Ein Blick auf den Lokalteil

Einen Blick auf den Lokaljournalismus wirft der Kollege Paul-Josef Raue von der Thüringer Allgemeinen (ich hätte vieles zitieren wollen, aber das geht nunmal nicht):

Zu Schnibbens (“Spiegel”) Medien-Tsunami: Lokalzeitungen können überleben – nur wie? – Ich sehe eine ganz andere Gefahr im Lokalen. Wer schaut, was in den Online-Auftritten der Lokalzeitungen geklickt wird, entdeckt vorne durchweg Blaulicht-Geschichten. Der Hase, der überfahren wird, interessiert mehr als der Bericht aus dem Stadtrat. Daran ist nicht der Hase schuld, sondern die Redaktion – die aus dem Stadtrat nicht so aufregend berichtet, nicht tief genug recherchiert und vom Geschichten-Erzählen nur hört, wenn skurrile  Kollegen auf “Storytelling”-Seminare gehen.

Oder dass man in den 80ern stehen geblieben sei, oder manche hofften das noch bis zur Rente heimzuschaukeln …
via Bildblog

Was übrig blieb: Patienten-, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht

Genaugenommen sind Patienten-, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht keine Themen für eine Seniorenversammlung. Denn jeder kann plötzlich eingeschränkt sein und braucht Vertrauenspersonen, die für ihn handeln können.

Aber in Weiterstadt ist so ein Fachvortrag auch ein Lockmittel, da die Versammlung, auf der der gewählte Seniorenbeirat über seine Aktivitäten berichtet, so sicherer ein paar Teilnehmer bekommt. ;-)

Echo online*: Rückblick und Ausblick auf die ehrenamtliche Arbeit des Seniorenbeirats und des Seniorenbüros „freiwillig aktiv“

Für den Artikel war dann aber mein Blick in den Weiterstädter Haushalt zur Seniorenarbeit interessanter. Und so bleibt hier was zur Zweitverwertung: Weiterlesen

Vereinsmeierei

“Verein” das sei so typisch deutsch, hört man manchmal. Mag sein, aber vielleicht ist eher die ganze Absichererei und das Zuweisen von Verantwortlichkeiten eher typisch deutsch. Denn ein Verein ist nach meiner Beobachtung oft auch nur die Reaktion aufs System.

Da wollte eine Inititive in Braunshardt eine Nachbarschaftshilfe für den Weiterstädter Stadtteil organisieren. Und irgendwann stellte sie fest, dass bei einer Nachbarschaftshilfe ganz schnell Versicherungsfragen auftauchen können. Und um eine Versicherung abschließen zu können, muss man im “Paritätischen” Mitglied sein, und um da rein zu kommen, muss man gemeinnütziger Verein sein – also ein e.V.

Und schon wurde aus der Inititive ein Verein und am 2. März startet nun die Nachbarschaftshilfe.

Echo online*: Anwohner unterstützen sich gegenseitig

Ein anderer Vorteil eines gemeinnützigen Vereins: Man kann Quittungen ausstellen, die die Spender steuerlich geltend machen können. Und teilweise spenden einige Einrichtungen nur an gemeinnützige Vereine.


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Straßenbahnbremsweg

Gestern durfte ich mal was schätzen: Wie lange ist der Bremsweg einer Straßenbahn, die bei rund 50 Kilometer pro Stunde in die Vollbremsung geht? Beim PKW ist in der Faustformel ja Geschwindigkeit in km/h durch 10 und das im Quadrat drin. Was es ja schonmal schwierig macht, weil wir Menschen gerne linear denken, aber die Natur nicht liniear ist.

Also das mit dem Quadrat wird bei der Straßenbahn ähnlich sein, dachte ich mir, Physik ist Physik. Nur bremst die Bahn mit Stahl auf Stahl und ist deutlich schwerer als ein ein Auto. Also kommt noch was dazu. Ich dachte mir so, dass es über 30 oder 35 Meter sein werden.

Echo online: Keinesfalls über die Kupplung – Sicherheitstraining für Siebtklässler im Zeichen des tödlichen Luisenplatz-UnfallsGutachter prüft Risikoeinschätzung für Straßenbahnen

Es wurden 45 Meter. Das ist einmal die Länge der Straßenbahn. Und die war leer.

Wenn es anfängt zu regnen, bilde sich auf den Gleisen ein Schmierfilm aus Straub und Dreck, schilderte ein Fahrer. Der mache die Schienen nochmal glatter und Bremswege länger. Wenn es weiter regnet, nimmt diese Gefahr aber ab, weil der Regen auch den Schmierfilm wegwäscht.

Grundschulen bietet die Heag mobilo ein Sicherheitstraining im Betriebshof Frankenstein an.

Täter, Verdächtige und mutmaßliche Täter

Da waren die Sprecher beim ARD-Boulevardmagazin “Brisant” am Donnerstagabend aber sehr korrekt. In einem Bericht über eine Messerstecherei und Schießerei in Mannheim heißt es ungefähr ab 58 Sekunden:

ARD-Mediathek: Brisant – “Als die Polizei eintraf, waren die mutmaßlichen Täter bereits geflohen.”

Sehr genau formuliert, aber Täter an sich gibt es immer bei einer Messerstecherei und Schießerei. Da ist bei dem Mannheimer Sachverhalt nichts anderes zu vermuten. “Mutmaßlich” wird es erst, wenn die Ermittler bestimmte Menschen verhaften und als Täter benennen. Aber passiert ist auf jeden Fall etwas und es war kein Unfall oder Zufall.

Inzwischen wurden sechs Männer festgenommen. Das sind jetzt “mutmaßliche Täter” oder Verdächtige.

Berufspraktikum im Ausland mit EU-Stipendium

“Erasmus” kannte ich bisher nur als Programm für Studenten, die auch mal im Ausland studieren wollen. Ich hatte ja damals nicht daran teilgenommen – was ich aber mal besser getan hätte, wenn ich dem ZEIT-Artikel von vor drei Jahren glaube. ;-)

“Erasmus” gibt es aber auch für Menschen mit Berufsausbildung. Früher hieß das von der EU geförderte Programm “Leonardo”, das ist nun in Programm “Erasmus +” (“Erasmus plus” ausgesprochen).

Gestern war in Darmstadt eine Infoveranstaltung an der Friedrich-List-Berufsschule.* Die Schule organisiert den Austausch für Hessen.


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Das Fahrradklima in Darmstadt: Erste Plätze sind relativ

Der ADFC hat im Herbst 2014 eine Umfrage zur Fahrradfreundlichkeit in Städten und Gemeinden veranstaltet. Darmstadt schnitt dabei ganz gut ab, wenn man das relative Ergebnis betrachtet.

Carsten hat mal genauer hingeschaut: Nur durchwachsene Ergebnisse. Darmstadt habe sich zwar verbessert, aber andere hessische Kommunen auch.

Deshalb halte ich Rankings immer für schwierig, wenn man sich nicht die ganzen Kriterien kennt. Oder sich dafür die Zeit nehmen kann. Ein Abstieg kann zum Beispiel daran liegen, dass andere besser geworden sind. Ebenso könnten einige Dinge anders gewichtet werden, als beim Ranking zuvor. Oder die Unterschiede sind in einem dichten Feld sehr gering und eigentlich hat sich nichts geändert.

Kita an der Nachtweide: Flexibler als gedacht

In der neu gebauten Kita an der Nachtweide sind sechs Kindergartengruppen mit je 20 Plätzen sowie zwei Hortgruppen mit je 20 Plätzen.

In der neu gebauten Kita an der Nachtweide sind sechs Kindergartengruppen mit je 20 Plätzen sowie zwei Hortgruppen mit je 20 Plätzen.

Ich habe mir die neu gebaute, städtische “Kita an der Nachtweide” nochmal genauer angesehen und mit dem Architekten Sven Kling vom Büro Prosa-Architekten gesprochen was da an Planung dahinter steckt.

Echo online*: Auf Socken durch das neue Haus – Der Ersatzbau der Kita Nachtweide überzeugt durch architektonische Lösungen

Worauf ich auch hinweisen will: Weiterlesen

Der Buchhandel und die Geräusche im Bücherdschungel

Auch so eine Totholz-Branche, wo manche bei zwei Geräuschen noch nicht richtig hingehört haben: Stationärer Buchhandel. Das eine Geräusch rauscht schon länger donnernd zwischen den Regalen, es klingt wie Wasserfälle des Amazonas. Das andere Geräusch klingt wie der Ruf eines kecken Dschungelvogels: E-Book, E-Book! ;-)

Im verlinkten Text geht es nur um das erste Geräusch (Amazon) – aber die Wortspiele waren einfach zu verlockend.

Der kleine Berliner Seitenstraße-Verlag stellt fest, dass der Buchhändler Amazon ein besserer Partner ist als manche kleine Buchhandlung.

Was man als kleiner Verlag so alles mit dem Buchhandel erlebt – Die Rollenverteilung im Buchhandel scheint klar: Amazon ist böse, »der kleine Buchladen um die Ecke« hingegen ein Segen. Wirklich? Wir haben mit unseren Büchern andere Erfahrungen gemacht

Unter anderem habe Amazon Seitenstraße-Bücher sofort lieferbar auf Lager und rechne auch schneller ab.

Inzwischen ist die Geschichte, die ich via Phantanews mitbekam, bei der FAZ angekommen.