Desaster beim Straßenbahn-Ersatzverkehr

Pressemitteilung – Die Grünen fordern für 2010 eine bessere Vorbereitung des Ersatzverkehrs und eine aktive Einbeziehung der Dadina.

„Wir freuen uns, dass der Straßenbahnverkehr nach Eberstadt am kommenden Samstag wieder aufgenommen wird“, sagt Felix Weidner, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Grüne in der Dadina, „Wir nehmen dies zum Anlass, die Verantwortlichkeiten zu hinterfragen, damit sich ein solches Desaster bei den anstehenden Bauarbeiten in Eberstadt und zwischen Darmstadt und Griesheim im nächsten Jahr nicht wiederholt.“

Mit einer Anfrage wollten die Grünen klären, ob die Heag den Ersatzverkehr mit der DADINA abgesprochen habe. „Es kann nicht sein, dass Alleingänge von Unternehmen auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen werden“, sagte Weidner. Die Grünen wollten sich dafür einsetzen, dass die Dadina bei allen Änderungen einbezogen werde, um unabhängig vom Profitinteresse einzelner Unternehmen eine hochwertiges Verkehrsangebot im Sinne der Fahrgäste zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen, erklärte Weidner.

Bis zuletzt seien wiederholt Kinderwagen in den überfüllten Fahrzeugen nicht befördert worden. Auch die Einschränkungen in der Beförderung nach Arheilgen und Bessungern speziell für mobilitätseingeschränkte Personen hätten über die komplette Bauzeit unverändert bestanden.

„Die Zuständigkeiten müssen speziell vor dem Hintergrund erneuten Ersatzverkehrs nach Eberstadt im kommenden Sommer sowie anstehender Brückenbauarbeiten zwischen Darmstadt und Griesheim im Jahr 2010 genau hinterfragt und neu geordnet werden“, forderte Weidner.

7 Gedanken zu “Desaster beim Straßenbahn-Ersatzverkehr

  1. Ist schon dolle, wie sich die Grünen hier in die Bresche werfen.

    Und eine gewisse Lokalzeitung druckt das auch wie gewohnt unkritisch ab.

    Man hätte natürlich auch darauf hinweisen können, daß die beiden Verantwortlichen für diese Frage der grüne Dadina-Chef und der grüne Nahverkehrsdezernent sind …

  2. Stimmt leider nicht, lieber Freidemokrat. Für den Straßenbahnverkehr gibt es im Unterschied z.B. zum Busverkehr keine Verkehrsverträge, in denen qualitative Kriterien o.ä. geregelt sind. Derzeit kann die HEAG bei der Straßenbahn fast völlig autark schalten und walten wie sie will – und hat das in diesem Fall auch wieder eindrucksvoll bewiesen. Die DADINA hat zwar die Fahr- und Umleitungspläne im Vorfeld erhalten, aber erst, als diese längst fertig geschrieben waren und Veränderungen und damit ein Abwenden des Desasters nicht mehr möglich war. Und genau deshalb steht in der PE auch drin, dass die Zuständigkeiten neu geordnet werden müssen: Wir brauchen einen Verkehrsvertrag und müssen den Einfluss der DADINA stärken!

    Sobald das der Fall ist, lasse ich mir die Kritik auch gefallen. Bis dahin aber sind Ihre Vorwürfe leider völlig fehl am Platze!

    Beste Grüße, Felix Weidner

  3. Naja, ich habe es ja auch unkritisch abgedruckt – rein willkürlich natürlich, weil ich mich regelmäßig über geknackte Anschlüsse bei der Heag Mobilo ärgere.

  4. > Stimmt leider nicht,
    Stimmt wohl, lieber Kollege.

    Noch-Dezernent Feuchtinger ist politisch und Kollege Altenhein organisatorisch verantwortlich für den ÖV in Darmstadt incl. der Organisation/Überwachung der Lieferanten.
    Und diese Verantwortung haben sie schon viele Jahre.

    Und ich kann mich nicht erinnern, daß sie in dieser Zeit versucht hätten, irgendwelche Mängel in der Vertragsgestaltung zu beheben, bzw. daß sie von einer politischen Mehrheit an solchen Vorstößen gehindert worden wären.

    • >> Stimmt leider nicht,
      > Stimmt wohl, lieber Kollege.
      Leider nein!

      > Noch-Dezernent Feuchtinger ist politisch und Kollege Altenhein organisatorisch verantwortlich für den ÖV in Darmstadt incl. der Organisation/Überwachung der Lieferanten.

      Das ist nur in Teilen richtig. Rein formal stimmt es schon mal nicht, dass die DADINA für den ÖPNV in Darmstadt organisatorisch zuständig ist. Aufgabenträger für die städtischen Verkehre ist unverändert die Stadt Darmstadt (die DADINA ist Aufgabenträger für die Verkehre im Landkreis und Grenzüberschreitende Verkehre zwischen Stadt und Landkreis). Die organistorische Zuständigkeit liegt daher bei der ÖPNV-Koordination der Stadt Darmstadt. Die politische liegt tatächlich beim Kollegen Feuchtinger.

      Das hat in diesem Fall aber nicht zu sagen, denn unabhängig davon gibt es sehr wohl seit Jahren Bestrebungen, des Besteller- (DADINA/Stadt) / Erstellerverhältnis (HEAG mobilo) im Straßenbahnverkehr vertraglich zu regeln. Dafür gab es bisher aber weder eine politische Mehrheit (die man dem zuständigen Dezernenten nicht vorwerfen kann) und auch keine Bereitschaft von Seiten der HEAG mobilo. Denn bis die gültigen Konzessionen für die Straßenbahnverkehre auslaufen (irgendwann um das Jahr 2022), ist für das Unternehmen der Verkehr gesichert. Welches Interesse sollte die HEAG daher haben, sich per Verkehrsvertrag zusätzliche Vorgaben machen zu lassen?

      Wie stehen denn die Freidemokraten dazu? Habe ich Ihre Unterstützung, wenn wir demnächst einen neuen Anlauf für einen Verkehrsvertrag unternehmen?

      Beste Grüße, Felix Weidner

      PS: Warum eigentlich das Initial-Kürzel? Kann doch jeder wissen, wer’s geschrieben hat – oder?

      • Ich weiß ja wer es ist, Du weißt es auch und wohl auch andere Kommunalpolitiker. Aber da das Internet ja deutschland- und weltweit läuft, kann ich es verstehen, wenn man nicht überall wo man kommentiert, jeden gleich mit dem Kopf drauf stoßen will. War doch erst die Meldung, dass Personaler einem im Internet hinterherschnüffeln. Es schützt auch davor, dass wenn eine Internetsite in PI-Gewässer abdriftet, dass man da mit vollem Namen drinsteht.

        Ich kommentiere auch nur unter meinem Vornamen in anderen Blogs und in Foren.

  5. > Dafür gab es bisher aber weder eine
    > politische Mehrheit …
    Das wäre mir neu.

    Feuchtinger ist seit sechs Jahren zuständig (und vorher lag das meiner dunklen Erinnerung nach auch bei den Grünen).
    Und dann hätte er in dieser Zeit einen Vorstoß machen müssen und deutlich machen, daß es da eine Regelungslücke gibt, die ihn an der Erreichung der ÖV-Ziele hindert. Und wenn sich dann die Mehrheit (in Magistrat oder Parlament) gegen ihn entscheidet, ist er aus der Verantwortung.

    Mir ist in all den Jahren kein solcher Vorstoß bekannt geworden (mag aber sein, daß ich etwas übersehen haben, weil ich zweitweise ja nicht in den Gremien war). Und auch in der Koalition war das m. W. nie Thema – ad hoc wüßte ich auch keinen Grund, warum man das dort hätte ablehnen sollen.

    Umgekehrt ist es nicht sehr hilfreich, wenn so ein Vorstoß zum jetzigen Zeitpunkt kommt, also nachdem die Grünen die Koalition verlassen haben und Feuchtinger in Pension geht.

    > Wie stehen denn die Freidemokraten dazu?
    Bisher gar nicht, weil sie den genauen Vorschlag mit seinen Vor- und Nachteile nicht kennen.

    > Kann doch jeder wissen, wer’s geschrieben
    > hat – oder?
    Wer’s wissen muß, weiß es ja ;-)
    Marc hat schon einige Gründe gesagt, dazu kommen böse Erfahrungen z.B. mit gefälschten Beiträgen und andere Sachen.

    Der volle Namen ist auch nicht nötig. Es ist bekannt, daß ich zu meiner Meinung stehe. Und in so einer Diskussion sollte der Inhalt eines Beitrags überzeugen, nicht Namen oder Funktion des Autors.

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