„Die Systeme haben eine Tendenz zur Selbstaufschaukelung“

Der Psychologe Prof. Peter Kruse hatte 2014 bei einer Sitzung der Bundestagsenquetekommission „Internet und digitale Gesellschaft“ was interessantes über die Dynamik des Internets gesagt.

(Es) gibt eine grundlegende Machtverschiebung vom Anbieter zum Nachfrager. (…) wenn die drei Dinge zusammenkommen, hohe Vernetzungsdichte, hohe Spontanaktivität und kreisende Erregung, dann kann ich Ihnen sagen, was passiert: die Systeme haben eine Tendenz zur Selbstaufschaukelung (…) Und wenn Sie diese Situation noch vorhersagen wollen: Das wird bei diesen Netzen prinzipiell nicht gehen. Wir können gerne in die Glaskugel gucken, aber (…) nicht-lineare Systeme können Sie nicht vorhersagen. (…) Wenn Sie einigermaßen nah dran sind am Markt, einigermaßen nah dran an den Menschen, dann (haben Sie) ein Gefühl für die Resonanzmuster der Gesellschaft.

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Wieder kein „Darmstädter Tagblatt“ mehr

Die Wochenzeitung „Darmstädter Tagblatt“ wird nach etwas mehr als vier Jahren eingestellt. 2013 war es vor der Bundestagswahl herausgekommen. In der ganzen Zeit hatte das über Anzeigen finanzierte Blatt aber auch nie so richtig mehr als sechs Seiten bekommen. Das aber schaffen andere über Anzeigen finanzierte Blätter wie zum Beispiel die seit 2004 erscheinende „Neue Rottweiler Zeitung„, die Printausgabe hat aktuell 20 Seiten.

Darmstädter Tagblatt: Das traditionsreiche Darmstädter Tagblatt erscheinen nächste Woche zum letzten Mal

Deutsche Innenminister, Prepper und US-Milliardäre

Es gibt Menschen, die bereiten sich auf größere Katastrophen vor. Und diese sogenannten „Prepper“ (von „to be prepared“) sind nun den deutschen Innenministern aufgefallen:

RedaktionsNetzwerk Deutschland: Innenminister wollen „Prepper“-Szene bebachten lassen

Das ist eine gute Gelegenheit für die deutschen Behörden ein paar Dienstreisen in die USA zu beantragen.

wired.de: Superreiche aus dem Silicon Valley und anderen Teilen der USA mieten Bunker, kaufen Helikopter und erwerben Grundstücke in Neuseeland.

Ex-SPD-Medienstaatssekretär aus NRW kommt im SPD-Land Rheinland-Pfalz unter

Ein SPD-Politiker aus NRW ist zum Direktor der Landesmedienanstalt Rheinland-Pfalz gewählt worden. In Nordrhein-Westfalen regieren ja inzwischen CDU und FDP.

Der Direktor wurde ohne Ausschreibung gesucht, von einer Findungskommission, deren Mitglieder laut „Übermedien“ geheim waren, und deren „Fundstück“ bis zur Wahl auch geheim blieb. Das Geld für die Landesmedienanstalten kommt in der Regel von denen, die die Rundfunkbeiträge bezahlen, also von uns Bürgern.

Der Rechtsanwalt Markus Kompa, Fachanwalt für Urheber und Medienrecht, bewarb sich zwischenzeitlich auch auf den Posten.

Ich frage mich ja immer noch, warum die SPD bei solchen – ich nenne es mal – Postenschiebereien immer noch mitmacht? Nur weil es die anderen Parteien auch tun, ist kein Grund, sondern Wasser auf die AfD-Mühlen.

Offenbar steht es um die Genossen schlimmer als ich dachte, sie glauben offenbar nicht mehr daran, Wahlen noch normal und mit guten Leuten gewinnen zu können. ;-)

faz.net: Medienklüngel Rheinland-Pfalz – Die roten Würfel sind gefallen

medienkorrespondenz.de: Eumann (…) erhielt eine Stimme mehr als unbedingt erforderlich.

Übermedien: Ein Klüngelmännchen für die Medienaufsicht

Nur, warum wurde der Mann eigentlich nicht in NRW Direktor, da gibt es doch auch eine Landesmedienanstalt? Da gibt es einen Hinweis bei

Übermedien: Dass die NRW-Landesregierung damals das Mediengesetz des Landes änderte, hatte durchaus auch parteipolitische Gründe. Wie die „Medienkorrespondenz“ schreibt, wurde damals so „gewissermaßen per Gesetz festgelegt, dass der amtierende LfM-Direktor Jürgen Brautmeier nach Ablauf seiner ersten Amtsperiode Ende September 2016 nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren kann und die Medienanstalt verlassen muss“. Eine Rolle spielte dabei offenbar, dass Brautmeier Mitglied der CDU ist. Offiziell durfte er nicht mehr antreten, da er Historiker ist, kein Volljurist.

(…) Die SPD hat das im novellierten NRW-Mediengesetz so verankert: Wer nicht die Befähigung zum Richteramt hat, hat leider auch nicht die Befähigung, Chefmedienaufseher zu werden – wie Marc Jan Eumann, der Geschichte und Völkerrecht studiert hat. Aber in Rheinland-Pfalz ist das egal. Dort gibt es diese Vorschrift praktischerweise nicht.

Ach ja, der Rechtsanwalt Kompa wäre Volljurist gewesen. Nur trat der ja zu spät und nicht in NRW an.

Nachtrag:

deutschlandfunk.de: Interview mit Marc Jan Eumann – Ins Amt geklüngelt? – Ich will Ihnen aber sagen, Frau Klein, ganz offen: Ich finde zum Stil gehört auch, dass Sie mir einfach mal gratulieren, dass ich diese Wahl gewonnen habe. Aber das ist offensichtlich auch Teil …

Gedenken und Gedanken zum Straßenverkehr

Ein „Ghost Bike“ erinnert an den am 23. November 2017 tödlich verunglücken Radfahrer.

Seit Freitagabend (24.) steht an der Kreuzung Bismarck- und Grafenstraße ein weißes „Ghost Bike“. An dem Abend fand ein kleines Gedenken an den 68 Jahre alten pensionierten Lehrer und Theatermacher Hanno Hener statt, der am Donnerstag zur Mittagszeit von einem LKW erfasst wurde und noch an der Unfallstelle starb.

Echo online: „Die Kreuzung funktioniert nicht“

Echo online: Hanno Hener, Theatermann der Freien Szene Darmstadt, ist tot

Echo online: Nach tödlichem Unfall in Darmstädter Bismarckstraße: Schmale Schutzstreifen in der Kritik

Die Pressemitteilung der Polizei vom Donnerstag:

Polizeipräsidium Südhessen: Radfahrer bei Unfall tödlich verletzt – Bei einem schweren Verkehrsunfall am Donnerstagmittag (23.11.) wurde ein 68 Jahre alter Fahrradfahrer so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Gegen 12.20 Uhr alarmierten mehrere Zeugen über Notruf die Polizei und den Rettungsdienst. Nach ersten Erkenntnissen befuhr ein Lastwagen die Bismarckstraße und wollte rechts in die Grafenstraße einbiegen. Hierbei erfasste der 48-jährige Fahrer den Radfahrer.

Zur Klärung der genauen Unfallursache wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt ein Sachverständiger hinzugezogen. Aufgrund der Unfallaufnahme und den Bergungsarbeiten war die Bismarckstraße zwischen Kasino- und Grafenstraße bis gegen 15.00 Uhr voll gesperrt. Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 06151/969-3610 beim 1. Polizeirevier zu melden.

Preis für Architekten der Hessenwaldschule

Die Hessenwaldschule liegt im Weiterstädter Stadtteil Gräfenhausen und ziemlich genau zwischen Erz-, Gräfen- und Wixhausen. Bei der Gebietsreform 1977 war nämlich zunächst geplant diese drei Orte zur Gemeinde Hessenwald zusammenzulegen. Dann aber kamen Wixhausen zu Darmstadt, Gräfenhausen zu Weiterstadt und Erzhausen blieb selbstständig. Die Schule ist eine Gesamtschule für diese drei Orte.

Die Hessenwaldschule in Weiterstadt-Gräfenhausen hat einen weiteren Archirekturpreis gewonnen. Die Schule – genauer, das Stuttgarter Architekturbüro „Wulf Architekten“ – hat den Fritz-Höger-Preis in der Kategorie Energieeffizienz gewonnen. Wobei „Büro“ recht bescheiden klingt, „Wulf Architekten“ hat rund 100 Mitarbeiter.

Echo online: Hessenwaldschule erhält Auszeichnung

Der Fritz-Höger-Preis wird für gute Lösungen bei Backsteinbauten vergeben. Das hatte mich im ersten Moment etwas iritiert, aber wenn man genauer hinguckt (und nachfragt) sieht man das Mauerwerk (und erfährt, dass es grau geschlämmt ist).

Der etwas bearbeitete Bildausschnitt zeigt, dass die Hessenwaldschule außen tatsächlich gemauert ist.

Und dank diesem Artikel habe ich wieder mal was gelernt: Fritz Höger hatte unter anderem das Hamburger Chilehaus geplant.

Unsichere Standardpasswörter und unsere Ministerin


Eigentlich geht es in dem Zeit-Artikel „Der Rathaus-Hack“ um unsichere Online-Parlamentsinformationssysteme, zu denen auch das in Darmstadt benutzte gehört. Nebenbei legt er aber auch nahe, dass es die Darmstädter SPD-Vorsitzende Brigitte Zypries nicht so ganz geschafft hat, ihre Ämter in der Bundesregierung und ihr Stadtverordnetenmandat unter einen Hut zu bringen.

zeit.de: Der Rathaus-Hack – Als Stadtverordnete besitzt sie einen Zugang zum Darmstädter Parlamentssystem. Um sich dort einloggen zu können, hat sie vor langer Zeit ein sechsstelliges Standardpasswort erhalten. Offenbar hat Zypries ihren Account nie genutzt. Jedenfalls wurde das Passwort nicht geändert.

Wirtschaftsministerin Zypries äußerte sich dazu nicht. Immerhin aber reagierte der Hersteller des Programms (…)