Das war knapp. Ich saß in der nächsten Bahn, eine halbe Stunde eher und ich hätte eine Reportage schreiben können:

Polizeipressemitteilung: Am 7. November gg. 23.32 Uhr, ereignete sich an der Wartehalle in Darmstadt-Eberstadt, Heidelberger Landstraße 188, eine Schlägerei zwischen ca. zehn jugendlichen Personen. Ein Teil dieser an der Auseinandersetzung beteiligten Jugendlichen bestieg die Straßenbahn Linie 8 in Richtung Darmstadt und randalierte in der Straßenbahn weiter. Der andere Teil verließ den Bereich „Eberstadt-Wartehalle“ in unbekannte Richtung.

Laut der Straßenbahnführerin wurden einige Fahrgäste in der „Linie 8″ auf der Fahrt nach Darmstadt angepöbelt und geschlagen. Andere Fahrgäste sowie die Straßenbahnführerin wollten helfen, wurden aber durch verbale Drohungen daran gehindert. Einer der Randalierer soll ein rotes Sweatshirt und eine weiße Basecape getragen haben. Die Gruppe Jugendlicher verließ die Straßenbahn innerhalb von Darmstadt.

Die Polizei bittet die geschädigten Fahrgäste sich zur Anzeigenerstattung auf der Polizeistation in Pfungstadt zu melden. Die HEAG, Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs, hat der Polizei die Videoaufnahmen vom Tatgeschehen aus der Straßenbahn zur Verfügung gestellt.

Hinweise nimmt die Polizeistation Pfungstadt unter der Rufnummer 06157-9509-16 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Neulich stand hier auf dem Luisenplatz das „Biotechnikum„, ein knapp 17 Meter langer Spezialtruck mit Austellung und Biochemie-Labor für Schüler.

Steffen Saebisch (FDP), Staatssekretär im Hessischen Ministerium für. Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, erklärte beim Pressetermin unter anderem: „Das ‘Biotechnikum’ ist eine der Strategien, die das Land Hessen fährt, um Abiturienten anzureizen zu studieren.“

Als ich dann fragte, warum man dann nicht einfach definitiv auf Studiengebühren verzichte – Geld ist ein starker Anreiz – erklärte er, dass die Studiengebühren die Menschen nicht am Studieren hindern würden. Wenn man die Motivationen anschaue, machten die Leute lieber eine Ausbildung, weil weil sie sofort Geld verdienen und praktisch arbeiten wollten, erklärte der Staatssekretär.

Na, dann wäre das ja geklärt. (Ok, nicht ganz so schön, wie die Nummer des niederländischen Kollegen mit der Bundeskanzlerin, aber es war ja auch nur lokal und nicht die Bundespressekonferenz.)

(Hessen hat zur Zeit keine Studiengebühren, die rot-rot-grüne Mehrheit hatte die von der CDU beschlossenen Gebühren im Juni 2008 wieder abgeschafft.)

Neuer Echo-Online-Auftritt

3. November 2009

Seit heute sieht die Internetseite des Darmstädter Echos anders aus, und Chefredakteur Jörg Riebartsch sagt auch etwas dazu. Unter anderem auch etwas zur Finanzierung:

Die notwendigen Einnahmen, um die Internetauftritte von Zeitungen zu finanzieren, sind ausgeblieben. Deshalb versuchen die Kaufleute nun weltweit umzudenken, wollen Geld auch im Internet für das nehmen, was man Leistung des Geistes nennt. Ob das klappt?

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Auch neu: Die Artikel können kommentiert werden.

Michael Spreng erklärt diese Methode am Beispiel des neuen Bundesverteidigungsministers:

Management by Champignons – so bald einer den Kopf herausstreckt, sofort abschneiden. Auf diese Führungsmethode verstehen sich Angela Merkel und Horst Seehofer. Der Champignon ist Karl-Theodor zu Guttenberg.

Ich habe ja den Eindruck, dass das Entwicklungshilfeministerium für Dirk Niebel eine Belohnung für einen erfolgreichen FDP-Generalsekretär ist. Und das war es dann auch.

Wobei ich es für glaubwürdiger gehalten hätte, wenn Niebel dieses Ministerium abgelehnt hätte.

taz, 29.10.2009, Niebel verschnupft ins neue Amt – Der neue Minister Dirk Niebel hat sich den Mitarbeitern eines Ministeriums vorgestellt, das er vor zwei Wochen noch abschaffen wollte.

Aber Minister wollte er vielleicht dennoch mal werden.

Vor zehn Jahren

29. Oktober 2009

„Publish or perish“ hieß und heißt es so schön in den Naturwissenschaften. Ohne Publikation ist es mit der Karriere Essig. Im Oktober 1999 war es für mich endlich soweit – meine erste (wichtige) Publikation: Cathepsin D targeted by acid sphingomyelinase-derived ceramide.

Insgesamt habe ich in der Branche sieben „Paper“, bzw. mein damaliger Chef schaffte es die ganzen Daten aus den fünf Jahren noch sechsmal unterzubringen

Eigentlich hat sich nicht viel geändert. „Publish or perish“ heißt es für mich immer noch.

Island verliert zwei Burgerbuden:

Die Welt, 27.10.2009, Unrentabel – McDonald’s gibt Island auf – Island wird in wenigen Tagen keinen einzigen McDonald’s mehr haben. Die beiden Filialen der US-Fast-Food-Kette in dem Inselstaat im Nordatlantik schließen am 1. November [...] McDonald’s musste in Island alle Waren – Fleisch, Gemüse, Käse und sogar die Verpackungen – importieren. Der isländische Markt war zu klein, um diese Produkte vor Ort zu produzieren.

Etwas Hintergrund hätte der Meldung auch nicht geschadet und erklärt: Island ist etwa so groß wie Baden-Württemberg und Bayern zusammen, hat etwas mehr Einwohner als Mannheim, aber logischerweise kein Einzugsgebiet.

Was hat der Eberstädter Hausberg Frankenstein (der auf Nieder-Beerbacher Gemarkung liegt) mit dem gleichnamigen legendären Monsterfilm von 1931 und dem Roman von 1818 zu tun? Wenig bis gar nichts nach den Recherchen des Geschichtsvereins Eberstadt-Frankenstein.

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„Wir wollen keinem das Geschäft verderben, betonte Vereinsvorsitzender Erich Kraft. „Das ist eine klasse Idee für die Region“. Aber ein Geschichtsverein habe die Aufgabe Legenden und Anekdoten von der Historie zu trennen.

„Es kommt überhaupt keine Burg im Roman vor“, sagte Michael Müller in seinem Vortrags Ende September 2008 im Ernst-Ludwig-Saal. „Erst in späteren Verfilmungen wurde eine Burg in die Handlung eingebaut.“ Hinweise, die vor allem von rumänischstämmigen Professor und einem deutschen Journalisten kommen, verwarf der zweite Vorsitzende des Geschichtsvereins.

So soll die Frankenstein-Autorin Mary Shelley 1814 auf einer Deutschlandreise den Frankenstein besucht haben, als sie in Gernsheim am Rhein Station machte.Angeblich gebe es ein Tagebuch Shelleys, beschrieb Müller. Aber es gebe auch einen Tagebucheintrag vom 2. September 1814 von Shelleys Schwester Claire. Demnach war die Gruppe nachts für drei Stunden in Gernsheim. Müller präsentierte Fotos, die von Gernsheim aus den Frankenstein bei Tag zeigen. Nur dank zweier roter Pfeile konnten die 100 Zuhörer die Burg über Malchen (ein Ortsteil Seeheim-Jugenheims) entdecken. Zudem seien vor 194 Jahren die Burgtürme eingefallen gewesen, zeigte Müller eine Zeichnung von 1813. Müller glaubt nicht, dass man die Burg habe erkennen können. Und: „Einträge im Eberstädter Kirchenbuch, die den Aufenthalt der Engländer belegen sollten, gibt es nicht.“

Auch einen anderen Zusammenhang zwischen Burg und Monster konnte Müller nicht bestätigen. Mary Shelleys Stiefmutter Mary Jane Clairmont soll Kontakt zum Märchensammler Jakob Grimm gehabt haben. In einem Brief soll Grimm ihr von einer Sage um ein Monster und einen Zauberer bei Nieder-Beerbach berichtet haben. „Der Grimm-Brief ist der Gebrüder Grimm-Gesellschaft unbekannt“, sagte Müller.

Den Alchemisten Konrad Dippel als historisches Vorbild für den fiktiven Roman-Monstererschaffer Viktor Frankenstein zu sehen, ist für Michael Müller unsicher. Dippel wurde zwar auf der Burg geboren, habe aber nicht dort experimentiert, sondern im Mühltal. Als Vorbild für den Schöpfer des Monsters kämen jedoch auch viele andere Naturwissenschaftler des 18. und 19. Jahrhunderts in Frage. Müller kam zu dem Schluss: „Mit viel gutem Willen kann man allenfalls festhalten, dass sich Mary Shelley von allen Orten des Namens Frankenstein der Burg an der Bergstraße wohl am nächsten näherte“.

(Den Artikel hatte ich 2008 für „Die Lokale Zeitung“ geschrieben.)

Da habe ich doch glatt wegen der vielen Funkuhren bei mir die Umstellung von Sommer auf Winterzeit heute morgen nicht bemerkt. Und ich hatte mich schon gefreut um 8 Uhr so ausgeschlafen zu sein.

Im HR läuft die Reportage „Mit eisernem Willen zum Ironman„. Ein bisher eher unsportlicher Sportjournalist will den „Ironman Frankfurt“-Triathlon mitmachen. Dafür muss er natürlich erstmal trainieren.

Und so erfährt der Zuschauer, was man alles falsch machen kann, vom Rad über die bisherigen Laufschuhe bis hin zur Ernährung. Aber damit der Sportjournalist dass auch packt, hat er ein paar Experten an seiner Seite.

Und spätestens da bewirkt der Film meiner Meinung nach genau das Gegenteil, von dem was gewollt ist. Denn die Experten sind welche, an die man als Normalo doch gar nicht rankommt: Franziska van Almsick (Schwimmerin), Kai Hundertmarck (Radprofi) und Lothar Leder (Triathlet). Der Schluss, den man zieht – auch wegen der High-Tech-Beratung in Sachen Schuhe und Fahrrad – ist doch, dass man es nur falsch machen kann, und ohne professionelle Hilfe es besser bleiben lässt. Mich motiviert sowas jedenfalls so gar nicht.