Was ist “anhaltend defizitäre Haushaltswirtschaft”?

Der Weiterstädter Haushalt für 2015 ist angenommen.

Der Weiterstädter Haushalt für 2015 ist angenommen.

In Weiterstadt gelingt der Neue Politikstil, obwohl er damals im Kommunalwahlkampf, anders als in Darmstadt, gar nicht groß angekündigt war. ;-) Der Haushalt für 2015 wurde jedenfalls mit nur einer Gegenstimme beschlossen. Es gab im Vorfeld sogar zwei Treffen der Fraktionen auf denen intern der Haushalt beraten wurde. Deswegen war die öffentliche Beratung im Ausschuss auch so kurz.

Echo Online: Viel Zustimmung für den Haushalt 2015 – Weiterstädter Stadtverordnete verabschieden weitgehend einig den Etat

Bei der Gelegenheit habe ich mal nachgefragt, wie eigentlich eine „anhaltend defizitäre Haushaltswirtschaft“ definiert ist. Das ist ein Begriff aus dem hessischen Innenministerium, das bei den Kommunen ausgeglichene Haushalte angemahnt hat. Bei „anhaltend defizitärer Haushaltswirtschaft“ sollen nämlich die Kommunen ihre Steuern erhöhen und zwar über die Sätze, die vergleichbare Städte und Gemeinden schon haben.

Echo Online: Hintergrund zur Haushaltsgenehmigung

Nur SPD und Uwiga für Ortsbeiräte

Helmut Klett (Uwiga): „Ortsbeiräte sind ein bewährtes und durch die Hessische Gemeindeordnung ordnungspolitisch abgesichertes Gremium.“

Helmut Klett: „Ortsbeiräte sind ein bewährtes und durch die Hessische Gemeindeordnung ordnungspolitisch abgesichertes Gremium.“

Dienstag (16.) war der Uwiga-Antrag zur Ortsbeirateinrichtung im Stadtparlament. Vor vier Jahren war ein ähnlicher Antrag noch von der SPD abgelehnt worden, jetzt – in der Opposition – stimmte die SPD für den Antrag. Aber da die grün-schwarze Koalition sowie Uffbasse, Linke und FDP den Antrag ablehnten, kam er nicht durch.

Echo Online: Keine weiteren Ortsbeiräte – Uwiga scheitert erneut mit ihrem Anliegen – Bürgerjurys vom Tisch

Zu dem Thema hatte ich mir im Oktober schon meine Gedanken gemacht: Stadtteilfonds, Bürgerjurys – und dann doch Ortsbeiräte?

OB Jochen Partsch (Grüne): „Wir werden 2015 in Eberstadt und Arheilgen mit den Stadtteilforen anfangen.“

OB Jochen Partsch (Grüne): „Wir werden 2015 in Eberstadt und Arheilgen mit den Stadtteilforen anfangen.“

Kein “wat is en Dampfmaschin?” – Energieunterricht an der Wilhelm-Leuschner-Schule

Neben einer Dampfmaschine hatte die Umweltpädagogin Saskia Radloff ein Wasserkraftwerkmodell in die Schule mitgebracht. (Foto: Entega)

Neben einer Dampfmaschine hatte die Umweltpädagogin Saskia Radloff ein Wasserkraftwerkmodell in die Schule mitgebracht. (Foto: Entega)


Gut, dass die Zehntklässler von heute nicht mehr – oder noch nicht – den Heinz Rühmann-Klassiker “Die Feuerzangenbowle” kennen. Sonst wäre in der Energieunterrichtsstunde am Mittwoch laufend “Also, wat is en Dampfmaschin?”, “Da stelle mehr uns janz dumm” oder “Jeder nor einen wenzigen Schlock” aus dem Film von 1944 zitiert worden. ;-)

Denn die Umweltpädagogin hatte eine kleine Dampfmaschine mitgebracht. Mit der erklärte sie, wie im Prinzip ein Kohlekraftwerk funktioniert. Allerdings wird die Dampfmaschine mit Esbit-Stäbchen befeuert. Aber es wird wie im großen Original Wasser heiß gemacht und mit dem Dampf eine Turbine angetrieben, die wiederum Strom durch elektromagnetische Induktion erzeugt.

Nebenbei: Als ich als Kind erfuhr, dass es in einem Atomkraftwerk ähnlich läuft – mit der Hitze der Brennstäbe wird Wasser heiß gemacht – war ich ja etwas enttäuscht, dass da keine Atome den Strom erzeugen. So gesehen ist Photovoltaik da die direkteste Methode, da dort der Strom aus den Solarzellen kommt.

Echo Online: Die Dampfmaschine erklärt alles Und ich konnte das machen, was ich ganz gerne mache: Den Artikel mit Hintergrund anreichern, denn wer hat denn gerade mal eben Wirkungsgrade von Kraftwerken parat oder kann was zu der Ahnung sagen, dass die Ölvorräte doch seit Jahrzehnten für 40 Jahre reichen?

Echo Online: Wirkungsgrade und “statistische Reichweite” der Ölreserven

Die Umweltpädagoginnnenstunde war ein Angebot der Entega und der Deutschen Umwelt-Aktion. Die HSE-Tochter will damit sicher auch auf ihren Ökostrom hinweisen. Entega-Ökostrom aus Photovoltaik kommt aus einem französischen und drei deutschen Solarparks, Strom aus Wind aus sechs Anlagen in Frankreich, einer in Polen, sieben deutschen Windparks, darunter ist auch der Offshore-Windpark „Global Tech 1“ in der Nordsee. Biogasanlagen stehen in Wixhausen, Semd, Lorsch und Tagewerben (in Sachsen-Anhalt). Geothermieanlagen stehen in Heubach bei Groß-Umstadt und in Mörfelden-Walldorf.

Die Entega und ihre Konzernmutter HSE vermitteln Unterrichtseinheiten zu verschiedenen Energiethemen. Die HSE kooperiert dabei mit der Deutschen Umwelt-Aktion.

Die Darmstädter Version des Hauptmann-von-Köpenick-Dilemmas?

Jetzt konnte ich tatsächlich eine relativ alte selbst erlebte Geschichte verkaufen, weil sie gestern im Stadtparlament einen neuen Dreh bekam:

Vor einigen Jahren bettelte ein Mann mit einer Gitarre Gäste vor dem Café „Salve“ an. Er brauche etwas Geld, damit er die Genehmigung bezahlen könne, um auf der Straße spielen zu dürfen. Das klang natürlich sehr nach einer Hauptmann-von-Köpenick-Varinante (kein Geld für die Gebühr, keine Erlaubnis zum Spielen, keine Einnahmen, kein Geld für die Gebühr, …), also bekam er ein paar Euro.

Ich fragte damals beim Ordnungsamt nach, ob das mit der Gebühr stimme – nun, es stimmte nicht. Aber bald wird es wahr. Echo Online: Straßenmusiker müssen künftig fünf Euro zahlen

Weiterstadt und Braunshardt wieder verbunden

Der Bahnübergang Forststraße ist nach eineinhalb Jahren Bauzeit zu einer Unterführung geworden.

Der Bahnübergang Forststraße ist nach eineinhalb Jahren Bauzeit zu einer Unterführung geworden.

Echo Online: Unterführung Forststraße ist fertig – Nach gut eineinhalb Jahren Bauzeit ist die Verbindung zwischen Weiterstadt und Braunshardt wieder offen. (Chronologie) Damit ist der Bahnübergang mit Schranken zu einer Straße unter der Bahnlinie durch geworden. Der Bau ist nicht nur eine kosmetische Baustelle gewesen, seit den neunziger Jahren waren an dem damaligen Bahnübergang mehrere Menschen tödlich verunglückt.

Am 4. Mai 1998 war es die Schülerin Esther Seifert. „Unsere Tochter war bei der Jugendstunde beim Jugendrotkreuz“, schilderte ihr Vater Hans-Gunther Seifert. „Auf dem Gepäckträger ihres Fahrrades hatte sie das Anmeldeformular für die Pfingstfreizeit.“ Esther Seifert wäre dieses Jahr 28 Jahre alt geworden.
IF

Die Schaumschläger des Jahres: Die Wort des Jahres-Jury

Das Wort des Jahres 2014 ist: Lichtgrenze! Lichtwas? Ja, ein Wort, das Ende des Jahres aufkam für einen singulären Event zum 25. Jahrestag des Mauerfalls. Es beschreibt, wie mit Leuchten der Verlauf der Berliner Mauer zum Jahrestag des Mauerfalls nachgebildet wurde. Hübsch, aber “Lichtgrenze” soll das Wort des Jahres – des Jahres! – sein?

Für mich disqualifizieren sich die Jurys damit selbst und man sollte einfach mal mit der Berichterstattung aussetzen, bis da vernünftige Kriterien und Relevanzbezüge definiert sind. Ich denke nur daran, wie sie sich 2012 die “Rettungsroutine” quasi ausgedacht haben …

„Wo Straßentheater möglich ist, stimmt noch die Nutzung des Raums.“

Architekturprofessorin Kerstin Schulze, Bauverein-Finanzvorstand Sybille Wegerich, Baudezernentin Cornelia Zuschke und Grünen-Sprecherin Hildegard Förster-Heldmann. ((Ja, das zweite und das vierte Bild sind horizontal gespiegelt.)

Architekturprofessorin Kerstin Schulze, Bauverein-Finanzvorstand Sybille Wegerich, Baudezernentin Cornelia Zuschke und Grünen-Sprecherin Hildegard Förster-Heldmann. (Ja, das zweite und das vierte Bild sind horizontal gespiegelt.)


Über Kunst und Bau im öffentlichen Raum sprachen am Mittwoch (10.12.) Hildegard Förster-Heldmann (Grüne), Architekturprofessorin Kerstin Schultz, Bauvereinsvorstand Sybille Wegerich und Baudezernentin Cornelia Zuschke.

Echo Online: Reiterstandbilder sind passé

Das Darmstadtium will Eisen in Nickel, Messing und Kupfer verwandeln

Der Saal hat 280 feste Sitzplatze und kann noch um 110 Stühle erweitert werden. Dazu kommen Steckdosen an den Plätzen, W-Lan und eine Kinobestuhlung die einen lange Tagungen aushalten lässt, aber in deren Polstern man nicht versinkt.

Der Saal hat 280 feste Sitzplatze und kann noch um 110 Stühle erweitert werden. Dazu kommen Steckdosen an den Plätzen, W-Lan und eine Kinobestuhlung die einen lange Tagungen aushalten lässt, aber in deren Polstern man nicht versinkt.

Das Darmstadtium hat heute seinen neuen Saal “Ferrum” (Eisen) offiziell vorgestellt. Der bislang nicht genutzte Raum soll im Jahr mindestens 100 Veranstaltungen in das Kongresszentrum ziehen und den Umsatz (Euros sind aus Nickel, Messing und Kupfer) steigern.

Spannend wird es nochmal, wenn in dem Saal das Stadtparlament tagt. Dazu können einige Stühle herausgenommen werden, damit Gänge nach oben bzw. unten entstehen. Hoffentlich ist der Zuschauerteil dann zugänglicher als die Tribüne im Justus-Liebig-Haus.

Echo Online: Darmstadtium präsentiert neuen Saal „Ferrum“ – Mit „Ferrum“ nimm das Wissenschafts- und Kongresszentrum den 26. und letzten Raum in Betrien

Der neue Saal liegt in dieser Spitze, die fast sieben Jahre lang nicht genutzt wurde. Ursprünglich sollte dort das "Cybernarium" rein, was dann aber nicht kam.

Der neue Saal liegt in dieser Spitze, die fast sieben Jahre lang nicht genutzt wurde. Ursprünglich sollte dort das “Cybernarium” rein, was dann aber nicht kam.

Der Schatz von Kranichstein – Die DKP blickt auf die “Soziale Stadt”-Förderung

Die "Neue Mitte" in Kranichstein war das letzte große Projekt des Städtebauprogramms "Soziale Stadt" in Kranichstein.

Die “Neue Mitte” in Kranichstein war das letzte große Projekt des Städtebauprogramms “Soziale Stadt” in Kranichstein.

1,3 Millionen Euro kostete die “Neue Mitte“, ein Platz in der Kranichsteiner Bartningstraße, der infolge von zwei Planungswerkstätten mit Bürgern und Einrichtungen entstanden war.

In ihrem aktuellen “Blickpunkt Kranichstein” (PDF, 1,3MB) schreibt die DKP dazu

1,3 Millionen Euro in Beton gegossen – Bei der Besichtigung des Boulevards breche ich in spontanen Jubel aus. Da haben sich die Stadtplaner wirklich was nettes für uns ausgedacht. Sofort mache ich mich auf die Suche nach dem vergrabenen Schatz. Irgendwo müssen die 1,3 Millionen ja liegen. Oder habe ich da was falsch verstanden?

Sonntag (7.) hatte die DKP dann zu einer kleinen Begehung eingeladen. Echo Online: Kritik der Kommunisten an der „Sozialen Stadt“ – „Viel Geld in Beton investiert“: DKP-Mitglieder bemängeln bei Rundgang den Umgang mit Fördermitteln

Rund 7,5 Millionen Euro stecken über das Bund-Länder-Programm “Soziale Stadt” in baulichen Maßnahmen in Kranichstein, in Eberstadt sind es um die 7,7 Millionen Euro.

Wo – ich nenne es mal – der “Schatz von Kranichstein” vergraben ist, haben sich die Genossen (vielleicht unbemerkt) selbst beantwortet. Weiterlesen