“Die Anstalt” – Ein Solo weniger ist manchmal mehr

Eine Frühlingsgeschichte:

“In Frankfurt haben sich die diebischen Elstern von der EZB ein neues Nest gebaut, wütend protestieren die Rotkehlchen und zünden die Polizeiautos der Blaumeisen an.

Und dass freut so manchen gemeinen Journalisten-Gimbel, denn wenn er sich über brennende Autos aufregen kann, dann muss er nicht darüber nachdenken, um wie viel schlimmer die Gewalt der EZB ist, die sie in den südlichen Ländern gegenüber den Menschen ausübt.”

Erzählt wurde sie am 31. März 2015 im ZDF von Max Uthoff, einem der Köpfe der “Anstalt” – zur Zeit ja die beste deutschen Kabarettsendung, nach dem was ich so höre.

Wenn das das Beste ist, dann steht es ums deutsche Kabarett schlimmer als ich dachte. Strukturelle Gewalt als Rechtfertigung für tatsächliche Gewalt und dann Ursache und Wirkung verwechseln? Ohne Randale wären die Blockupy-Anliegen auch rübergekommen. Weia. Beste deutsche Kabarettsendung?

Und danach geht diese Frühlingsgeschichte weiter mit billigen Beschimpfungen wie Hedgefonds-Aasgeiern und Vollmeisen-Journalisten. Beste deutsche Kabarettsendung? Ein Solo weniger ist manchmal mehr.

https://youtu.be/CArqQfCB6Jo?t=28m4s

Erinnerung an den Ersten Weltkrieg

Eigentlich etwas unmögliches: “Die letzten Tage der Menschheit”. Das Karl-Krauss-Stück über den Ersten Weltkrieg hat 220 Szenen und würde 22 Stunden dauern. Aber es gibt Extrakte, einen gab am Freitag Schauspieler Ercih Schaffner im Marga-Meusel-Haus. Der Weiterstädter Arbeitskreis „Gegen das Vergessen“ erinnerte an den Krieg, der vor 100 Jahren noch voll im Gang war.

Echo online: Krieg als von Gott verhängte Strafe

in Weiterstadt.

(Das passende Bühnenbild stammt noch von der “Jack the Ripper”-Aufführung des T-Time Theaters.)

Hintergründe werden zu Abgründen bis ins Absurde

Der Flugzeugabsturz in Frankreich, zeigt mir neben den journalistischen Fehlleistungen einen ganzen Satz Inkonsequenzen in Medien und Gesellschaft auf. Aber Menschen sind nunmal so – und das meine ich nicht ironisch, denn ich bin es auch.

Normalerweise wird pauschalierend beklagt, dass alles dpa sei und keiner mehr was eigenes mache. Jetzt sind zig Medien mit eigenen Leuten unterwegs, verfolgen eigene Ansätze und haben so ihre Herangehensweisen. Nun ist das auch wieder falsch, klar, zuviel Fülle wird zu Gülle.

Wenn bei einer anderen Sache ein Medium schneller ist als das andere, kommen Leser/Zuschauer und fragen, warum die einen denn nun schneller sind? Nun sind sie alle schnell. Klar, auch falsch. Nur kann – wie immer im Leben – das Dreieck aus “schnell”, “richtig” und “kostet nichts bis wenig” nicht gleichmäßig aufgespannt werden.

Dann werden ansonsten Hintergrundberichte vermisst, weil man immer nur die schnelle News raushaut. Hintergründe werden jetzt zu Abgründen bis ins Absurde, es gibt sie reichlich (sowas wie die Dauertagesschau am Nachmittag muss ja auch gefüllt werden). Klar, braucht kein Mensch, das ist zuviel.

“Joe Blob and the Sixtyniners” covern rockig – aber dann doch anders

Das was ich da heute in meinem Artikel über das Konzert zur Weiterstädter Automobilausstellung versuche bei “Joe Blob” zu beschreiben, guckt man sich am besten im Video an. Die Band heißt mit vollem Namen “Joe Blob and the Sixtyniners”. Sie covert, aber anders und das richtig gut. Sie mixen Songs zusammen. “Daddy Cool” kommt zusammen mit Riffs von “Beds are burning” und noch was anderem (?):

Oder “Pokerface”: Das wird zusammen mit , “Dragostea din tei” in “Looking for Freedom reingeschoben und mit Rock und Reggae kraftvoll aber harmonisch in den Saal geblasen.

“Everybody” und “Sweet Dreams are made of this” passen übrigens auch auch gut zusammen.

Am 25. März 1945 endete für Darmstadt der Zweite Weltkrieg

(PM Stadt Darmstadt) Am 25. März 1945 marschierten amerikanische Panzertruppen in Darmstadt ein und bescherten der stark zerstörten Stadt ein vorzeitiges Kriegsende.

Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Darmstadt 115.000 Einwohner, zum Kriegsende lebten noch etwa 51.000 Menschen in Kellerhöhlen,
Gartenhäuschen und den weniger zerstörten Vororten. Das öffentliche Leben war nahezu zum Stillstand gekommen. Die rund 200 in der Stadt und den Stadtteilen stationierten Soldaten und Volkssturmmänner hatten die an den Ausfallstraßen errichteten Panzersperren verlassen und sich in amerikanische Gefangenschaft begeben oder abgesetzt. Weiterlesen

Sonnenfinsternis und Solarstrom

 Außentemperatur und Stromerzeugung bei einer Photovoltaikanlage in Südhessen während der Sonnenfinsternis am 20. März 2015.

Außentemperatur und Stromerzeugung bei einer Photovoltaikanlage in Südhessen während der Sonnenfinsternis am 20. März 2015.

Echo online: Abendhauch zur Mittagszeit

So richtig dunkel wurde es hier bei der Sonnenfinsternis ja nicht. Ich hatte für einen Zeitungsartikel beim lokalen Versorger HSE angefragt, ob sie noch am Freitag Daten von einer Photovoltaikanlage schicken können, um den Leistungsabfall durch die Verschattung zu zeigen. Das hat dann geklappt, am Nachmittag schickte die Pressestelle eine Kurve.

Und die Leistung geht deutlich runter (rund 78 Prozent), wenn sich der Mond vor die Sonne schiebt. Wie sich das gestern bei seinem Stromnetzbetreiber auswirkte, hatte sich das Manager Magazin angeguckt.

taz: Während der Sonnenfinsternis brach die Photovoltaikleistung ein. Doch das Netz blieb stabil – Durch den Mondschatten gingen deutschlandweit erhebliche Mengen an Solarstrom verloren: Um 9.45 Uhr wurden noch 13,4 Gigawatt Photovoltaik erzeugt, eine Stunde später waren es nur noch 5,3 Gigawatt. Ohne Finsternis wären es zu diesem Zeitpunkt durch den weiteren Anstieg der Sonne sogar bereits rund 18 Gigawatt gewesen.

Die Sonnensichel sieht man auch, wenn man sie über ein Fernglas an eine Wand projiziert.

Die Sonnensichel sieht man auch, wenn man sie über ein Fernglas an eine Wand projiziert.

Ein Darmstädter geht mit 16 Jahren zur SS

Der Darmstädter Hans Stark (1921-1991) war der jüngste Angeklagte im Auschwitz-Prozess und wurde 1965 wegen mehrfachen Mordes verurteilt.

Der Darmstädter Hans Stark (1921-1991) war der jüngste Angeklagte im Auschwitz-Prozess und wurde 1965 wegen mehrfachen Mordes verurteilt. Das Foto zeigt einen Ausschnitt einer Ausstellungstafel des hessischen Hauptstaatsarchivs.


Vor Jahren hatte ich mal zur SS einige Sachen nachgeschaut und war über einen Darmstädter gestolpert und entsetzt.

Der Mann hieß Hans Stark, war Jahrgang 1921 und war der jüngste Angeklagte und Verurteilte im ersten Auschwitz-Prozess der von 1963 bis 1965 in Frankfurt stattfand. Er kam mit 16 Jahren zur SS und war in den vierziger Jahren Aufseher in Ausschwitz, erschoss Menschen und schüttete Zyklon B in die Gaskammern. Nach dem Krieg wurde er erst als Mitläufer gesehen. Als die ersten Anschuldigungen kam, konnte er sich kurzzeitig damit rausreden, dass er nur Pferdepfleger – da gibt es auch ein Foto – des SS-Kommandanten Höß gewesen wäre.

Die Widerstandskämpferin Sophie Scholl war übrigens auch 1921 geboren.

Warum ich auf Hans Stark komme? Im Foyer des Justus-Liebig-Hauses ist bis 10. April die Ausstellung “Die historische Wahrheit kund und zu wissen tun” – Die justizielle Aufarbeitung der NS-Verbrechen in Hessen. Die Ausstellung stammt vom hessischen Hauptstaatsarchiv. Der Katalog steht auch online.

Echo online: Aus dem Dienstzimmer ins „feindliche Ausland“. Die Überschrift bezieht sich auf einen Satz des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer, der die Ermittlungen zum Auschwitz-Prozess entscheident vorangetrieben hatte.

Weil er die juristische Verfolgung der NS-Verbrecher vorantrieb, hatte er wenig Freunde in der Justiz, in der ja auch ehemalige Nazis wieder untergekommen waren. Und so sagte Bauer: “Wenn ich mein Zimmer verlasse, betrete ich feindliches Ausland.”

Sonntagsöffnung am 22. März zur Weiterstädter Automobilausstellung ist zulässig

(PM VGH) Mit Beschluss vom 17. März 2015 hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) die Erlaubnis der Stadt Weiterstadt zur Sonntagsöffnung von Ladengeschäften anlässlich der Automobilausstellung am 22. März 2015 für rechtlich zulässig erklärt.

Die Einschränkungen durch das Verwaltungsgericht Darmstadt vom 5. März 2015 hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof damit abgeändert. Der Beschluss ist unanfechtbar, weil der VGH bei der Ländersache Ladenschluss die letzte Instanz ist.

Echo online: Alle Läden in Weiterstadt dürfen öffnen