200 Millionen Euro: Was Darmstadt so plant

Das Böllenfalltorstadion. Ein Umbau in eine moderne Sportstätte soll 27,6 Millionen Euro kosten.

Das Böllenfalltorstadion. Ein Umbau in eine moderne Sportstätte soll 27,6 Millionen Euro kosten.

Eine kleine, sicher unvollständige, Übersicht zu Bauprojekten der Stadtregierung.

Sechs Fahrradstraßen
0,3 Millionen Euro

Sanierung Centralstation
0,5 Millionen Euro

Umbau Friedensplatz
1,6 Millionen Euro – Schätzung in den Plänen von 2007

Fußgänger- und Radwegbrücke über die Rheinstraße
2,25 Millionen Euro – die Brücke soll die Rheinstraße im Bereich des Mozartturms queren.

Neues Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr Arheilgen
4 Millionen Euro – minus 750.000 Euro durch Verkauf des bisherigen Geländes und minus 600.000 bis 800.000 Euro Landeszuschuss.

Darmbachoffenlegung
7,1 Millionen Euro – offenes Bachbett von der Rudolf-Mueller-Anlage bis zum Herrngarten sowie ein eigenes Rohr unter Alicen-, Wilhelm-Leuschner-, Kasino- und Pallaswiesenstraße. 500.00 Euro jährliche Kosten für Instandhaltung und Zinsen, minus der 2,2 Millionen Euro für die bisherigen Kanalgebühren, die die Stadt an die HSE zahlt.

Straßenbahn zur Lichtwiese
8,3 Millionen Euro – kommunaler Anteil laut Stadt 2,87 Millionen Euro plus 654.000 Euro im Jahr (900.000 mit Finanzierungskosten und jährlicher Abschreibung Betriebskosten, sagt Uffbasse.

Nordbad, Neubau
18 Millionen Euro – im städtischen Haushalt sind bislang 13 Millionen Euro vorgesehen.

Böllenfalltorstadion, Um- oder -Neubau
27,6 Millionen Euro – 13,6 Millionen Euro sollen über Kredite finanziert werden, 14 Millionen Euro über einen Landeszuschuss.

Berufsschulzentrum Nord
50-60 Millionen Euro

Rathausneubau auf dem Marienplatz
70 bis 90, maximal 110 Millionen Euro – soll sich nach 17 Jahren amortisiert haben, FDP vermisst unter anderem Angaben zu Abschreibung und Krediten

27. Januar 1914 – Der Cousin des Darmstädter Großherzogs hat Geburtstag

Flaggenhissen zu Kaisers Geburtstag in der deutschen Kolonie Kamerun am 27. Januar 1901.

Flaggenhissen zu Kaisers Geburtstags in der deutschen Kolonie Kamerun am 27. Januar 1901.


Wenn einer heutzutage was am 20. April feiert, muss er aufpassen, dass nicht Leute kommen, die er nicht so recht dabei haben will. Auch Veranstaltungen an dem Tag können leicht missverstanden werden.

Der 27. Januar ist eigentlich auch so ein Tag, nur ist der inzwischen unverdächtig; aber es ist/war Kaiser Wilhelms Geburtstag. Am 27. Januar 1859 kam Wilhelm von Hohenzollern auf die Welt, 1888 besteigt er als Wilhelm II. den Thron.

Wilhelm war ein Enkel der “Großmutter Europas”, der englischen Königin Victoria (Wilhelms Mutter war Victoria von Großbritannien und Irland) und da kommt endlich mal wieder ein Darmstadtbezug, denn der Darmstädter Großherzog Ernst Ludwig war auch ein Enkel Victorias, seine Mutter war Victorias Schwester Alice von Großbritannien und Irland. Alice? Genau, nach dieser Alice ist das Alice-Hospital in der Dieburger Straße benannt. Wegen dieser Beziehung war Queen Victoria auch ab und an im Großherzogtum Hessen und hat ihren Namen in Glasscheiben der Schlösser in Braunshardt und Kranichstein geritzt.

Der hessische Großherzog Ernst Ludwig im Jahr 1905.

Der hessische Großherzog Ernst Ludwig im Jahr 1905.


Damit waren Wilhelm und Ernst Ludwig jedenfalls Cousins. Der englische König Eduard VII. war als Queen Victorias Sohn ein Onkel der beiden und der ihm 1910 nachfolgende englische König George V. war somit auch wieder ein Cousin.

Ernst Ludwigs Schwester Alix (logischerweise auch eine kaiserlich-königliche Cousine) heiratete den künftigen russischen Zaren Nikolaus II. Russisch? Genau, deswegen steht auf der Mathildenhöhe die russische Kapelle, sie war eine Hauskapelle für den Zaren. Auf mich wirkt sie immer ein wenig wie ein Raumschiff, das im Jugendstilensemble notgelandet ist. ;-) Aber tatsächlich ist es andersherum, die Kapelle war zuerst da. Baumeister war übrigens ein Großvater des Schauspielers Peter Ustinov.

Die Hauskapelle des Zaren in Darmstadt auf der Mathildenhöhe.

Die Hauskapelle des Zaren in Darmstadt auf der Mathildenhöhe.


Alix nennt sich als Zarin Alexandra. Sie ist die, die den Mönch Rasputin als Heiler ihres bluterkranken Sohnes sieht, sie ist auch die Mutter der später legendär gewordenen Zarentochter Anastasia, die die Erschießung in der Folge der Russischen Revolution überlebt haben soll.

Zarin Alexandra mit Tochter Anastasia im Jahr 1901.

Zarin Alexandra mit Tochter Anastasia im Jahr 1901.

Jedenfalls zählt wegen dieser Heirat der russische Zar auch zu den wilheminischen Cousins. Genützt hat es aber schließlich nichts, wie man im Juli und August 1914 sehen wird, auch wenn sich die beiden “Willy” und “Nicky” nannten.

Uniformen waren damals schick. Wilhelm II. in russischer und Nikolaus II. in preußischer Uniform, 1905 im fisschen (damals war das russisch) Björkö.

Uniformen waren damals schick. Wilhelm II. in russischer und Nikolaus II. in preußischer Uniform, 1905 im finnischen (damals war das russisch) Björkö.

Ach ja, Georges und Nikolaus’ Mütter waren Schwestern (Alexandra und Dagmar von Dänemark, ihr Vater Christian war der „Schwiegervater Europas“), der britische und der russische Monarch sind also auch Cousins. Man vermutet, dass sich deswegen George und Nikolaus recht ähnlich sahen. Ich weiß aber nicht so recht, die Augenpartie ist schonmal anders, dafür trugen sie den gleichen Bart. Andererseits sehe ich hier nur die Fotos.

Über Wilhelm II. und sein Amtsverständnis und Auftreten lasse ich mich hier nicht aus, da ich es nicht schaffen werde, Werke wie die Biografie John Röhls oder die Christopher Clarks zusammenzufassen (Spiegel TV: Der letzte Deutsche Kaiser). Zumal die Biografen sich nicht einig sind: Röhl, Clark, Straub – drei kontroverse neue Bücher über Wilhelm II.

Seit 1996 ist der 27. Januar übrigens “Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“, weil die Rote Armee am 27. Januar 1945 das KZ Auschwitz befreite.

Wixhäuser Wagenhändler Welker wächst in Weiterstadt

In Sichtweite der Skoda-Deutschland-Zentrale in Weiterstadt, baut das Autohaus Welker einen neuen Hauptstandort.

In Sichtweite der Skoda-Deutschland-Zentrale in Weiterstadt, baut das Autohaus Welker einen neuen Hauptstandort.


Das Skoda-Autohaus R. Welker GmbH wird mit seinem Hauptsitz von Wixhausen nach Weiterstadt ziehen. Am Dienstag (7.) war Spatenstich im Weiterstädter Gewerbegebiet. Neben der Zentrale von Skoda-Deutschland. :-)

Echo online: Autohaus neben der Deutschlandzentrale – Skoda-Händler Welker aus Wixhausen will bis Herbst 2014 einen Standort in Weiterstadt eröffnen

Die Baustelle am Morgen des 7. Januar 2013.

Die Baustelle am Morgen des 7. Januar 2013.


Und so soll es aussehen: Ein moderner Showroom, ein Werkstattbereich mit zehn Hebebühnen und zwei Dialog-Annahmestellen sowie eine Fahrzeugwaschanlage. Und eine rund 600 Quadratmeter große Verkaufsfläche im Außenbereich, auf der junge Gebrauchte und Jahreswagen präsentiert werden.

So soll es aussehen: Ein moderner Showroom, ein Werkstattbereich mit zehn Hebebühnen und zwei Dialog-Annahmestellen sowie eine Fahrzeugwaschanlage. Und eine rund 600 Quadratmeter große Verkaufsfläche im Außenbereich, auf der junge Gebrauchte und Jahreswagen präsentiert werden.

Friedenslicht in der Bessunger Liebfrauenkirche – Frohe Weihnachten!

Die Friedenslichtflamme ist ein Ableger einer in Bethlehem entzündeten Flamme.

Die Friedenslichtflamme ist ein Ableger einer in Bethlehem entzündeten Flamme.

Echo Online: Die besondere Flamme aus Bethlehem

Das Friedenslicht gibt es seit 1986 und entstand aus einer Idee des ORF. Dieses Jahr hat der 12-jährige Michael Weixlbaumer aus Kematen an der Krems am 26. November 2013 in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem das Licht entzündet. Die Flamme geht dann nach Wien und wird von dort aus in der Welt – zur Zeit sind das 26 Länder – weiterverteilt. In Deutschland verteilen Pfadfinder das Licht, in Bessungen brachten es Pfadfinder der katholischenPfadfinderschaft St. Georg.

Das Friedenslicht brennt bis Heilige Drei Könige in der Liebfrauenkirche, dort kann jeder eines entzünden und mit nach Hause nehmen.

Parlamentskorrespondent

Dienstag war ich fürs ECHO im Darmstädter Stadtparlament:
Beitrag für Hausbesitzer, nicht für Bezirke – Stadt behält ihr Modell für Sanierungsbeteiligungen bei
Darmstadt hat wieder die Anteilsregelungen von 1971 und nimmt die von 1986 zurück. Damit beträgt der städtisch Anteil nun 25, 50 und 75 Prozent bei Anliegerstraßen, Straßen des innerörtlichen Durchgangsverkehrs und Straßen für überörtlichen DurchgangsverkehrProzent (1986 war es 50, 70 und 90 Prozent). Abrechnungsbezirke wurden abgelehnt. Laut Kämmerer André Schellenberg sei der Verwaltungsaufwand deutlich höher und für die gerichtsfeste Ermittlung der Bezirke müsse man externe Experten engagieren und für die Bescheidberechnung eine spezielle Software erwerben.

Mehr Geld für die Mathildenhöhe – Ausstellungshallen-Sanierung teurer – Magistratskommission Mathildenhöhe wird erweitert – Ortsgerichtsvorsteher für Eberstadt
Die Erweiterung der Magistratskommission Mathildenhöhe hatte die Uwiga rechtliche Bedenken, weil der vorgeschlagene Designprofessor in Darmstadt arbeitet aber in Frankfurt wohnt und dies von der Satzung und HGO nicht gedeckt sei. Rechtsdezernent Jochen Partsch (Grüne), bot an die Vorlage zurückzuziehen. Aber die Fraktionen von CDU, Grünen und SPD bestanden darauf abzustimmen.

Kein Beirat für die Mollerstadt – Grün-Schwarz lehnt Antrag der SPD ab.
Die SPD-Fraktion hatte viele Forderungen der „Interessengemeinschaft Sanierungsgebiet Mollerstadt“ übernommen. Diese hatte im Vorfeld ihre Einwände gegen die Umgestaltung der Grafenstraße unter allen Fraktionen breit gestreut und dies auch mitgeteilt.
Stefan Opitz, Grünen-Stadtverordneter und Anwohner der Elisabethenstraße, warnte davor „den vorbildlichen Bürgerbeteiligungsprozess über den Haufen zu kippen“ und fand, dass die jetzige Regelung „besser als zu Beginn“ sei.
Planungsdezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne) wies darauf hin, dass eine schriftliche Bürgerbefragung einen so hohen Rücklauf gehabt habe, dass das städtische Amt für Statistik gesagte habe, „das ist quasi repräsentativ“. Sie nehme Gewerbetreibende mit Umsatzrückgängen ernst, betonte Lindscheid in ihrer mit Verve gehaltenen Rede. „Wir müssen untersuchen, woran das liegt.“
Manuel Krenzke (CDU) kritisierte, dass der SPD-Antrag in seinen Unterpunkte die Ergebnisse, die erst der Beirat bringen könne, vorweg nehme. Und Felix Weidner (Grüne) lehnte einen Beirat ab, weil dieser die Teilnehmer auf bestimmte Personen reduziere.
„Der eine bringt den Bürger, der andere jenen Bürger“, fasste Uwiga-Fraktionsvorsitzender Helmut Klett das Problem unformeller Bürgerbeteiligung zusammen. Und sagte in Richtung Koalition: „Ich wünsche Ihnen mit Ihren Stadtteilforen mehr Glück.“

Und vor einer Woche war ich im Weiterstädter Parlament:
Diskussion um Anrufsammeltaxi – Weiterstadt ändert Bebauungsplan für „An der Dornhecke“ zugunsten der Nahversorgung

Grundsteuer wird erhöht – Bürgermeister warnt vor späterer Erhöhung – Gegenstimme aus der ALW

Weg für Hotelbau am Steinrodsee ist frei – Weiterstädter Stadtparlament entscheidet sich mehrheitlich für Vorhaben – Bebauungsplan wird angepasst

Kompromiss für die Darmstädter Straße – Weiterstädter Stadtparlament beschließt Umgestaltung – Pflaster nur in Teilbereichen

Rohrbach wird Ehrenbürgermeister

Demo in Darmstadt

Die rund 250 Demonstranten in leuchtend gelben Westen kamen unter anderem aus Darmstadt, Lampertheim, Rüsselsheim, Viernheim, Wallau oder Weiterstadt.

Die rund 250 Demonstranten in leuchtend gelben Westen kamen unter anderem aus Darmstadt, Lampertheim, Rüsselsheim, Viernheim, Wallau oder Weiterstadt.


Echo online: Verdi gegen Billiglohngruppen im Einzelhandel – Demonstration in Darmstadt – Streik im Weihnachtsgeschäft?

Die Demonstraten zogen über Rheinstraße, Luisenplatz, Wilheminen-, Elisabethenstraße, Ludwigs- und Marktplatz. Und dann über den Luisenplatz wieder zurück zum DGB-Haus.

Die Demonstraten zogen über Rheinstraße, Luisenplatz, Wilheminen-, Elisabethenstraße, Ludwigs- und Marktplatz. Und dann über den Luisenplatz wieder zurück zum DGB-Haus.

Deutscher Fassadenpreis 2013 für Hochschule Darmstadt

Fassade HDA 800x
(PM Hochschule Darmstadt) Die von dem Berliner Architekturbüro Staab Architekten durchgeführte Sanierung des Hochhauses der Hochschule Darmstadt (HDA) ist mit dem Deutschen Fassadenpreis 2013 für vorgehängte hinterlüftete Fassaden ausgezeichnet worden. Verliehen wurde die Auszeichnung im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main. Insgesamt gingen 117 Bewerbungen beim Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden ein, der den Preis seit zehn Jahren vergibt.

Vorgehängte hinterlüftete Fassaden bestehen aus einer äußeren Fassadenschicht, einer speziellen Luftschicht und der üblichen Dämmschicht an der Gebäudewand. Dieser Aufbau gewährleistet eine verbesserte Feuchtigkeitsregulierung. „Das Hochhaus C10 ist ein Beispiel eines überzeugenden Einsatzes vorgehängter hinterlüfteter Fassaden, die die Nachkriegsmoderne zeitgemäß weiterdenken, indem sie dem Haus eine ausgeprägte ‚Strahlkraft‘ verleihen“, heißt es in der Jury-Begründung. „Der Ansatz überzeugte in seinem ganzheitlichen Anspruch, der gestalterische Herausforderungen mit funktionalen Erforderlichkeiten in einer beispielhaften Weise miteinander verbindet.“

Hochschule Darmstadt von einem Dach 800x

Im Zuge der Grundinstandsetzung 2009 bis 2011 wurde das 60 Meter hohe und 1963 fertiggestellte Gebäude bis auf den Rohbau zurückgebaut, die Fenster ersetzt und die Außenwände mit vorgehängten hinterlüfteten Fassaden versehen. Die Nordseite des Hochhauses wurde großflächig verglast, während auf der Südseite markante Verschattungselemente angebracht wurden, um der Aufheizung der Räume durch Sonneneinstrahlung entgegenzuwirken. Diese dreidimensional gefalteten Fassadenelemente aus Aluminium dienen als feststehender und wartungsfreier Sonnenschutz.

Durchgeführt wurde die Sanierung vom Berliner Büro Staab Architekten, dessen Arbeit bereits im Juli 2013 mit einer Auszeichnung beim Deutschen Architekturpreis gewürdigt wurde. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst hatte für die Sanierung des Hauses Mittel aus dem Hochschulinvestitionsprogramm HEUREKA zur Verfügung gestellt.

Das 16-geschossige Gebäude wird von den Fachbereichen „Mathematik und Naturwissenschaften“, „Elektrotechnik und Informationstechnik“ und in geringerem Umfang auch von den Fachbereichen „Informatik“ sowie „Maschinenbau und Kunststofftechnik“ genutzt. Daneben sind hier auch der AStA, das Student Service Center und das Präsidium mit der zentralen Hochschulverwaltung zu finden.
hochschule darmstadt fassadensanierung
Der Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e.V. vergab die renommierte Auszeichnung in diesem Jahr zum zehnten Mal. Die Bundesstiftung Baukultur honoriert die Auszeichnung als bundesweit bedeutsamen Preis. Seine Preisträger erfahren durch die Stiftung eine besondere Würdigung: Architekt und Bauherr des siegreichen Projektes werden in den Konvent der Baukultur berufen.

Die Fassade der Hochschule Darmstadt vor der Sanierung.

Die Fassade der Hochschule Darmstadt vor der Sanierung.