leser (jaja, das sind die Zahlen bei einem kleinen Blog, über die man sich freut) in dem Beitrag auf, normalerweise sind es einer oder zwei. Über den Wert von Statistiken mit kleinem n lasse ich mich jetzt lieber nicht aus. :-D

Und da der erste Platz so weit vorne war, nehme ich noch einen sechsten Platz mit dazu. Natürlich auch, weil es eines der Darmstädter Themen 2009 war: „Grünes Darmstadt – aber mit Nordostumgehung – 194 Aufrufe.

Andere Quotenbringer sind noch meine gesammelten Werke, die in Zeitungen oder woanders erschienen sind. Da hatten Gericht, Bericht, Reportage, Porträt, Glosse und Interview zwischen 560 (Gericht, der eigentliche 2. Platz) und 225 (Interview) Aufrufe. Auch beliebt ist das Impressum, eigentlich Platz 4 mit 484 Aufrufen.

Top Artikel 2009?

Welcher Artikel hatte 2009 wohl die meisten Leser? Bis zum 31. Dezember kann man ja in den Kommentaren einen Tipp abgeben. Zu gewinnen gibt es nichts, außer der Genugtuung Recht gehabt zu haben. ;-)

Wo ARD und ZDF großzügig sind – und wo nicht

Wohltäter ARD-Aktuell: Die Tagesschau soll es als kostenlose iPhone-App geben.

dpa-Newsticker bei der ZEIT – Die Inhalte für diese Anwendung stellt ARD-aktuell im Gegensatz zu anderen Apps auf dem Endgerät kostenlos zur Verfügung, da sie bereits aus der Rundfunkgebühr finanziert sind.

Wie großzügig. Oder geht es nicht vielmehr darum, Mobiltelefone als vollwertige Empfangsgeräte in den Fokus zu rücken, um dafür die volle Rundfunkgebühr kassieren zu können? So wie man über die kostenlosen Mediatheken das Internet zum GEZ-pflichtigen Raum deklariert.

Aber warum kosten die Mitschnitte der ARD-Anstalten ab 25 Euro aufwärts? Sind die dort tätigen Mitarbeiter nicht auch aus der Rundfunkgebühr finanziert?

Ist es etwa noch nicht gelungen Briefkästen zu Empfangsgeräten zu erklären? Ich empfehle den ÖR, es zu versuchen, die Politik wird dem schon zustimmen, wenn sie weiterhin ihre Pressesprecher bekommt.

Was die ÖR so für ihre Mitschnitte verlangen habe ich mal zusammengetragen:

HR – Mitschnitte von aktuellen Sendungen der „hessenschau“, „maintower“, „hessen aktuell“ und „herkules“: Pauschalpreis von je 25,- Euro, andere Sendungen auf Anfrage.

NDR – Die Aufwandsentschädigung für die Einzelanfertigung einer Sendekopie zu rein privater Nutzung liegt bei 36 € innerhalb Deutschlands.

Die Aufwandsentschädigung für die Einzelanfertigung einer Sendekopie für Lehre, Wissenschaft und Forschung wird je nach Verwendung individuell geprüft, beträgt jedoch mindestens 85 € innerhalb Deutschlands.

MDR – Die Kosten betragen 39,90 Euro. Ausnahmen sind Sonderaktionen (z. B. Tag der Sachsen 19,90 Euro) sowie Sendungen mit Überlänge (z. B. Langer Samstag Teil 1+2; 59,90 Euro.)

BR – Radio-Mitschnitt:
– € 20,-* (bis einschließlich 10 Minuten Länge)
– € 30,-* (über 10 Minuten Länge)
Set-Preise auf Anfrage
TV-Mitschnitt:
– € 40,-* (bis einschließlich 60 Minuten Länge)
– € 50,-* (über 60 Minuten Länge),

wahlweise auf DVD-R oder VHS-Kassette.
Set-Preise auf Anfrage
* zzgl. Auslandsversandgebühren
(Die Preise verstehen sich inkl. MwSt. und Versand.)

Radio Bremen – Bei den Preisen für die Mitschnitte handelt es sich um Aufwandsentschädigungen. Sie erwerben damit die Rechte für die rein private Nutzung innerhalb Deutschlands. Die Rechnung erhalten Sie mit der bestellten DVD bzw. Video. * DVD: 25 Euro * * VHS: 35 Euro *

Saarländischer Rundfunk – Falls Sie einen Mitschnitt eines Beitrages oder einer Sendung des Saarländischen Rundfunks zum privaten Gebrauch erwerben möchten, wenden Sie sich bitte an die Werbefunk Saar GmbH

WDR – Die Kopierkosten für diese Einzelanfertigung richten sich nach der jeweiligen Sendelänge: bis 15-Minuten-Sendung: 29,00 € bis 30-Minuten-Sendung: 33,00 € bis 45-Minuten-Sendung: 42,50 € bis 60-Minuten-Sendung: 45,00 € bis 90-Minuten-Sendung: 49,00 € bis 185 Minuten-Sendung: 59,00 € (incl. MWSt und Versandkosten)

RBB (PDF) –
Fernsehen – DVD/VHS Brutto Euro-Preis (inkl. MwSt. & Versand)
bis 15 Min. 31,00
bis 30 Min. 36,00
bis 45 Min. 46,50
bis 60 Min. 51,50
bis 90 Min. 67,00
über 90 Min. auf Anfrage
Hörfunk – CD/MC Brutto Euro-Preis (inkl. MwSt. & Versand)
bis 30 Min. 21,00
bis 60 Min. 31,00
bis 90 Min. 41,50
über 90 Min. auf Anfrage

ZDF – Eine VHS-Kopie der Sendung kostet 40,00 Euro, eine Kopie auf DVD-R 50,00 Euro.

via Basic Thinking

Zeitungen und junge Leser

Eva (hat dieses Jahr Abitur gemacht) überlegt, wie man junge Menschen zu den Zeitungen bringen kann. Unter anderem plädiert sie für das handlichere Tabloidformat sowie gegen Katzentische und Sonderseiten:

Hurra!-Blog: Redet mit uns – nicht über uns! […] Damit diese Leser nicht ein, sondern sechs Mal die Woche zum Kiosk gehen, sollte junge Themen täglich vorkommen und über die ganze Zeitung verteilt sein. So können sie mal etwas Spannendes im Wirtschaftsteil entdecken, dann wieder im Feuilleton.[…]

[…] Stattdessen scheinen die Redaktionen zu glauben, es reiche, wenn man hin und wieder an fester Stelle über Hip Hop oder YouTube berichte. Doch das ist genau der falsche Weg, denn auf diese Weise werden junge Leser gesondert behandelt. Das ist, als würde man bei einem großen Fest an den Kindertisch gesetzt […]

Da bin ich ja froh, dass ich mit meinen 41 Jahren auf eine ähnlich Überlegung gekommen war. Genau das habe ich neulich mit meinen Eltern diskutiert. Anstelle Samstags eine Kinder- oder Jugendseite zu bringen, müsste täglich was drin sein. Und die Zeitung zudem am Frühstückstisch so aufteilbar sein, dass jeder ein Stück bekommen kann, was ihn interessiert.

Wenn die Stadt eine Uni hat, sollte auch für die Studierenden was drin sein. Was funktionieren müsste. Schließlich gibt doch kostenlose, anzeigenfinanzierte Studentenblättchen, und die Unis füllen ganze Blätter mit ihren internen Mitteilungen. Auch gibt es immer mal wieder Reibungen in den Uni-Gremien, die man nicht in einer wöchentlichen Kolumne abhandeln kann. Ich denke, da gibt es genug Themen für junge und jugendliche Leser, die nur täglich vorhanden sein müssten.

Aber irgendwie frage ich mich, warum da nicht die Verleger drauf kommen? Oder gibt es Hinweise und Erfahrungen, dass das nicht funktioniert?

Mary Christmas und ihre Schwestern weltweit wünschen schöne Weihnachten

Merry Christmas and a successful 2010.
Prettige Kerstdagen en een succesvol 2010.
Buon Natale e un 2010 di successo.
Feliz Navidad y un exitoso 2010.
Feliz Natal e um 2010 de sucesso.
Καλά Χριστούγεννα και μια επιτυχημένη 2010.
圣诞快乐,成功第二千零十
Selamat Hari Krismas dan yang sukses 2010.
メリークリスマスと成功第二千十
Счастливого Рождества и успешного 2010.
عيد ميلاد سعيد وناجح لعام 2010

Und zum Mitsingen:

Kandidaten-Spekulatius zu Weihnachten

Neulich hatte ich mit SPD-Mitgliedern darüber spekuliert, wen die Darmstädter SPD 2011 als Oberbürgermeisterkandidaten nominiert. Dass darüber nicht erst seit dem vergangenen Stadtparlament (mit zurückgezogegen 2010er-Etat) geredet wird, zeigt, dass der Amtsinhaber deutlich angeschlagen ist.

Eine mögliche Kandidatin ist Brigitte Zypries, Bundestagsabgeordnete und bis neulich noch Justizministerin. „Nö“, sagte der Genosse, „da ist Darmstadt zu klein. Für eine ehemalige Bundesministerin ist sowas in Städten wie Köln interessant, aber nicht Darmstadt mit seinen 140.000 Einwohnern.“

Und wie bestellt, wird heute darüber spekuliert, ob Zypries 2013 in Frankfurt als OB-Kandidatin antreten könnte:

Frankfurter Rundschau, 22.12.1009: Kandidatin zur Unzeit – Im Frankfurter Parteihaus sind sie gar nicht gut darauf zu sprechen, dass der frühere Bundesfinanzminister und hessische Ministerpräsident [Brigitte Zypries] als OB-Kandidatin für 2013 in Frankfurt empfiehlt.

Roland Koch über seine politische Glaubwürdigkeit

In der „Frankfurter Neuen Presse“ ist ein Interview mit Ministerpräsident Roland Koch. Er sagte, dass er schon vor der Landtagswahl davon gesprochen hat, dass es am Frankfurter Flughafen kein absolutes Nachtflugverbot geben wird:

Ich möchte aber noch einmal herausstellen, dass wir den Menschen wenige Wochen vor der Landtagswahl 2008 gesagt haben, dass wir unser Versprechen aufgrund neuer Rechtssprechung des Bundesverwaltungsgerichts nur zu 90 Prozent plus x einhalten können, nämlich mit 17 Ausnahmen vom Nachtflugverbot. So viel zum Thema Offenheit, Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit.

Mag sein, aber dennoch wäre es für mich etwas glaubwürdiger, wenn die Landesregierung der Fraport das Klagen überlassen hätte. Für mich sieht die doch sehr klagefreudige Landesregierung so aus, als mache sie sich zum Büttel des Flughafens.

Von Ypsilanti hatte man erwartet, dass sie ihr Versprechen „nicht mit den Linken“ durchhält, egal wie die Lage ist. Warum hält die Landesregierung nicht dann auch ihr Wort, egal wie die Lage ist? Recht und Gesetz finden schließlich auch statt, wenn Fraport anstelle derLandesregierung klagt.

Und dann erinnerte Koch im FNP-Interview daran, dass die CDU-Kandidaten alle Direktmandate um den Flughafen herum gewonnen hatten.

Und heute sitzen aus den Wahlkreisen um den Flughafen herum lauter direkt gewählte Abgeordnete im Hessischen Landtag.

Da hat er nunmal recht, und das hatte mich nach der Landtagswahl schon erstaunt. Wie soll denn der Protest – beispielweise aus Kelsterbach – ansatzweise ernst genommen werden, wenn der CDU-Direktkandidat durchkommt?

Dass ich es für unmöglich halte, alle meine Abwägungen in ein oder zwei Kreuzchen auf den Wahlzettel zu kondensieren und ich den Parteien das Recht abspreche, meine Stimme für sie für alles was ihnen in der Legislatur gerade passt, zu beanspruchen, steht leider auf einem anderen Blatt. Daher wären mir mehr Bürgerentscheide etc. ganz recht.

Bedingungsloses Grundeinkommen in der Praxis

Die Stuttgarter Breuninger-Stiftung will das bedingungslose Grundeinkommen einem Realitätstest unterziehen, kündigt das Manager Magazin-Online an.

Die ZEIT hatte vor einiger Zeit über Versuche in den 70er Jahren aus den USA geschrieben. Und demnach hat das nicht so gut geklappt.

Zeit.de, 26.4.2007: Nie wieder Hartz IV – Ausgewählte Familien bekamen bis zu fünf Jahre lang ein Grundeinkommen auf Sozialhilfeniveau, [Aber] die Menschen arbeiteten deutlich weniger. […] Vielleicht hätten die Leute sogar ihre Jobs aufgegeben, wenn es mehr als ein vorübergehendes Experiment gewesen wäre.

So schön die Idee ist, aber ich glaube, eine Volkswirtschaft, die auf die Motivatoren Angst, Gier und Wettbewerb (naja, Kapitalismus halt) setzt wird einer, die die Menschen einfach so versorgt, immer überlegen sein. Und es bleibt sogar was über für einen Sozialstaat.

Damit eine Alternative funktioniert – das hatte Trotzki ganz richtig erkannt – müsste ein System ohne Angst, Gier und Wettbewerb weltweit durchgesetzt werden.

Es würde zwar etwas zustande kommen, aber mit einer gewissen „das machen wir morgen“-Attitüde.

Viele würden sich vermutlich eine Drei-Tage-Woche bauen, Dienstag bis Donnerstag was machen und dann langes Wochenende. Sieht man ja bei Leuten, die es sich einteilen können, wie dem klischeehaften DiMiDo-Prof, der nur an den Tagen in der Uni ist.