Infos im Ersten aus der zweiten (?) Reihe

ARD-Korrespendentin Isabel Schayani sitzt in New York und berichtet über die Schüsse im kanadischen Parlament in Ottawa.

Ok, man kann nicht überall Mitarbeiter haben, aber übertragen auf Deutschland bedeutet das, dass ein Korrespondent aus Stuttgart über ein Ereignis im 535 km entfernten Hamburg berichtet. Denn zwischen New York und Ottawa liegen rund 540 Kilometer.

Nun, wie würden wir Hamburg-Nachrichten aus Stuttgart einschätzen?

Kommentar: Stadtteilfonds, Bürgerjurys – und dann doch Ortsbeiräte?

Im Kommunalwahlkampf 2011, davor und danach war und ist die Uwiga für Ortsbeiräte in Darmstadt. Was aber damals abgelehnt wurde. Und der neue OB wollte auch lieber auf Quartiersforen setzen, in denen kein Parteiengezänk stattfindet. Ich sehe Ortsbeiräte skeptisch, da sie laut Hessischer Gemeindeordnung nicht hinreichend selbstständig sind und am Ende immer das Stadtparlament das letzte Wort hat. Wenn – so meine Überlegung damals und heute – sind Ortsbeiräte nur dann sinnvoll, wenn sie auch ein Budgetrecht für ihren Stadtteil haben.

Nun gibt es eine aktuelle Entwicklung: Stadtteile könnten im Rahmen des Bürgerhaushalts ein Budget bekommen, wie am Mittwoch (15.10.) die Bürgerbeauftragte auf einer Veranstaltung mitteilte. Über das Budget sollen dann “Bürgerjurys” entscheiden.

So sympathisch ich die Idee mit den Stadtteilfonds finde, glaube ich, dass in so einem Gremium schnell das parteipolitische Hick-Hack einzieht, wenn es über Geld entscheiden kann. Die Stadtteilrunde Kranichstein läuft als Quartierforum meiner Einschätzung nach deswegen so gut, weil es dort nichts zum Abstimmen gibt.

Und dann halte ich ordnungspolitisch betrachtet ein bei ordentlichen Wahlen bestimmtes Gremium wie einen – jetzt kommt das böse Wort – Ortsbeirat für die am saubersten legitimierte “Bürgerjury”. Es liegt dann halt an den Wählern, in die Ortsbeiräte nicht wieder die üblichen Verdächtigen der etablierten Parteien zu wählen. Zudem gibt es mit dem einzigen Darmstädter Ortsbeirat (Wixhausen) eine Blaupause, das System wäre HGO-kompatibel und relativ schnell installiert.

Unterwegs … (2) – Bewerbungsfristen für Ausbildungsplätze

Welcher Schüler weiß schon was er mal “werden” will? Allerdings ist es sinnvoll doch schon deutlich vor dem Schulabschluss darüber nachzudenken. Denn einige Ausbildungsbetriebe haben lange Fristen. Bei der Stadt Weiterstadt ist der Ausbildungsjahrgang 2015 schon komplett, da kann man sich dann nur noch für 2016 bewerben.

Echo online: „Nacht der Bewerber“ in Weiterstadt

Ähnliches hatte ich damals© mit der Henri-Nannen-Journalistenschule erlebt. Die schrieben vor x Jahren im Mai ihre Stipendien für den September des Folgejahres aus. In der Zwischenzeit gab es ein paar Tests zu absolvieren.

Ich vermute aber, dass die Unternehmen das aber auch nutzen, um Bewerber unkompliziert auszusieben und sie einschätzen zu können. Wer sich wirklich für so einen Platz interessiert und das nicht aus einer Laune heraus macht, der informiert sich vorher oder wartet dann auf seinen “Traum” auch mal ein Jahr.

Unterwegs … (1) – Abba-Coverband in Weiterstadt

Echo online: Die Abba-Coverband „The Sound of Swedenrockt das Bürgerzentrum in Weiterstadt.

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Nebenbei: So stelle ich mir für mich so einen Artikel vor, vor allem mit den Hintergundinfos zur Band. Da hatte ich in der Woche vor dem Konzert die Band angemailt und ein paar Fragen gestellt. Trivial? Vielleicht, aber das steht nicht auf deren Website, und es ist etwas, was auch die, die da waren nicht wussten. Und Lokalteil ist nunmal nicht Feuilleton.

Weiterstädter Wohn- und Quartierzentrum wird bezogen

Die Ostseite des Wohn- und Quartierzentrums in der Weiterstädter Freiherr-vom-Stein-Straße. Der Weg hinterm Haus ist öffentlich.

Die Ostseite des Wohn- und Quartierzentrums in der Weiterstädter Freiherr-vom-Stein-Straße. Der Weg hinterm Haus ist öffentlich.


Echo online: Eigene Möbel und ein Stück Vertrautheit – Im Wohn- und Quartierzentrum in Weiterstadt wird eine Demenz-Wohngemeinschaft eingerichtet

Die Eröffnung war ursprünglich für August 2013 geplant, es wurde dann November 2013 – bis wegen eines Wasserschadens, der sich durchs ganze Haus zog, alle Bewohner nochmal bis Juli 2014 warten mussten.

Johann-Heinrich-Merck-Denkmal wird gereinigt

Die Johann-Heinrich-Merck-Stele im Herrngarten Darmstadt wird gereinigt. Auf dem Bild von links Sigmar Herberg, Werkleiter Merck Darmstadt, Bundestagsabgeordnete Brigitte Zypris, Restaurator Hermann Freymadl und Obernbürgermeister Jochen Partsch.

Die Johann-Heinrich-Merck-Stele im Herrngarten Darmstadt wird gereinigt. Auf dem Bild von links Sigmar Herberg, Werkleiter Merck Darmstadt, Bundestagsabgeordnete Brigitte Zypries, Restaurator Hermann Freymadl und Oberbürgermeister Jochen Partsch. Foto: Merck


Echo online: Schönheitskur für Schriftsteller Merck – Chemieunternehmen lässt Obelisken des Bildhauers Hans Mettel am Herrngartenteich reinigen

(PM Merck) Merck lässt das im städtischen Besitz befindliche Johann-Heinrich-Merck-Denkmal im Herrngarten in neuem Glanz erscheinen und gibt ihm einen neuen Schutzanstrich. Die rote Sandsteinsäule, die seit 56 Jahren an der Ostseite des Herrngartenteichs steht, wurde zuletzt durch Graffiti arg verunstaltet. Das Denkmal des Bildhauers Hans Mettel (1903 bis 1966) wurde im Jahr 1958 von der Stadt Darmstadt im Herrngarten aufgestellt.

Zunächst hatte die Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries kürzlich angeregt, die Stele reinigen zu lassen. Daraufhin hat sich Merck, ein führendes Unternehmen für hochwertige pharmazeutische und chemische Hightech-Produkte, bereit erklärt, die Kosten in Höhe von rund 4.000 Euro für die Reinigung zu übernehmen. „Das war für uns eine Selbstverständlichkeit“, betonte Dr. Sigmar Herberg, Werkleiter von Merck Darmstadt. Oberbürgermeister Jochen Partsch ergänzte: „Dank und Respekt dem Unternehmen Merck, das sich bereit erklärt hat, die Stele reinigen und aufarbeiten zu lassen und die Kosten dafür zu übernehmen. Damit machen sie sich erneut um unsere Stadt verdient und zeigen auch, dass sie stolz auf die Firmen- und Familiengeschichte von Merck in Darmstadt sind.“

Zum symbolischen Reinigungsbeginn trafen sich Brigitte Zypries, Jochen Partsch und Sigmar Herberg am Dienstagnachmittag, 29. Juli, im Herrngarten. Von Steinmetz- und Steinbildhauermeister Hermann Freymadl (Gernsheim) erfuhren sie, wie die Denkmalpflege-Spezialisten vorgehen, um die Sandsteinsäule vor künftigen Schmierereien zu schützen. Zunächst trägt Freymadl eine speziell entwickelte Abbeizpaste auf. Mit 110 Grad heißem Dampf wird die Stele von Farbe und Lack befreit. Nachdem sie abgetrocknet ist, wird ein Anti-Graffiti-Spray appliziert. Vorteil: Sollte das Kunstwerk abermals Opfer von Vandalismus werden, muss nicht mehr die gesamte Reinigungsprozedur wiederholt werden; lediglich der Anti-Graffiti-Schutzfilm wird erneuert.

„Wir sind doch nur insofern etwas als wir was für andere sind.“

„Wir sind doch nur insofern etwas als wir was für andere sind.“ Foto: Marc Wickel


„Wir sind doch nur insofern etwas, als wir was für andere sind“ ist die Inschrift auf dem Johann-Heinrich-Merck-Denkmal. Der 1741 geborene Merck war nicht nur Naturforscher, sondern auch Kunst- und Literatur-Sachverständiger sowie Schriftsteller. Zeitlebens war er auch ein bedeutender Mentor von Johann Wolfgang von Goethe, unter anderem als Rezensent und Verleger früher Goethe-Texte, allen voran des „Götz von Berlichingen“. 1791 starb Johann Heinrich Merck im Alter von 50 Jahren. Fast 150 Jahre später wurde ihm die Ehre zuteil, von dem Bildhauer Hans Mettel, der in den 1950er Jahren Direktor der Frankfurter Städelschule war, in rotem Sandstein verewigt zu werden.

An Johann Heinrich Merck erinnern auch die Johann-Heinrich-Merck-Ehrung der Stadt Darmstadt, der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essays von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie die Johann-Heinrich-Merck-Medaille der Goethe-Gesellschaft Darmstadt.

450, 525 oder 615 Jahre Kranichstein

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Beim diesjährigen Darmstädter Grenzgang in Kranichstein hatte ich mich zwar schon ein wenig gewundert, dass Kranichstein erst vor 450 Jahre erwähnt worden sein soll (aber das konnte ich an dem Wochenende nicht klären). Mit Jörgs Anstoß und etwas mehr Zeit habe ich das nun mal etwas ausgeleuchtet, woher die 450 Jahre kommen, wo der Ort doch schon im Jahr 1399 erwähnt wird.

Echo-online: Wie alt ist Kranichstein? Stadtgeschichte – Auf der Suche nach einem Jubiläum gibt es verschiedene Daten

Ich war dazu auch im Hessischen Staatsarchiv und dort gibt es unter anderem eine Urkunde von 1564, die die 450 Jahre erklärt: Es ist das Jubiläum für den Namen, damals “Cranigstein” geschrieben (13. Zeile, erstes Wort.) Aber der Ort wurde schon viel früher erwähnt.

Citytunnelsanierung und -technik – Hintergründe zur Tunnelkunst

Die Citytunneleinfahrt aus Richtung Mathildenplatz am 22. Juli 2014. Foto: Oliver Stienen

Die Citytunneleinfahrt aus Richtung Mathildenplatz am 22. Juli 2014. Foto: Oliver Stienen


(PM Grüne/CDU und eigenes) Der Arbeitskreis Bauen und Verkehr der grün-schwarzen Koalition hat sich Dienstag (22.) mit der neuen Baudezernentin Cornelia Zuschke und dem Bauausschussvorsitzenden Ctirad Kotoucek (CDU) vor Ort über die umfangreichen Citytunnel-Sanierungen informiert.

Dabei wurde am Rande auch geschildert, wie das mit der “Tunnelkunst” Helmut Landers gelaufen war, die Ende Oktober 2013 entfernt worden war. Echo online: Dekorationen von Helmut Lander entfernt. So wie sich das damals las, konnte man glauben, die mit Mustern bemalten Wände wären entweder aus Unkenntnis oder aus Banausentum grau angelegt worden.

Tatsächlich war es aber so – wie gestern von der Verwaltung geschildert – dass die Wände zuvor fotografiert worden waren. Tatsächlich wusste man aber nicht, dass die Muster als Kunst galten und von wem die war. Eine farbkorrekte Rekonstruktion wäre allerdings schwer möglich gewesen, da die damals verwendeten Farben (auf Kunststoffbasis) heute nicht mehr verwendet werden dürften. So dass man sich entschlossen habe, die Wand grau anzulegen. Die Verwaltung war also nicht so wurschtig damit umgegangen, wie ich damals nach dem Echo-Artikel den Eindruck hatte. Dass das nach meinen Quellen auch kein Thema im Magistrat war, kommt noch dazu.

Im Inneren des rund 500 Meter langen Tunnels wurden bereits rund 1,2 Millionen Euro in die Sicherheitseinrichtungen investiert, beispielsweise die Erneuerung Brandmeldeanlage, die Videoanlage sowie gut sichtbar die Leiteinrichtungen in Form grüner LED-Leuchten.

Die Arbeitskreismitglieder erfuhren von Reinhold Schuster vom Straßenverkehrs- und Tiefbauamt, dass der Tunnel insgesamt über 7 Notausgänge verfügt. Derzeit wird für weitere 1,2 Millionen Euro die gesamte Leitzentrale des 1977 und 1978 erbauten Tunnels erneuert. Von dieser aus wird die gesamte Lichtsteuerung, Lüftung sowie im Brandfall die Entrauchung des Tunnels gesteuert.

Weithin sichtbar war die vor kurzem fertiggestellte Betonsanierung der Tunnelein- und ausfahrten. Der alte Beton war stellenweise völlig marode, die verrostete Stahlarmierung sichtbar. Nicht selten platzten Betonstücke ab und fielen herunter. Bei der Sanierung der Betonwände wurde das alte Betongeländer mit den Pflanzkübeln durch ein neues, pflegeleichteres ersetzt.

Zugleich erfuhren die Arbeitskreismitglieder, dass das alte Geländer teilweise nur 70 bis 90 Zentimeter hoch war – nach aktuellen Sicherheitsrichtlinien deutlich zu niedrig.

Dazu kommt, dass das neue Geländer gesichert ist gegen (einfaches) Überklettern (der vermeindtliche “Handlauf” auf der Tunnelinnenseite. Und so massiv ist es, damit es auch hält, wenn ein Auto, die ja teilweise über den Luisenplatz fahren dürfen, nicht die Geländer durchbrechen kann.

Insgesamt wurden für die Betonsanierung, die auch die Notausgänge umfasste, rund 1,4 Millionen Euro investiert, in Summe also gut 3,8 Millionen Euro für das größte innerstädtische Bauwerk. Der Arbeitskreis mit den beiden Sprechern Stefan Opitz (B 90/Grüne) und Ludwig Achenbach (CDU) machte bei dieser Gelegenheit deutlich, dass die Sanierung der Verkehrsinfrastruktur große Bedeutung habe und mit deutlich mehr Mitteln im Haushalt etatisiert sei, als in früheren Jahren. Zusätzlich zu Einzelmaßnahmen, die gesondert im Haushalt eingestellt sind, hat die Koalition ein 20-Millionen-Euro-Sonderprogramm aufgelegt, aus dem im gesamten Stadtgebiet Straßensanierungen finanziert werden.

Sanierung Christoph-Graupner-Schule kommt ins Stadtparlament

Die Christoph-Graupner-Schule in der Vogelsbergstraße soll saniert werden. Aber was wird aus ihrem Therapiebad?

Die Christoph-Graupner-Schule in der Vogelsbergstraße soll saniert werden. Aber was wird aus ihrem Therapiebad?


Jetzt kommt auch die Graupnerschule ins Schulbausanierungsprogramm.

Echo online: Standort des Schul-Therapiebades weiter offen - Die Sanierung der Christoph-Graupner-Schule steht am Donnerstag (23.) auf der Tagesordnung des Stadtparlaments. Über den Verbleib des Therapiebads in der Schule soll aber später entschieden werden.

Manchmal lohnt es sich doch die Anhänge zu einer Magistratsvorlage zu lesen. Da zeigt sich dann, dass nach meiner Einschätzung, kurz vor dem Beschluss noch schnell was geänderte wurde.

So legt sich der Magistrat auf Maximalkosten (7,7 Millionen Euro) bei der Sanierung der Christoph-Graupner-Schule (Förderschwerpunkt geistige Entwicklung mit einer Abteilung körperliche und motorische Entwicklung) fest, was nur noch eine der vier Varianten zulässt. Die Stadtregierung entscheidet aber nicht über das Therapiebad und dessen Verbleib in der Schule – nur kommt das in der, wegen der Kosten einzig möglichen Variante 2, nicht vor

3. Juli: Die Christoph-Graupner-Schule will das Therapiebad behalten