Schrauben wie Staubkörner – Handwerk: Hubert Gairhos hat die Liebe zu mechanischen Uhren zum Beruf gemacht.
(Darmstädter Echo, 24. November 2011)
Politische Köpfe: Reinhold Stein (SPD) -
Spagat zwischen Allgemeinwohl und Einzelinteresse
(Darmstädter Echo, 23. November 2011)
Politische Köpfe: Marie Luise Mayer (ALW) – Energie im Blick
(Darmstädter Echo, 12. November 2011)
Politische Köpfe: Melinda Snitil (CDU) – „Sprache ist das A und O“
(Darmstädter Echo, 20. Oktober 2011)
Ein Kranichsteiner mit vielen Talenten – Wechsel: Nach 14 Jahren will Dieter Hübner den Vorsitz im Förderverein abgeben –Ehrungen von Bund, Land und Stadt
(Darmstädter Echo, 29. September 2011)
„Wir fühlen uns hier wohl“ – Kirche: Samuel Beck ist neuer Jugendpastor der Evangelischen Landeskirchlichen Gemeinschaft Weiterstadt
(Darmstädter Echo, 17. September 2011)
Große Leidenschaft für ein kleines Auto – Porträt: Florian Fritsch aus Schneppenhausen sammelt Isettas und bereitet für 2012 ein Treffen für Gleichgesinnte vor
(Darmstädter Echo, 21. Juli 2011)
Zwischen Landratsamt und Bürgermeisterbüro – Porträt: Als neuer Erster Stadtrat vertritt Ralf Möller den Weiterstädter Rathauschef – „Viele Erfahrungen mitnehmen“
(Darmstädter Echo, 15. Juli 2011)
Streitschlichter nimmt Abschied – Stadtteilpolizist: Hauptkommissar Klaus Becker geht am 11. Juni in den Ruhestand – Sascha Rühl wird Nachfolger. (Darmstädter Echo, 27. Mai 2010)
Sich abheben vom „Pop-Studio-Brei“
Wettbewerb: Weiterstädter Band „The Sound Section“ kämpft im Mühltaler Steinbruchtheater um den Einzug in die nächste Runde von „Hessen rockt“ – „Gecoverte Sachen kommen besser an.“
Am Freitag geht es für die Band „The Sound Section“ um ziemlich viel. Die Weiterstädter spielen ab 21 Uhr im Mühltaler Steinbruchtheater im „Hessen rockt“-Viertelfinale mit drei anderen Bands ums Weiterkommen in die nächste Runde. „Hessen rockt“ ist ein Coverband-Wettbewerb mehrerer Medien und Sponsoren. Neben der „Sound Section“ treten „The Bauhelms“ von der TU Darmstadt sowie die Frankfurter Bands „Coleslaw“ und „Straitus Quo“ im Steinbruch auf.
Für die elfköpfige „Sound Section“ wird es ein stressiges Wochenende, denn am Donnerstag spielen sie noch morgens zwischen halb neun und zehn Uhr beim Sender Radio-Bob – in Kassel. Saxofonist Kai Schuchmann sieht das gelassen. „Wir hatten in all den Jahren immer knappe Termine.“
Mit Jan Delay-Coverversionen will die Band von dem aktuellen „Pop-Studio-Brei“ Abstand gewinnen. Und die Musiker hoffen, durch ihre Bandgröße einen Akzent bei „Hessen rockt“ zu setzen. „Wenn man wirklich jemand begeistern will, muss man es ein bisschen anders sein.“ Das könnte mit acht Musikern, zwei Sängerinnen und einem Sänger schon gelingen.
„The Sound Section“ wurde 2006 aus dem TSV-Blasorchester Braunshardt heraus gegründet, was die Bläserlastigkeit erklärt. Bei elf jungen Mitgliedern zwischen 18 und 26 Jahren ist die Fluktuation noch recht hoch. Von der ursprünglichen Band seien nur noch drei dabei, sagt Schuchmann mit Blick auf die Musikerliste – Dominic Griesel, Sänger Florian Schupp und er. Im weiteren spielen mit: Daniel Hertel (Gitarre), Sebastian Kramer, Philipp Laumann (beide Trompete), Christoph Mayer (Posaune), Kathlen Meyer, Katrin Sander (beide Gesang), Maximilian Weber (Bass) und Patrick Zehner (Drums). Sechs Mitglieder kommen aus Weiterstadt, bis auf einen Schüler studieren alle, aber keiner studiert Musik. Die kleine Big Band spielt viele Stücke von den Blues Brothers, Tina Turner oder Ray Charles. Für Stücke der US-Band Toto („Rosanna“, „Hold the Line“) arrangierte Dominic Griesel die Bläsersätze dazu. „Vieles kann man übernehmen“, meint der Keyboarder, der sich für die Arrangements zahlreiche Live-Auftritte der Bands anschaut.
„Gecoverte Sachen kommen erfahrungsgemäß besser an“, erklärt Kai Schuchmann die Einschränkung des Repertoires auf die Musik anderer Künstler. Aber man könne nicht alles ohne weiteres nachspielen, sagt der Saxofonist. „Manche Lieder hören sich gut im Radio an, weil im Studio ganz viel daran gemacht wurde.“ So sei es der Band beispielsweise nicht gelungen, das Gesangsduett „Something stupid“ von Robin Williams und Nicole Kidman (1966 schon von Frank und Nancy Sinatra gesungen) adäquat nachzuspielen.
Die Künstler haben auch ihre Favoriten: „Auf die Blues Brothers freue ich mich immer wieder“, sagt Griesel. „Toto ist immer wieder gut“, findet Schuchmann. „Da spielen wir ein Zwölf-Minuten-Medley“, ergänzt Florian Schupp. „Aber Amy Winehouse, Blues Brothers oder Tina Turner sind live auch gut zu spielen.“
Ob sie ein Stück mit ins Repertoire aufnimmt, entscheidet die Gruppe gemeinsam. Per E-Mail werde ein Internetlink auf ein Musikvideo bei You Tube herumgeschickt, beschreibt Schuchmann. Was man dann spiele, werde ausdiskutiert. Was bei elf Freunden auch mal etwas Zeit brauchen kann. (Darmstädter Echo, 13.1.2010 – Leider stand im Artikel mit “Sound Selection” ein falscher Bandname. Und dieser Satz ist viel zu kurz, um so einen peinlichen Fehler angemessen zu beschreiben.)
Fleißige Helferinnen im Einsatz für die Darmstädter Tafel
„Angefangen hat es mit dem Tag der offenen Tür an der Viko“, erinnert sich Freya Roßmann. „Und mit 20 Würstchen“, ergänzt ihre damalige Mitschülerin Leonore Steffan. Sie und Katharina Vrecl hatten bis zum Abitur zwei Jahre bei Terminen der Viktoriaschule und selbst organisierten Veranstaltungen für die Darmstädter Tafel gesammelt, unter anderem mit einem Buffet am Tag der offenen Tür.
„An der Viktoriaschule gibt seit mehreren Jahren die Initiative Abi-tut-was“, beschreibt Freya Roßmann, wie es begann. Als sie 2006 in die Abiturphase der Oberstufe kam (Jahrgangsstufe 12), wollte sie, dass die Initiative weiter läuft. Sammeln für einen guten Zweck, gut und schön, aber für welche Organisation? Es wurde eine Liste mit verschiedenen Hilfsorganisationen erstellt und im Jahrgang abgestimmt. „Der Jahrgang hatte sich eindeutig für die Darmstädter Tafel entschieden“, erinnert sich Roßmann an das Ergebnis.
Im Winter hatten sie dann die Tafel, damals noch in der Pallaswiesenstraße, besucht. „Irre klein“, sagt Roßmann. „Da quetschte man sich nur durch“, ergänzt Leonore Steffan. So stieg bei den Schülerinnen die Motivation, dass man „etwas machen“ müsse. Sie führten Interviews, fotografierten und erstellten Plakate, mit denen sie für ihre Sammelaktion warben. Unter dem Motto „Essen für Essen“ sammelten sie beim Tag der offenen Tür. „Bormuth hatte die Brötchen gespendet“, zählt Roßmann auf, „und die Bessunger Metzgerei Kübler Würstchen.“ Das Buffet war kostenlos, die Leute sollten geben, was sie für richtig hielten. „Sie waren sehr großzügig“, blickt Leonore Steffan zurück. Insgesamt kamen über 300 Euro zusammen.
So waren sie stets bei Schulveranstaltungen wie Schulfesten oder Eltern-Info-Abenden dabei. Mal lag das Gewicht mehr auf der Information, mal mehr beim Buffet.
Als Schülerinnen des Deutsch-Leistungskurses feierten sie auch Goethes Geburtstag vergangenes Jahr im August und verbanden den Abend mit Sammeln für die Tafel. „Wir haben ziemlich gerödelt“, erinnern sich die jungen Frauen an die Vorbereitungen. So schafften sie es, Goethe-Wein gespendet zu bekommen; und ein Konditor spendete Schokoladen-Ginkgoblätter in Anspielung auf Goethes Gedicht „Ginkgo biloba“. Es kamen viele Ehemalige, erzählt Leonore Steffan, Klassenkameraden mussten noch Stühle holen.
„Wir wollten unbedingt die 1000-Euro-Marke knacken“, beschreibt Freya Roßmann den Ehrgeiz, weiter zu sammeln. Und so traten sie auch bei der Kafka-Lesung zum Abschied ihres Deutschlehrers Karlheinz Müller auf den Plan – mitten zwischen schriftlichem und mündlichem Abitur. Der Schauspieler Horst Schäfer initiierte die Abschiedslesung und Freya, Katharina sowie Leonore verkauften Wein und Brezeln für ihre Spendensammlung. „Es hatte fast geklappt“, sagt Roßmann. 7,91 Euro fehlten noch. „Ich habe dann meinen Freund beschwatzt“, sagt sie und lacht.
Freya Roßmann arbeitet zur Zeit ein bis zweimal wöchentlich bei der Tafel in der Bismarckstraße mit. Essenausgabe, Küche – „je nachdem, wo ich gebraucht werde.“ Leonore Steffan macht ein Freiwilliges Soziales Jahr bei den „Grashüpfern“ an der Lichtwiese, eine Krabbelgruppe vom Förderkreis Kinderbetreuung der Technischen Universität und Hochschule.
Freya Roßmann wird Betriebswirtschaft an der Universität Mannheim studieren, ihr Herz schlägt für die Entwicklungspolitik. Aber noch lässt sie die Darmstädter Tafel nicht weg. „Wann kommst Du wieder zum Arbeiten?“, fragte ein Mitarbeiter. „Diese Woche noch“, meint Roßmann. Aber sie hat sich schon umgehört: Auch in Mannheim gibt es eine Tafel. (Darmstädter Echo – 1.9.2008)
Thi Thu Hang Nguyen, erste TU-Absolventin „Bachelor of Science“ in Chemie
Für Thi Thu Hang Nguyen gibt es kein Ausruhen auf ihren Lorbeeren. Anfang Februar hat sie als erste Absolventin den neu an der Technischen Universität eingeführten Studiengang „Bachelor of Science in Chemie“ abgeschlossen.
Nun setzt sie ihr Studium mit dem Ziel „Master of Science“ am Fachbereich Chemie fort und hat Praktika und in „System- und Verfahrenstechnik“ schon die ersten Prüfungen hinter sich.
Die 22 Jahre alte Vietnamesin hatte in Hanoi schon mit dem Chemiestudium angefangen, bevor sie im März 2003 nach Deutschland kam. Sie besuchte ein Semester das Studienkolleg und begann im Sommersemester 2004 ihr Chemie-Studium. „Ein Studium in den USA ist zwar beliebter, aber auch teurer“, lächelt sie. Ihr Wahl fiel schließlich auf Deutschland wegen des Rufs des Chemie-Studiums, nach Darmstadt führten sie die guten Platzierungen der TU bei Uni-Rankings. Ihre Schwester studiert ebenfalls in Darmstadt.
Nguyen entschied sich für den 2004 eingerichteten Bachelor-Studiengang wegen der internationalen Ausrichtung. „Bachelor und Master sind auf der ganzen Welt bekannt.“ Teilweise liefen ihre Vorlesungen und Praktika mit den Diplom-Studenten, weil sie damals die einzige Bachelor-Studentin war. Zusammen mit Studenten des Diplomstudiengangs hatte sie Prüfungen in Biochemie, Anorganischer, Organischer, Physikalischer und Makromolekularer Chemie. Zusätzlich absolvierte sie mündliche Prüfungen in Fächern, die für Diplomstudenten nur aus Vorlesungen bestanden.
„Jedes Semester musste ich sechs bis sieben Prüfungen machen, das war ziemlich stressig“, erinnert sie sich. Dafür gab es keine Abschlussprüfung mehr wie früher das Vordiplom oder Diplom. Alle Noten und die Bachelor-Arbeit zählen. Ihre Bachelor-Arbeit fertigte Thi Thu Hang Nguyen mit sehr gutem Ergebnis in Professor Herbert Vogels Arbeitsgruppe im Ernst-Berl-Institut für Technische und Makromolekulare Chemie an.
In ihrer Arbeit untersuchte Nyguen, wie man Epoxide aus einem Gasgemisch im großtechnischen Maßstab trennen kann. Bislang funktioniert das Verfahren nur im kleineren Labormaßstab. Epoxiden kennt jeder, der einmal Zwei- Komponenten-Kleber benutzt hat; Epoxidharz-Klebstoffe werden unter anderem beim Automobilbau verwendet. „Ich benutzte dazu eine Simulationsprogramm, um die Aufbereitung zu analysieren,“ beschreibt sie ihre Arbeit, die überwiegend am Computer stattfand. „Mit der Software kann man großtechnische Anlagen simulieren,“ erklärt Nguyen.
Mit dem Computerprogramm „Aspen Plus“ bildete sie die Aufarbeitung des Reaktionsgemisches nach. Sie schätze zudem die Wirtschaftlichkeit einer großtechnischen Produktion ab. Problem war, dass dass von den Stoffen wenig Daten vorlagen, so dass sie viele Simulationen laufen lassen musste, um beispielsweise optimale Druck-, Temperatur und Mengenverhältnisse ermitteln. Eine praktische Labor-Arbeit hatte sich wegen der dreimonatigen Dauer einer Bachelor-Arbeit nicht ohne weiteres einrichten lassen.
Thi Thu Hang Nguyen überlegt, ob sie nach dem Master eine Doktorarbeit anschließen will. „Im Vietnam könnte ich mit dem Master-Abschluss arbeiten“, wägt die junge Frau ab. In Deutschland komme man als Chemikerin um eine Promotion kaum herum. „Ich gehe auf jeden Fall zurück nach Vietnam“, ist sie sich sicher, „ich weiß aber noch nicht wann.“ (Darmstädter Echo – 7.3.2008)