Wie man es macht …

Parteien haben es schon schwer. Steht bei einem Parteitag nur ein Kandidat zur Wahl und bekommt fast 100 Prozent, lächelt man ob des volksdemokratischen Ergebnisses und fragt sich wie es denn mit der innerparteilichen Demokratie aussieht.

Stehen zwei Kandidaten zur Wahl und es geht knapp aus, dann zweifelt man an Schlagkraft und Geschlossenheit der Partei.

Was anderes ist es, wenn ein einzelner Kandidat nur knapp gewählt wird, dann sollte er schonmal nachdenken.

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Bombay, Bambi, Bälle – kleine polemische Zusammenstellung

Die Welt:

Es ist 11.05 Uhr in Deutschland, auf allen Kanälen läuft etwas zur Krise in Bombay. Überall? Nein, die gebührenfinanzierten Sendern zeigen nichts.

SpOn:

Als sich im Laufe des Donnerstags die ganze Dimension der terroristischen Attacken in der westindischen Metropole Mumbai abzeichnete […] erwogen die Chefredakteure der ARD-Sender, einen aktuellen „Brennpunkt“ zu den Vorfällen vorzubereiten. […] Programmdirektor Volker Herres entschied sich gegen den „Brennpunkt“. Stattdessen lief, wie vorgesehen, die „Bambi“-Preisverleihung aus Offenburg.

Und zum Schluss: Für die Fußballbundesligarechte 2009 bis 2013 zahlen ARD und ZDF pro Jahr rund 110 Millionen Euro. (FAZ)

BioTechnikum in Hessen unterwegs

„Eine ganz runde Sache“, lobte Schulleiterin Elisabeth Waldorff die zwei Tage mit dem BioTechnikum, dem Bio-Tech-Truck des Bundesforschungsministeriums, an ihrer Schule. Das BioTechnikum ist ein rollendes 100 Quadratmeter-Labor auf zwei Ebenen und sechs Meter hoch.

„Es war hervorragend, dass wir ihn hatten“, sagte die Schulleiterin der Wiesbadener Martin-Niemöller-Schule, einer MINT-Schule, auch weil das rollende Labor den Grundkurs Biotechnologie an der Schule ideal ergänzte. Die Schüler konnten unter anderem DNA aus Erbsen isolieren, Agarosegele laufen lassen, eine Solarzelle mit Pflanzenfarbstoffen herstellen oder virtuell ins Zellinnere reisen. Selbst kritische Fachkollegen, hätten das Konzept gelobt, nachdem sie mit zwei Schülergruppen aus Leistungs- und Grundkursen der 12. Klasse experimentieren konnten, berichtete Waldorff. Auch die Rückmeldungen der Schüler seien positiv gewesen. „Bei denen ist das sehr gut angekommen.“ Waldorff lobte die Organisation durch die Veranstalter. „Das ist wirklich sehr gut vorbereitet gewesen.“

Möglich macht dies die Initiative „BioTechnikum. Leben erforschen – Zukunft gestalten“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Im November und Dezember war die Informationskampagne zur modernen Biotechnologieforschung in Hessen unterwegs. Auftakt war am 10. November beim Pestalozzi Aufbaugymnasium in Idstein, den Abschluss bildete das Marianum in Fulda. Dazwischen machte der Truck über ein Dutzend Mal Station an Schulen in ganz Hessen.

Initiiert und maßgeblich finanziert wird die Tour, die auch durch andere Bundesländer führt, durch eine Public-Private Partnership des Hessischen Wirtschaftsministeriums, des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), Landesverband Hessen, und der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern.
Die hundert Quadratmeter sind multimediale Ausstellung, Kino, Dialogforum und Labor zugleich. Biotechnologische Praktika ermöglichen Wissenschaft zum Anfassen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler begleiten die Tour und erarbeiteten mit den Schülerinnen und Schüler die theoretischen Grundlagen für die Versuche. Anschließend können die Schüler selbst experimentieren. Dabei wurden sie bei Bedarf von dem Wissenschaftler-Team unterstützt.

Der Zusammenhang von biotechnologischer Forschung und der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren steht im Mittelpunkt der Ausstellung zu Grundlagen, Karrierechancen, Forschungs- und Anwendungsgebieten der Biotechnologie. Wie entsteht ein Medikament? Warum steckt Biotechnologie in Stonewashed-Jeans? Welche beruflichen Möglichkeiten bietet die Branche? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Interessierte bei ihrem Rundgang durch das Roadshowfahrzeug. Dabei hat jeder die Möglichkeit, ganz individuell in die Welt derBiotechnologie einzutauchen: Themendisplays bieten Basiswissen und prägnante Beispiele; an Multimedia-Terminals lassen sich vertiefende Informationen, Experimente oder ein Biotech-Quiz abrufen. Greifbar wird die biotechnologische Forschung dank Exponaten wie etwa dem DNA-Chip. Er verdeutlicht spielerisch, wie anhand von Erbgutschnipseln zum Beispiel Krankheiten diagnostiziert werden können. Ein weiterer Teil der Ausstellung nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise ins Innere einer menschlichen Zelle: Mit dem Multimedia-Lernspiel „Bodymover“ erforschen sie deren Bestandteile und steuern dabei die Orientierung in der Zelle mit der eigenen Körperbewegung.

Wer seinen Weg im Obergeschoss fortsetzt, erhält Einblicke ins Leben. Die Präsentation „Kunstwerke des Lebens“ zeigt auf einem Großbildschirm mikroskopische Aufnahmen von Mikroorganismen, Biomolekülen, schönen Schimmelpilze oder Immunzellen bei der Arbeit.

Und dann rumjammern

Vereine wollen ja gerne in die Zeitung, wenn sie was machen. Aber dass mir der Pressebeauftragte am Samstagmorgen erzählt, dass er vor Montag nicht an die unter Kontakt angegeben E-Mail geht – hatte sie ja nur am Freitagmorgen abgeschickt – und ich sowieso besser den Vorsitzenden anrufen soll, finde ich auch interessant. Aber sich nachher beschweren, wenn keine Ankündigung im Blättchen steht.

Es gibt wichtigeres

Eine Nachricht ist es allemal wert, wenn ein ehemaliger SPD-Minister- und Ministerpräsident seine Partei verlässt, aber muss man das mit „Eilmeldung“ (sueddeutsche.de und Spiegel Online) versehen?

Eigentore

Seit einiger Zeit gibt es einen Konflikt zwischen dem DFB und einem Sportjournalisten. Der DFB-Präsident Theo Zwanziger fühlt sich diffamiert, hat aber von zwei Gerichten keine einstweilige Verfügung gegen den Sportjournalisten Jens Weinreich bekommen.

Inzwischen läuft das ganze beim DFB über den Weg, der am schnellsten Gerechtigkeit schaft: Den der Selbstgerechtigkeit. Zu bewundern in der Süddeutschen Zeitung.

Die ganze Geschichte gibt es bei Jens Weinreich.

Für den Ruhm und Lohn anderer

Manchmal werden einem ja Artikelthemen vorgeschlagen. Medien-Miezen* versuchen ihren Job gut zu machen und ihre Firma oder ihren Kunden gut in der Zeitung zu präsent- und platzieren.

Und es gibt Tage, an denen ich mich, ob des Unrechts der Welt verbittert, frage ob ich darauf eingehen soll. Ich arbeite in dem Moment nämlich für den Ruhm und Lohn anderer. Und es gibt Tage an denen mich das gewaltig stört.

Warum sollte ich das einer Redaktion vorschlagen? Das ist kostenlose PR. Würde ich es als PR schreiben, wäre mein Satz höher. Sauber recherchiert ist er auch nicht und so richtig unabhängige Berichterstattung ist ebenfalls was anderes. Andererseits könnte ich einen Artikel schreiben, aber der Text ist für die Medien-Mieze mehr wert als er mir bringt.

* – Platzhalter, kann auch ein Kommunikations-Kater sein.