Brigitte Zypries (SPD) holt im Wahlkreis 186 das Direktmandat – mit 35,1 Prozent, das sind 60.572 Erststimmen. Andreas Storm (CDU) scheiterte ganz knapp mit 35,0 Prozent (60455 Stimmen). 117 Stimmen Differenz. (Woher HR-Online 46 Stimmen Differenz hat, weiß ich nicht. Journalisten können halt nicht rechnen. ;-) 2005 gewann Zypries deutlich mit 45,5 Prozent, Storm kam auf 35,3%.
Es war den ganzen Abend über knapp, irgendwann starrte Andres Storm nur noch auf den Monitor und irgendwann verschwand auch die Unterlippe. Am Ende fehlte nur noch ein Wahlbezirk aus Mühltal und Storm war nur noch rund 200 Stimmen hinter Zypries.
Gerüchten zufolge stimmte die Anzahl der gezählten Stimmen in dem Wahlbezirk nicht mit der der abgegebenen überein. Um kurz nach 22 Uhr war es dann doch soweit.
Andreas Storm stellte für sich fest, dass er damit nicht in den Bundestag kommen wird, da die CDU in Hessen mehr Direktmandate geholt hat, als ihr nach Zweitstimmen zustoßen. Damit kann Storm nicht über die Liste reinkommen.
Als Darmstädter ist das ärgerlich, da zählt für mich jeder Abgeordneter.
Bei den Zweitstimmen sah es im Wahlkreis 186 deutlich anders aus:
SPD – 25,2%, CDU – 28,8%, FDP – 15,3%, Grüne – 17,1%, Linke – 8,6%, Piraten – 2,5%
In der Stadt Darmstadt sieht es so aus, dass die Grünen nochmal stärker wurden, aber nicht so stark wie bei der Europawahl.

Wahlergebnisse der Bundestagswahlen in Darmstadt
SPD-Bewerberin Brigitte Zypries bleibt mit 45 Stimmen vorn
Update, 2.10.2009: Der Kreiswahlausschuss hat unter Vorsitz des Kreiswahlleiters, Darmstadts Oberbürgermeister Walter Hoffmann, am Freitag (2.) das endgültige Wahlergebnis für den Bundestagswahlkreis 186 (Darmstadt) festgestellt.
Im Wahlbezirk 180 (Schillerschule, Darmstadt) wurde eine Nachzählung beschlossen.Demnach ergibt sich dort eine Stimme weniger für die Bewerberin der SPD, Brigitte Zypries und eine Stimme mehr für Andreas Storm (CDU).
Der Vorsprung von Brigitte Zypries liegt im Gesamtergebnis (60.581 Stimmen) damit endgültig bei 45 Stimmen – Ein Ergebnis, so knapp wie in keinem anderen Wahlkreis in Deutschland.
Die Grünen verlieren in Darmstadt. So geil findet man diese Anti-NOU-Stimmung vielleicht doch nicht?
Gegenvorschlag einer Theorie:
Grüne Wähler gehen eher zu einer Europawahl als die Wähler von CDU & SPD.
Begründung:
Absolute Zahlen
BTW: 17546 SPD, 19183 CDU, 15099 Grüne
Europawahl: 10232 SPD, 12946 CDU, 13086 Grüne.
Lies die Zahlen noch mal beim Bundeswahlleiter nach. Die 46 Stimmen unterschied stimmen.
Je höher der Wahlleiter, desto knapper? Vielleicht gibt es noch einen EU-Wahlleiter und dort gewinnt dann Andreas Storm. ;-)
Jedenfalls gibt es zwei Ergebnisse, die 117 Stimmen-Differenz habe ich von darmstadt.de.
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> So geil findet man diese Anti-NOU-Stimmung
> vielleicht doch nicht?
Das war auch mein erster Gedanke.
Insbesondere das Erststimmenergebnis für Daniela Wagner war für diese wohl enttäuschend.
Schließlich hatte sie ernsthaft gehofft, das Direktmandat zu erreichen – und entsprechend Wahlkampf gemacht (incl. Koalitionsbruch).
Ich war jetzt nur bei einer Wahlkampfveranstaltung der Grünen, aber da wurden die Erststimmen nicht angesprochen, auch wenn es die entsprechenden Plakate (beide Stimmen Grün) gab. Wenn, dann war das vielleicht ein Versuchsballon.
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