„1914“ eingestellt

Mein Blog “1914” (neun10vier10.wordpress.com) zum Beginn des Ersten Weltkrieges habe ich mangels Übernahmewilliger (wollt ja keiner machen) vor fünf Tagen wieder belebt und nun doch eingestellt. Sorry, aber maximal 16 Leser am Tag und dafür jeden Tag zwei Stunden Quellen online zusammensuchen und in drei Büchern nach Schlagworten gucken, nee – und selbst eine simple Linksammlung dauert ihre Zeit.

Und da dann auch noch WordPress beim Bilder hochladen immer mal wieder zickte, und schon geschriebene und verlinkte Passagen doch nicht – wie normalerweise – vom System gespeichert waren, langt es mir nach einer Woche täglichem rumgebastel für drei Handvoll Leser.

Ich verweise auf das schöne Blog ersterweltkriegheute.de zum Ersten Weltkrieg. Da geht es auch Tag für Tag voran. Die Bloggerin Christina Kuhrcke wohnt in Hamburg, ist Ärztin und Journalistin und – Darmstadt ist überall – hatte zwei Jahre Architektur in Darmstadt studiert. :)

Ansonsten gibt es deutsche Dokumente hier:

http://www.archiv.diplo.de/Vertretung/archiv/de/03a-Digitalisate/03a-1-julikrise-1914/3a-1-0julikrise-1914.html

Österreichische dort:

http://www.gwpda.org/1914/austdocs/DieOsterreichisch-Ungarischen.html

Und eine Serie in der welt.de

http://www.welt.de/themen/erster-weltkrieg/

ZDF-heute-journal mit “Wahnsinn pur” und “Schockstarre pur” auf Quotenjagd

Aha, mir war das nicht alleine aufgefallen, dieses makaber-schräge “heute-journal” in der Halbzeitpause Brasilien-Deutschland.

Via Stefan Niggemeier gibt es eine Erklärung für diese ZDF-Aktion:

“Es will es in die Halbzeitpause quetschen, um auf diese Weise den Zuschauerschnitt der Sendung in die Höhe zu treiben.”

Und jetzt weiß ich auch, woher das Gefühl bei mir kam, warum die Sendung so daneben war, weil Niggemeier auf zwei Zitate hinweist: „Das ist Schockstarre pur“, sagte der eine Korrespondent und „Das ist Nahost-Wahnsinn pur” der andere. Und setzten so dekadentes Vergnügen (sorry, Fußball-WM ist nunmal Spaß und ein Luxus) auf eine Stufe mit dem Krieg zwischen der Hamas und Israel.

Dauerbaustelle Schlossschule Gräfenhausen – „Wir haben nicht ordentlich geplant.“

Baustelle Schlossschule 5.7.2014 800x

Im Mai hofften Landkreis, Lehrer und Eltern noch den Schlossschule-Altbau aus den 50er Jahren saniert zu haben, so dass die Schule dort einziehen kann. Es war zwar nur eine Woche Puffer, hieß es damals, aber es schien möglich. Es kam anders:

Echo online: Umzug zieht sich hin – Schimmel und Planungsfehler verzögern Fertigstellung der Gräfenhäuser Schlossschule

Die Christoph-Graupner-Schule will das Therapiebad behalten

Eltern und Lehrern befürchten, dass das Therapiebad in der Christoph-Graupner-Schule (CGS) sich nach einer Schulsanierung im Nordbad befindet. Die Stadt sieht so aber Inklusion gefördert und gleichzeitig Kosten gesenkt. Die CGS ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung mit und einer Abteilung für körperliche und motorische Entwicklung.

Echo online: Ungewisse Zukunft für das Therapiebad

„Die Schule ist in diese Diskussion nicht eingebunden“, ärgert sich Ulrike Hestermann, Vorsitzende des Schulelternbeirats. Man brauche das Therapiebad nur von außen zugänglich machen, findet Schulleiterin Gisela Kappacher. „Das könnte rund um die Uhr belegt sein.“ Es sei nur eine Frage der Organisation und eines Zugangs von außen, der nicht durchs Schulgebäude führt.

Die Therapiebadtemperaturen liegen bei rund 33 Grad Celsius, das Becken ist zwischen 30 Zentimetern und 1,20 Meter tief und hat zudem spezielle Vorrichtungen. „Die cerebral paretischen Kinder müssen durchs Wasser gezogen werden“, schildert Konrektorin Elvira Gotta-Wolf ein Beispiel. Cerebralparesen sind Bewegungsstörungen infolge einer Hirnschädigung oder -entwicklungsstörung.

Die Schule würde das Bad gerne weiterhin angrenzend an ihr Gebäude haben. Jede Busfahrt ins (700 Meter Fahrstrecke) Nordbad mit einer Klasse mit Schülern mit Behinderungen wäre sehr aufwändig, weist Gisela Kappacher hin. „In der Regel habe wir zwei Rollstuhlfahrer in den Klassen“,einige Kinder seien auch mehrfach behindert.

Ein Neubau an der CGS mit öffentlichem Zugang würde laut Stadt aber mindestens 450.000 Euro mehr kosten wegen Schwimmbadtechnik, Nebenräumen, Umkleiden und Kassenbereich.

23. Juli: Sanierung Christoph-Graupner-Schule kommt ins Stadtparlament

28. Juni 1914 – Attentat mit Ansage und Fehlversuch

28. Juni 1914, ein Sonntag: Der österreich-ungarische Thronfolger Franz-Ferdinand und seine Frau Sophie werden um 10.45 Uhr erschossen. Das Unglaubliche für mich an dem Attentat von Sarajevo vor genau 100 Jahren ist aber das Vorspiel und der Tagesablauf damals.

Der Besuchstag ist ein serbischer Gedenktag (Schlacht auf dem Amselfeld, 1389), Serbien ist eh scharf auf die Provinz, es gab Warnungen vor Attentätern und nachdem gegen 10 Uhr eine Bombe auf den Thronfolger in seinem Auto geworfen war (und dahinter explodierte), wurde der Besuch nach einer Pause fortgesetzt. Man änderte zwar die Route, aber das bekam der Fahrer nicht mit, sodass bei einem Wendemanöver das Auto steht – und ein weiterer Attentäter, der schon aufgesteckt hatte, Franz-Ferdinand und Sophie tödlich verletzten kann.

Und: Franz-Ferdinands Frau war für die Habsburger von zu niederem Adel (auch wenn es böhmischer Uradel war), sodass sie am Hofe weitgehend unerwünscht und die Kinder von der Thronfolge ausgeschlossen waren. Während sie bei vielen Anlässen in Wien nicht dabei sein durfte, ausgerechnet in Sarajevo war sie dabei (der Tag war halt auch der Hochzeitstag).

Sonntagsblatt: Der Mann, der falsch abbog – Leopold Lojka war der unglückliche Chauffeur von Sarajevo

SpOn: Das dilettantischste Attentat der Geschichte

Wikipedia: Attentat von Sarajevo

Es gab auch einen Grenzstein zu sehen

Ein Obelisk, Alphornbläser, Kanunklänge und Rentierschinken in einem FFH-Schutzgebiet. Der städtische Grenzgang führte Samstag durch den Kranichsteiner Wald nordöstlich des Jagdschlosses, weil Kranichstein vor genau 450 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Zu Zeiten Ludwigs VIII. (1691-1768) konnte man Kranichstein sogar als hessische Hauptstadt sehen. Der „Jagdlandgraf“ hatte seine Hauptresidenz ins Jagdschloss verlegt. Er ließ auch das Rondell ans Schloss anbauen, das ein Zentrum eines barocken Schneisensterns ist – zum bequemen Schießen vom Schloss aus.

Nebenbei verbot er Kaffeetrinken (außer für Bürger mit „Ansehen und Vermögen“) und bestrafte Bauern, die sich dagegen wehrten, dass das Wild ihre Felder verwüstete. Und nur die Freundschaft zur Kaiserin Maria-Theresia hatte verhindert, dass Hessen-Darmstadt wegen seiner Schulden in den Bankrott ging.

Grenzgang 14.6.2014 01 800x Weiterlesen

Nun doch Krautreporter

Ich habe mich geirrt, die Krautreporter haben es trotz ihres unprofessionellen Auftritt hinbekommen. Bedenkenträger war ich nicht, ich fand auch das Meckern über die Kreditkarte und die wenigen Reporterinnen und die fehlende Diversität kleinlich.

Aber das Marketing war so schlecht und die Site so nichtssagend und die genannten Themen so 08/15, dass ich keine Lust hatte, das zu bewerben. Jeder hätte mich doch gefragt, warum er dafür 60 Euro geben soll.

Und dann fand ich die Orga doch sehr improvisiert, mit vier Tagen Vorlauf kam eine Einladung nach Berlin, an einem Arbeitstag, das Blog kam irgendwann, Beiträge irgendwie spontan und sinnlos getaktet, naja.

Da entstand zwingend der Eindruck bei mir ein paar Berliner Alpha-Journalisten und -Blogger, versuchen jetzt mal eben mit Crowdfundig sich ihr Hobby (Schreiben über Dinge, die sie für sich interessant finden – ich sag’ nur jüdischer Siedler) von anderen bezahlen lassen.

Freundlicherweise hat die Augstein-Stiftung die Krautreporter nun gezwungen, meine Vorurteile auch zu widerlegen.

Krautreporter scheinen es noch zu schaffen

Da habe ich mich wohl geirrt. Die Krautreporter scheinen es zu schaffen. Unter anderem dank einer Spende:
Die Rudolf Augstein Stiftung fördert Krautreporter mit 1000 Mitgliedschaften. Und wenn am letzten Sammeltag pro Stunde so viele Unterstützer dazukommen wie aktuell, müsste die 15.000-Unterstützer-Grenze um 15 Uhr oder 16 Uhr erreicht werden.

Und ich glaube nicht, dass das Projekt bei 14.900 Unterstützern scheitert, da lohnt es sich für die 25 Macher doch noch selbst schnell zu “Abonennten” zu werden. ;-)

Ich hoffe, dass der wohl erfolgreiche Endspurt nicht von den Problemen, die ausgemacht worden waren, ablenkt. Nicht, dass es so läuft wie bei einer Pleite-Kommune, die durch Grundstücksverkäufe ihr strukturelles Defizit für ein Jahr ausgleichen kann und fröhlich weiter ins Defizit wirtschaftet. Da ist trotz Buchhaltungserfolg noch nichts anders.

Und die Stiftungsspenden (es gibt laut den Facebook-Krautreportern noch eine) zeigt mir eher, dass die Zukunft der Journalismusfinanzierung in einen anderem Modell liegt: Mäzenatentum. :-D

6. Juni: Krautreporter – Eine Orga wie Kraut und Rüben
3. Juni: Countdown bei den Krautreportern. Aber so wird das nichts.