„Und wenn Frau Kraft nicht ihren Anwalt zu dieser Geschichte bemüht hätte …“

„… wäre es vermutlich bei den beiden oben stehende Kommentaren geblieben“, schreibt heute ein Kommentator zu einem Blogbeitrag (mit tatsächlich zwei Kommentaren) der Ruhrbarone, der sich am 16. Juni über eine Lebenlauf-Straffung der NRW-SPD-Chefin Hannelore Kraft auffällig fand (Wie eine SPD-Spitze ihre Geschichte verändert).
Dann aber:

Sprich, die Geschichte hätte sich eigentlich versendet und fertig. Aber nein, die SPD-Chefin beweist Internet-Kompetenz und mahnt ab.

Ein SPD-nahes Blog findet übrigens, dass der Ruhrbarone-Autor kein Blogger ist:

David Schraven ist natürlich nicht die Unschuld vom Lande, vielleicht sogar nicht einmal ein Blogger: unter einem Blogger verstehe ich, und ich bin mir sicher, dass man sich auf diese Definition leicht einigen kann, einen Amateur, der aus Spaß an der Freude Texte, Bilder und Videos im Internet veröffentlicht.

Vermutlich haben SPD-Freunde recht. Denn einer, der aus Spaß bloggt, der wäre ob der Abmahnung (ob zu recht oder nicht) sicherlich vorsichtshalber und sofort eingeknickt. Weil der einseitig festlegbare Streitwert und die möglichen Anwaltskosten auf einen Laien ziemlich einschüchternd wirken können.

Das FRECHO kommt

„FRECHO“ taufte ich Anfang des Jahres einen Ordner meiner Firefox-Bookmarks. Darin sind die Links zu den Lokalseiten der Frankfurter Rundschau (FR) und des Darmstädter Echos (ECHO). Jetzt bekommt dieser Ordner eine reale Bedeutung.

Ab 1. Juli werden die Frankfurter Rundschau-Lokalteile für Groß-Gerau und Darmstadt von der „Echo Redaktionsservice GmbH“ gefüllt. Der Redaktionsservice gehört zum Medienhaus Südhessen, wie auch der Wettbewerber „Darmstädter Echo“. Meedia (vom Mai): Frankfurter Rundschau gibt Darmstadt auf. Im FR-Lokalteil werden dann ausgewählte und gekürzte Echo-Artikel stehen. Etwas von dem ich geglaubt hatte, dass die FR-Chefredaktion genau das nicht will. Ich vermutete, dass die GmbH, eigene Artikel schreibt, die anfangs an die FR, später bei Interesse auch an andere Zeitungen verkauft werden.

Im Mai glaubte ich aber auch noch, dass die Rundschau mit ihrem Lokalteil einfach zu wenig zusätzliche Abos gezogen hat, aber das war wohl anders. Die Lokalredaktion Darmstadt hatte, nach allem was ich gehört habe, im Vergleich zu anderen FR-Lokalredaktionen, tatsächlich zusätzliche Abos gebracht.

Und da soll man dann noch motiviert arbeiten, wenn man inhaltlich und wirtschaftlich erfolgreich war, aber man aus strategischen Gründen aufgegeben wurde? Für einen Arbeitnehmer zeigt es etwas fatales: Einsatz lohnt sich nicht.

Und nun? Werden FR-Leser beleidigt auf die FR verzichten und lieber zum Original wechseln oder Echo-Leser auf die Rundschau umsteigen? Das Medienhaus Südhessen wird es zuerst wissen, denn dessen Zeitungsverteiler verteilen auch die FR in der Stadt.

Erinnerung an Michael Jackson

Nein, jetzt kommt keine Elegie, ob eines tollen Musikers, sondern einfach eine Erinnerung an 1984, als ich 15 Jahre alt war.

Damals musste man ja „Formel Eins“ gucken, wenn man Videoclips sehen wollte (und ohne Kabelanschluss kein MTV hatte).

Leider lief das immer zur Abendessenszeit und daher konnte ich das nur selten gucken. Aber eines Abends waren meine Eltern weg und freute mich endlich mal „Formel Eins“ zu sehen. Und dann? Es lief ein Special über den wohl gerade verstorbenen und mir völlig unbekannten – und so was von egalen – Alexis Corner.

„Formel Eins“ hatte man wegen des „Thriller„-Videos in die Nachtstunden verschoben. Wusste ich an dem Abend aber nicht, kam erst am nächsten Tag in der Schule raus. Aber ich war in Sachen Popmusik eigentlich ziemlich unwissend. Daher wusste ich lange nicht, dass das Ding was da dauernd auf SWF3 lief „Thriller“ war.

Als dann sein Album „Bad“ rauskam, kam er bei mir – weil immer weißer und immer spitznasiger geworden – in die Freak-Schublade – und nie wieder raus. Für mich hieß das Album „Mad“, sein späteres „History“ war bei mir „Hystery“.

Irgendwann 1999 kaufte ich dann mal auf einem Flohmarkt die „Thriller“-CD, aber eher für die Vollständigkeit des CD-Regals. So wie auch ein „ZZ Top“-Album (denn eigentlich fand ich die eher doof). Aber so kann ich seitdem sagen: „Das geht von Lee Aaron (find‘ ich tatsächlich gut) bis ZZ Top.“ :-)

SVEPrägend war Jacksons „Thriller“ allemal, mindestens eine Karnevalssitzung hier in der Stadt hat während der Kampagne einen Auftritt, bei dem die Tanztruppe als Monster zu „Thriller“ im Formationstanz über die Bühne wanken und wirbeln.

Und die Coverversionen seiner Songs sind natürlich auch eine Art der Anerkennung:
Badesalz – Black or White
The Bates – Billy Jean

Fettexplosion und Blaulicht am 27. Juni

Am 27. Juni feiert die Freiwillige Feuerwehr Innenstadt (FFI) ihr 160. Jubiläum. Die Wehr, in deren Gebiet auch die Darmstädter Stadtteile Bessungen und Heimstättensiedlung liegen, gehört damit zu den ältesten Feuerwehren in Hessen.

FFI 160 JubiläumKontrollierte Fettexplosion beim Tag der offenen Tür 2007.

Das Jubiläum mit Liveband, Essen und Eisbar wird mit einem Tag der offenen Tür im Gerätehaus in der Kasinostraße 63 – Eingang über die Ausfahrt in der Alicenstraße – gefeiert. Zwischen 10 Uhr und 18 Uhr kann unter anderem die Wache besichtigt werden und mit Feuerwehrautos durch die Gegend gefahren werden. In einer Modenschau werden die Feuerwehrmänner und -Frauen ihre verschiedenen Einsatzkleidungen und Schutzanzüge vorstellen. Auch werden die fatalen und brandgefährlichen Folgen einer Sprühdosen- und Fettexplosionen demonstriert.

Asphaltplomben und seltener Kalkstein – Mosaik am Johannesplatz wird saniert

In diese Tagen endet ein jahrzehntelanges Ärgernis, das rund um den Darmstädter Johannesplatz lief. Das umlaufende Mosaikpflaster wird saniert sein. EAD-Mitarbeiter entfernten in den vergangenen Wochen die alten Asphaltplomben, mit denen Beschädigungen im Pflaster und den Mustern provisorisch geflickt wurden und legten die Muster von 1902 nach.

Pflaster Johannesplatz2Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Darmstadt (EAD) leistet auch kleinere Straßenbau- oder Pflasterarbeiten.

„Das Pflaster ist ein Erbe des 19. Jahrhunderts“, erklärte Grünfächen- und Umweltdezernent Klaus Feuchtinger (Grüne). Als das gelegt wurden, habe man noch nicht geahnt, dass darauf Autos parken und manche einen Kavalierstart hinlegen, beschrieb er Beschädigungsursachen. Aber auch Frost sprengt verlegte Sandsteine. Die Stadt Darmstadt gibt für die Sanierung 25.000 Euro aus ihren Denkmalschutzhaushalt aus.

Eine Kunst, die nur noch wenige beherrschen
Für den städtischen Denkmalschützer Nikolaus Heiss wird mit der Pflasterung ein immer wieder aufgeschobener Wunsch in Erfüllung. Mosaikpflaster ist typisch für die Zeit um 1900 und wurde in Darmstadt auch im Paulusviertel, auf der Künstlerkolonie, dem Mathildenplatz oder der Orangerieallee verlegt. „Das älteste Mosaik auf öffentlichen Wegen ist vor dem Klinikum“, wies Heiss nach Süden an die Bismarckstraße, wo 1892 gepflastert wurde. Das Orangeriealleepflaster wurde hingegen nach zahlreichen Beschädigungen in den städtischen Fundus überführt. „Das haben wir aufmessen lassen, für alle Fälle“, sagte Heiss.

„Wenn heutzutage Pflasterer kommen, sind das meistens ältere Herrschaften aus Italien“, lobte der Denkmalschützer das Werk der EAD-Mitarbeiter, die pro Mosaik rund einen Arbeitstag benötigen. „Die Erhaltung des Pflasters ist aus zwei Gründen schwierig“, erklärte Heiss. „Die damals verwendeten Steine stehen heute für Reparaturen nicht mehr zur Verfügung und das Verlegen der kleinen Steine ist eine Kunst, die nur noch wenige Pflasterer beherrschen.“ Die schwarzen Steine sind auch heute noch erhältlicher Basalt. Aber bei den weißen Steinen aus Kalk, den gelben Sandsteinen und dem roten Porphyr werde es schon schwierig, sagte Heiss.

Teil eines größeren Projekts
Die Pflastersanierung ist eine zusätzliche Maßnahme zur Umgestaltung des südlichen Johannesplatz‘, die an erster Stelle des städtischen Investitionsprogramms „Wohnumfeldnahe Grünanlagenumgestaltung“ steht. Die 300.000 Euro dafür kommen zu zwei Dritteln von der Stadt, 190.000 Euro kommen von der Platzeigentümerin, der evangelischen Johannesgemeinde, und 10.000 Euro von der „Initiative Johannesplatz“.

Termin: Am 8. Juli wird um 18.30 Uhr das Rahmenkonzept zur Platzneugestaltung im Gemeindehaus der Johannesgemeinde (Kahlertstraße 26) der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Planung wird wegen ihres Umfangs dann nochmal dem Stadtparlament – das die 300.000 Euro Ende Mai einstimmig genehmigt hatte – vorgelegt werden.

Siehe auch Echo-online: „Herz des Johannesviertels“ wird neu belebt

Ampel zum Essen

Gerade hörte ich in den Fernsehnachrichten, dass ein Hersteller auf seine Produkte nun freiwillig die Nährwertampel druckt. „Ist das Frosta?“, überlegte ich bei dieser kryptischen Formulierung an einen der üblichen Verdächtigen; das Bild sah ich gerade nicht, weil ich in der Küche stand.

Richtig: Nährwert-Ampel auf Frosta-Gerichten