Volle Gerichtssäle gibt es nicht

Die gespielten Gerichtsverhandlungen im Fernsehen laufen etwas anders als die echten Verhandlungen. Kann sich jeder denken. Dass die Zeugen manchmal grell gekleidet sind, will ich glauben. Die echten Zeugen kommen in ihrer normalen Kleidung und das muss nicht die beste sein.

Was aber vollkommen unrealistisch ist, sind die Zuschauermassen im Fernsehen. In der Regel ist es im Gerichtssaal leer. Und es gibt Situationen, in denen stört die Öffentlichkeit auch. Nämlich, wenn man einen Deal aushandeln will, dazu aber die Verhandlung erstmal schließen muss.

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Langer Atem beim Johannesplatz

Vergangene Woche ging die Website des Fördervereins „Initiative Johannesplatz“ online. Schon etwas länger hatte sich die „Initiative Johannesplatz“ formiert, die sich unter anderem für eine Umgestaltung des kargen Platzes einsetzte.

Die Geschichte ist ein schönes Beispiel, dass man als Bürger doch etwas bewegen kann. Denn angefangen hatte das vor fast zwei Jahren. Am 21. September 2006 schrieb ich über den Platz. Der Stadtverordnete Michael Siebel hatte mich darauf aufmerksam gemacht, dass Anwohner den Zustand des Platzes vor der Johanneskirche beklagten.

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Bald trafen sich dann auch Anwohner, um etwas in Gang zu bringen, aber die Initiative blieb irgendwie stecken. Meiner Einschätzung nach war die Arbeit zu wenig verteilt. Zudem wollte man sich vor keinen parteipolitischen Karren spannen lassen, was natürlich den Einfluss auf die Stadt deutlich reduzierte. In einem zweiten Anlauf schaffte es die Initiative dann doch – wie man sieht.

Wichtige Telefonnummern

Heute im Amtsgericht. Der Richter greift zum Telefon und fragt nach zwei Zeugen, die jetzt aussagen könnten. Aber Fehlanzeige. „Vielleicht sind sie im Café gegenüber?“, vermutet ein Schöffe. „Da habe ich gerade angerufen“, sagt der Vorsitzende. „Die Nummer hätte ich jetzt nicht im Kopf.“ „Die brauch‘ ich oft“, lächelt der Vorsitzende.

Messe für die Presse

Ich halte ja Erdstrahlen, Wasseradern für Magnetfeldtherapie für Spökenkiekerei und die Theorien über deren Wirksamkeit für zweifelhaft. Wenn da was wirkt, sind das Placebo-Effekte – und auch die sind nicht zu unterschätzen.

Und so fragte ich bei einer Messe-Eröffnung nach, wie die Veranstalter diese ins esoterische gehenden Angebote sehen. Der Assistent verwies auf die Chefinnen und die eine hatte keine Bedenken, dass die Anbieter unseriös wären. Man kenne sie schon länger. Na gut.

Die Chefin der Messe-PR-Agentur stellte übrigens wirklich gute Fragen auf dem Rundgang. Nicht mir, sondern den einzelnen Organisatoren in den Hallen. Sie plaudert, fragt einiges, die Damen und Herren antworten und die Presse notiert und schneidet mit. Einerseits hilfreich, andererseits geschickt und gefährlich bequem. Man kommt fast gar nicht dazu seine eigenen Fragen zu stellen. ;-)

Ideenstifter

Wenigstens der Hessische Rundfunk liest Zeitung ;-) . Mein Artikel über das Geschicklichkeitsspiel „Kubb“ fand eine Fortsetzung, eine HR-Kollegin vom Hörfunk war beim Donnerstagsspieltreff für eine Reportage. Zufällig war es die Reporterin, die ich beim Landesarbeitsgericht getroffen hatte.

Der Beitrag kommt voraussichtlich am Sonntag. Mal lauschen, ob sie mit Wurfholzgeklapper anfängt. :-)

Nachtrag: Der Beitrag

Einladung zur Idee

Heute ist ein Artikel von mir erschienen, in dem sich Anwohner über Lärm und andere Belästigungen durch Besucher einer Obdachloseneinrichtung beschweren.

Auffällig ist, dass die Beschwerden in der Woche kamen, als die „Teestube“ die Nachbarschaft zu ihrem zwanzigjährigen Jubiläum einlud.

Zitate aus dem Darmstädter Stadtparlament – 19. August 2008

„In Darmstadt engagieren sich auch die jungen Frauen. Darmstadt ist eine von 15 Städten im Bund in der wir mehr Geburten als Todesfälle haben.“
Jürgen Barth (Uffbasse)

„Demokratie könnte man als Systemfehler bezeichnen. Wahlen gewinnt man mit Versprechungen und nicht mit Einsparungen.“
Helmut Klett (Uwiga) zum Haushaltsdefizit

„Was wir nicht wollen, ist schwierig zu definieren.“
Sabine Seidler (SPD) über die Einsparungsdiskussion in der Koalition

„Wenn sie privat bauen und die Kosten steigen über 20 Prozent, dann können sie den Anwalt anrufen.“
Raffael Reißer (CDU) zu gestiegenen Straßenbaukosten wegen überraschend aufgetauchter Altlasten im Boden, darunter ein 12.000-Liter-Öltank.

„Bitte entfernen sie die Vermummung.“
Wolfgang Gehrke, Stadtverordnetenvorsteher (CDU) zu demonstrierenden Zuschauern (Fotos), die in Weihnachtsmannkostümen erschienen waren.

Die Klage ist des Kaufmanns Lied

Manche Gewerbetreibende jammern immer rum, dass die Stadt, die Presse, das Finanzamt etc. ihrem Geschäft das Leben unnötig schwer machen.

Aber wenn man eine Veranstaltung vorher ankündigen will, dann lassen die sich lange bitten und reagieren nicht mal auf E-Mails.